Dienstag, 27. Mai 2014

Fleshtized – Here among thorns

Label: Mighty Music

Cover-Art:


1. Ill Divine
2. Deplorable
3. Everything Dies
4. Here Among Thorns
5. Feral Earth
6. Bound in Unity
7. Rise of the Fallen
8. Clash Dimension
9. Rapture (Morbid Angel cover)
10. Outro


Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat sich Ende der Neunziger ein Trio zusammengetan um 2001 ein wirklich bemerkenswert intensives Death Metal-Album aufzunehmen, das es wirklich in sich hat! Von der ersten Sekunde an bekommt man ordentlich das Fressbrett poliert und es wird einem keine Gelegenheit gegeben durchzuatmen. Die Bass-Drum knattert unaufhörlich, die Saiten werden zum Glühen gebracht, der Bass brummt wohlakzentuiert vor sich hin und Gitarrist Casey kotzt sich herrlich verbal aus und erinnert von seinem Stil her nicht selten an die guten alten Disinter.
Es wird auf jeden Fall geballert ohne Ende und auch technische Frickeleien sind an der Tagesordnung, so dass alle Freunde von Diabolic, mittleren Morbid Angel oder Hate Eternal hier ein feuchtes Höschen bekommen sollten. Auch die Flitzefinger-Soli von Monstrosity schimmern immer mal wieder durch (Fleshtized-Gitarrist Matt Barnes spielt übrigens heutzutage bei Monstrosity) und man ist weit davon entfernt sich dem amerikanischen Brutal Death Metal anzubiedern, wie der Bandname vielleicht zuerst suggerieren könnte.
Trotz aller Raserei und technischer Spielerei behält man nämlich stets den Song an sich im Auge und alle Lieder haben Wiedererkennungswert und eine eigene Seele. Mein Anspieltipp ist hier auf jeden Fall die Morbid Angel-Homage „Feral Earth“, die mit ihrem fetten Groove jeden gestandenen Death Metaller zum Moshen animieren dürfte.
Soundmäßig wurde das Teil übrigens von Jacob Hansen in Dänemark veredelt und dieser heftige Death Metal-Brocken brüllt angenehm warm und old-schoolig (nix Trigger!) aus den Boxen.
Herr Hansen hat dem Ganzen auf jeden Fall ganz klar seinen Stempel aufgedrückt, denn ich hatte die Jungs anfänglich fälschlicherweise in Dänemark eingeordnet, da dieses Debüt mich total an den Sound von Exmortem, Corpus Mortale, Usipian und Konsorten erinnerte - so kann man sich irren ;)
Auf jeden Fall wirklich schade, dass nach knapp 34 Minuten (inkl. geilen Morbid Angel-Cover und überflüssigen Outro) schon wieder Schluss ist und man von den Jungs nie wieder etwas gehört hat :(
Drummer Gary White musiziert inzwischen aber wieder mit anderen (Ex)-Fleshtized-Mitgliedern bei Chaos Inception, die nicht ganz so geradlinig tönen und sich eher am extremen Technik-Death Metal neuerer Hate Eternal orientieren. Zwar auch sehr cool, aber nicht so zwingend und straight-forward wie dieses Kleinod von 2001.
Dafür bekommt man das Album an allen Ecken für wenige Euros hinterhergeworfen! Zugreifen solange noch was da ist :)



Freitag, 11. April 2014

Dawn – The eternal Forest


 Label: als Split mit Pyphomgertum via Bellphegot Records (re-released als Demo-Compilation via Century Media)

Cover-Art:

 
1. In the Depths of my Soul
2. Incantation of Unholyness
3. Spawn of Evil
4. Thirst of the Dead

     Bonus des Re-Releases:

        Promo '93
        5. In the Depths of my Soul
        6. The Eternal Forest
        7. As the Tears fall
Demo I '92
8. Thirst of the Dead
9. Dawn of Torture

 


Heute soll die Reise endlich mal wieder nach Schweden gehen! Und diese Mal geht es um eine Scheibe die ich nach langer, langer Suche endlich in mein CD-Regal stellen durfte und die in dieser Form (nämlich als Re-Release von Century Media) die Erstauflage in Sachen Sound und Aufmachung übertreffen dürfte! Die Rede ist von einem der besten und ausgereiftesten Demos das je aus Schweden kam und das zu Unrecht kaum beachtet wurde: The Eternal Forest von den Schweden Dawn!
Ursprünglich wurden diese vier Songs, die es echt in sich haben von der Band selbst auf Kassette als das Demo „Apparition“ veröffentlicht und erst nach dem ersten Album im Jahre 1994 erfuhr dieses Kleinod eine CD-Veröffentlichung als Split-CD mit den Mexikanern Pyphomgertum über das obskure Label „Bellphegot Records“. Diese Split gilt gerade in Europa als extrem rar und die wenigen Male die ich sie bei Ebay gesehen habe, ging sie für astronomische, dreistellige Beträge über die Ladentheke und umso glücklicher bin ich nun das Re-Release in meinen Händen zu halten!
Das Quintett aus Linköping bietet hier brutalsten Death Metal mit einer Menge Blastbeats, extrem tiefen Growls, großartigen Melodien, brachialsten Geholze, Soli und enorm viel Abwechslung! Die Jungs haben auf jeden Fall hier eine ganz eigene Nische gefunden und Vergleiche fallen mir da wirklich schwer. Stellt euch die Durchschlagskraft und Brutalität alter Grave vor, mixt dies mit der Düsternis und Brachialität von Gorement, Excruciate und Moondark und gebt eine gehörige Portion Dissection-Melodien hinzu und fertig ist ein ganz eigenes Gebräu, das einen nicht mehr loslässt!
Aufgenommen im Gorysound (später Unisound) von Dan Swanö bekommt man hier auch produktionstechnisch die volle Breitseite geliefert und man mag gar nicht glauben, dass es sich hier um ein Frühneunziger-Demo handelt! Die Gitarren sind fett und rasiermesserscharf in Szene gesetzt, das Drumming tritt angenehm kräftig in die Magengegend und die fetten Growls thronen über allem! Dieser supergeniale Sound wurde im Re-Release durch ein Remastering durch Meister Swanö glatt noch verbessert! Wahrlich ein Demo der Superlative!
Direkt ab dem ersten Song gibt es ordentlich eins vor die Kauleiste und von krassen Blasts über fette Midtempo-Parts und Hooks hinzu genialen Göteborg-Melodien gibt es alles was man sich von einem Death Metal-Song skandinavischer Bauart wünscht: Brutalität, Atmosphäre, Schmutz und Brachialität.
Leider hat sich die Band nach diesem Demo neu erfunden und in welch unerwartete Richtung man sich bewegt hat, hört man direkt auf den drei Bonus-Songs der '93er Promo. Das Gitarren-Tuning ist nicht mehr ganz so tief, der Bass brummt nicht mehr so angenehm akzentvoll und die fetten Growls mussten heiseren Black Metal-Gekeife weichen, wie es ja leider gerade in war zu dieser Zeit (man mag kaum glauben, dass das der gleiche Sänger ist!). Man kann zwar immer noch die Wurzeln ausmachen, aber für mich hört sich das Ganze nicht mehr so zwingend an wie das Demo.
Auf dem Album "Nær Sólen Gar Niþer For Evogher" das nur kurz nach der Promo veröffentlicht wurde, klingt man in meinen Ohren gar wie eine andere Band und hat seine Wurzeln weit hinter sich gelassen. Zwar ist hier auch nochmal "In the depths of my soul" enthalten, das Lied klingt nun aber gänzlich anders, als noch das Original von 1992 und man denkt vielmehr Melodic Death/Black ala Sacramentum, Dissection oder Unanimated zu hören.
Sicher war dieses Album als auch der legendäre Nachfolger wegweisend und damals einzigartig, aber die melodische Variante des Schweden-Death Metals hat mich nie so sehr gekickt wie der ranzige, obskure, brachiale Bruder der Stockholmer bzw. Linköpinger Schule.
Als letzten Bonus gibt es beim Re-Release dann noch das allererste Demo, das kurz vorm eigentlichen Demo herauskam, das zwar auch cool, aber noch sehr ungehobelt und naiv daherkam.
Auf jeden Fall supercool, dass sich Century Media dem angenommen haben und nach der großartigen Abramelin-Box die zweite große Re-Release-Überraschung innerhalb eines halben Jahres rausgehauen haben! Ein absolutes musthave! Die beiden erwähnten Alben und die andere EP werden übrigens auch noch re-released und hier muss man nun auch keine Hunderte von Euros mehr hinlegen.





Dienstag, 18. März 2014

Upon Infliction – Inhuman... in human

Label: Arctic music group

Cover-Art:



1. Blackout
2. Morbid Obsession
3. Disease Of Religion
4. Eternal Nightmare
5. Centuries Of Hate
6. Immortally Unleashed
7. Inhuman
8. Intelligence Is Blasphemy
9. Dark Path


Heute kommt wieder einmal guter alter Florida Death Metal auf meinen Seziertisch, wie er brachialer und fetter kaum sein kann! Die Rede ist von Upon Infliction aus Pompano Beach, Florida! Wenn man einen Blick auf die Landkarte wirft, sieht man sofort, dass Fort Lauderdale nicht weit ist und auch der erste Höreindruck nach wenigen Sekunden verrät: Hier sind doch Malevolent Creation im Spiel! Und tatsächlich: Upon Infliction könnte der kleine Bruder der Florida-Legende sein, da sich hier aktuelle und ehemalige Mitglieder der bösartigen Kreation tummeln. Als absolutes Aushängeschild wäre hier Kyle Symons zu nennen, der ja u.a. das legendäre "the will to kill"-Album eingesungen hat und auch durch HatePlow kein Unbekannter ist und durch sein markantes Organ den Death Metal des Quartetts besonders veredelt. Dann wäre da noch Drummer Gus Rios zu nennen, der bis vor wenigen Wochen noch Drummer beim großen Bruder war und dort unsanft vor die Tür gesetzt wurde (die nicht ganz so saubere Geschichte kann man bei Facebook und einschlägigen Webzines nachlesen). Außerdem spielt hier auch noch der aktuelle Malevolent- und HatePlow-Gitarrist Gio Geraca mit, der dem Sound von Upon Infliction auch doll seinen markanten Stempel aufdrückt.
Man muss also kein großer Prophet sein, um jetzt schon zu erahnen, dass hier nicht das Rad neu erfunden wird. Und in der Tat: Man könnte meinen, man würde hier "the will to kill Part 2" hören und auch "Everybody Dies" von HatePlow klingt immer mal wieder durch. But, who cares? Wer braucht schon große Innovation, wenn man ein derart fettes und ausgefeiltes Brett geboten kriegt? Hier gibt es alles, was das US-Death Metal-Herz begehrt: Feistes Geballer, mitreißende Midtempo-Parts, alles zermalmende Grooves, schöne Soli, derbe Growls und hier und da sogar Melodien! Die fette aber nicht überproduzierte Produktion tut ihr übriges und man kann sich dem Charme des Albums nicht entziehen und kann Kopf und Füße nur schwerlich still halten.
Und da die letzten Malevolent Creation-Alben allesamt nicht die totale Offenbarung waren und uns HatePlow ja nun auch schon seit nunmehr 14 Jahren warten lassen, haben wir hier die perfekte Alternative. Etwas derartiges habe ich auf jeden Fall schon ewig nicht mehr gehört und es ist mir schleierhaft, wie es die Jungs geschafft haben dieses Album 2010 nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit unters Volk zu werfen.
Vielleicht war es aber auch im hässlichen Cover und dem unscheinbaren Logo begründet (beides könnte so auch zu einer Metalcore oder Post-Metal-Scheibe gehören), dass ich das Album all die Jahre übersehen habe.
Besser spät als nie sag ich da nur und ich kann auch euch nur wärmstens an Herz legen dieses Teil in eure Sammlung zu stellen, wenn ihr auf Death Metal der floridianischen Schule steht und Kram wie Malevolent Creation, Monstrosity, Cannibal Corpse, Divine Empire oder Vile oft bei euch auf dem Teller landet! Schnell bei Ebay und Amazon zugreifen, da gibt es dieses Kleinod schon ab 5€!
40 Minuten lang bekommt ihr hier auf jeden Fall die absolute Vollbedienung und spätestens bei den Groove-Hammern "immortally unleashed" und "inhuman" wird im Wohnzimmer der Moshpit angezettelt! Herrliche US-Brutalität!
Diesem 2010er Album ging übrigens vier Jahre zuvor das Debüt "to escape is to suffer" voran, wo Kyle und Gio noch nicht an Bord waren und das auch noch nicht soooo zwingend tönt wie das Zweitwerk.
Man kann auf jeden Fall hoffen, dass da bald ein drittes Album kommt, dem dann auch mal die Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, die den Jungs eigentlich zusteht :)
Uneingeschränkte Kaufempfehlung!





Donnerstag, 13. Februar 2014

Demonic Sacrifice – Enter the Realm of pure Darkness


Label: Eigenproduktion

1. Lost Adolescence
2. Virgin Flesh
3. The Damned
4. Bleeding the Bled
5. Rape the Creed
6. Enthralled to Realm
7. Injection
8. Agony of Frayed Souls
9. Suicide
10. Neglect


Heute kommt endlich mal wieder eine waschechte Morrisound-Produktion auf den Tisch. Und obwohl dies stets mein bevorzugter Sound war und ist, war dies hier bislang wirklich sträflichst unterpräsent (gerade mal die hier genannten Brutality und Gorguts hatten eine Produktion aus den legendären Studios aus Tampa) und das muss doch mal geändert werden ;)
Und was bietet sich da besser an als dieses großartige Album, das kaum einem bekannt ist und 1997 von der Band selber veröffentlicht wurde?! Richtig, nix! ^^ Schließlich dürften ja fast alle anderen Jim Morris/Scott Burns-Produktionen hinlänglich bekannt sein oder wurden schon an anderen Stellen gewürdigt. Die Jungs aus New York fallen aber immer wieder unter den Tisch und man fragt sich wirklich warum.
Denn nicht nur die Produktion ist eine totale Wucht, sondern auch die Musik ist ein Knaller vor dem Herrn und man kann mit brachial-eingängigen US-Death Metal punkten, der sich echt gewaschen hat!
Man nehme einen Schuss Internal Bleeding, vermenge dies mit einer ordentlichen Portion alter Suffocation, gebe ordentlich Morpheus Descends, ein klein wenig alte Immolation und Deicide hinzu und fertig ist eine explosive Mischung, die Ami-Fans sofort munden sollte!
Da das Ganze eine extrem satanische Note trägt, fallen mir auch sofort texanische Bands wie Crucifixion, Imprecation, Braced for Nails und Infernal Dominion ein, auch wenn Demonic Sacrifice im Großen und Ganzen doch musikalisch ein wenig anders zu Werke gehen. Die drei Amis geben sich nämlich äußerst Groove-betont und bei dem rhythmischen, treibenden und abwechslungsreichen Schlagzeugspiel und den fetten Mosh-Riffs bleibt kein Fuß still und kein Kopf unbewegt ;) Dennoch werden aber immer wieder mal herrlich dämonische Disharmonien in Form von satanischen Gitarrenquietschern und Soli eingebaut und hier und da wird auch mal das Gaspedal durchgetreten! Auf jeden Fall haben die Jungs eine gänzlich eigene Nische gefunden und mir ist keine Band bekannt, die eine ähnliche Mischung präsentiert, was es nur unverständlicher macht, dass den Amis nie der große Wurf gelungen ist. Der Gesang ist zwar stellenweise etwas arg heiser und nicht wirklich auf den Punkt und hier und da glatt aus dem Rhythmus, aber das lässt sich bei der zwingenden Musik gerne verschmerzen und man drückt nach den knapp 45 Minuten Spielzeit ohne zu zögern wieder auf die „Play“-Taste! Echter US-Death Metal mit Ecken und Kanten und kein hochgezüchtetes Technik-Gewichse oder pseudoböses Rumpel-Gehampel!
Man findet über die Band übrigens nur sehr wenige Infos und so ist mir weder bekannt, wann sich das Trio gründete, noch wann es sich auflöste und man kann auch nur mutmaßen, welche Qualität das Demo von 1996 hatte. Genauso selten ist auch das Album an sich und ich persönlich habe es noch nie bei Ebay oder Discogs gesichtet. Lediglich in Foren taucht es hier und da mal zu Kursen zwischen 20€ (!) und 100€ auf (ein Verkäufer hat angeblich mal eine für 170€ vertickt und wollte mir sein letztes Exemplar auch nicht für weniger verkaufen).
An dieser Stelle auch nochmal ein riesiges Dankeschön an Dani, der mir das Teil vermittelt hat und an den guten Stefan, der mir das Teil für einen humanen Freundschaftspreis überlassen hat! Ihr seid die Geilsten und habt eine langjährige, riesige Lücke in meiner Sammlung geschlossen! Wenn ihr das Teil also mal irgendwo seht: Nicht lange zögern, sondern sofort zuschlagen!!!




Mittwoch, 29. Januar 2014

Funereal – The Misery Season

Label: Cryonics Records

Cover-Art:



1. Intro
2. Serenity
3. Darkness Arise
4. Confinement
5. Eternal
6. Embracing of Sorrows
7. Seclusion
8. Beneath the Earth I Lie
9. Life of Anguished


Auch im neuen Jahr soll es hier mindestens einmal im Monat weitergehen und wir bleiben auch mal wieder im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um eine längst vergessene Kapelle zurück ans Tageslicht zu zerren. Die Rede ist von vier Jungs aus Chicago, die im Jahre 1993 aus der Asche der renommierten Death Metaller Contagion eine neue Band mit dem Namen Funereal in Leben riefen und die vollkommen zu Unrecht untergegangen ist.
Eigentlich ist Funereal gar keine wirklich neue Band, da Drummer Andy und Gitarrist Jim auch bei Contagion federführend waren und eigentlich nach dem Split mit den anderen Jungs lediglich den Bandnamen änderten und neue Leute um sich scharten. Die Musik unterschied sich nämlich nicht grundlegend von der der Vorgängerband und auch hier sollte US Death Metal mit ordentlichen Doom-Elementen geboten werden (von Contagion gibt es übrigens eine nette Demo-Compilation, die über Brute! Productions herausgekommen ist).
Kurz nach ihrer Gründung machten sich die Jungs auch direkt an neues Material und gingen 1995 ins Studio um das Debüt-Album „The misery season“ aufzunehmen, das ursprünglich über Olympic Recordings veröffentlicht werden sollte, wozu es aber aus unerfindlichen Gründen nie kam.
Und so lag das Album dann mehrere Jahre auf Halde (der Death Metal schrumpfte sich zu dieser Zeit eh gerade gesund) und erst im Jahre 2000 erklärte sich das niederländische Kult-Label „Cryonics“ dazu bereit das Album posthum zu veröffentlichen und so wurde das Teil in einer Kleinst-Auflage von 250 handnummerierten Exemplaren auf den Markt gebracht.
Geboten wurde hier in knapp 37 Minuten herrlich eingängiger Mid-Tempo Death Metal mit gehörigen Doom-Elementen, der auch heute noch eigenständig klingt und durch Songs mit Wiedererkennungswert zu punkten weiß! Mir fällt es hier auch schwer andere Bands zum Vergleich heran zu ziehen, doch eine Band muss hier einfach genannt werden: Cianide! Und das nicht nur, weil Drummer Andy und Gitarrist Jim auch hier ihre Finger im Spiel haben, sondern weil man eine ähnliche musikalische Richtung mit brachialen Grooves, zähen Lava-Riffs und effektiv-rauen Songwriting einschlägt.
Funereal gehen aber für meinen Geschmack noch ein wenig filigraner zu Werke und streuen immer wieder Melodien und Soli ein und erinnern mich hier und da auch mal an Bands wie Ceremonium oder die neulich besprochenen Victims of Internal Decay.
Man könnte vielleicht auch noch Derketa oder Funerus heranziehen, aber das würde die Sache nur ungefähr beschreiben. Kurz und knapp: Die Jungs haben ihre eigene Nische gefunden und machen das Ganze verdammt gut! Brachiales Riffing, tiefe Growls, Doom, dezente Melodien und gelegentliche Geschwindigkeitsausbrüche stehen hier für eine abwechslungsreiche Mixtur, die auch soundtechnisch angenehm warm und druckvoll in Szene gesetzt wurde. Zusammen mit dem äußerst gigeresken, stimmigen Cover aus der Feder eines gewissen Dimitrios Patelis hat man hier ein rundum gelungenes Werk veröffentlicht und es ist mir schleierhaft warum sich die Band nach zwei-jährigen Bestehen auflöste und fast niemand Notiz von diesem großartigen Werk genommen hat.
Zwar wurde im Jahre 2011ein Re-Release über das polnische Label Gruft Prodüktion veröffentlicht, aber meines Wissens handelt es sich hierbei um ein nicht autorisiertes Bootleg, das auch noch lieblos daherkommt. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Frank und Roy, die mir extra für diesen Blog ein handnummeriertes Original gespendet haben und ich mein Bootleg somit in die Tonne pfeffern konnte :D
Das Original taucht hin und wieder mal bei Ebay und Discogs für Kurse zwischen 20€ und 30€ auf
. Und nicht von Google täuschen lassen, die offizielle Seite von Cryonics, wo es die Scheibe für kleines Geld gibt, ist leider tot =(





Montag, 30. Dezember 2013

Victims of Internal Decay – Victims of Internal Decay

Label: Grind Core

Cover-Art:


1. Absolute Worship
2. Bathed in Sickness
3. Bleed
4. One More Stitch (Green River cover)
5. Jim's Lament
6. Consummation
7. Under the Sun (Black Sabbath cover)
8. In Extremis
9. False Hate
10. Sterile Nature



Nach einigen europäischen Abstechern geht es wieder nach Amerika, wo im Jahre 1993 eine Band aus Oregon einmal mehr den Stil zelebrierte, der mich auch heutzutage immer noch am meisten zu begeistern weiß: Florida-Death Metal in seiner schönsten Form.
Die Rede ist vom Quintett Victims of Internal Decay, das 1993 nach drei (mir unbekannten) Demos ein wirklich starkes, äußerst eingängiges US-Death Metal-Album mit leichten Thrash- und sogar Doom-Anleihen veröffentlichte.
Stellt euch vor man mischt Death zu Human-Zeiten mit alten Obituary, dem Debüt der mächtigen Resurrection, alten Morgoth, alten Pestilence und einer gehörigen Prise Celtic Frost und ihr habt den Sound der fünf Amis!
Es wird demzufolge hauptsächlich im Midtempo gewalzt und Geschwindigkeitsausbrüche gibt es eher selten. Ja hier und da agiert man glatt richtig doomig, was den Jungs äußerst gut zu Gesicht steht und im Black Sabbath-Cover „under the sun“ gipfelt! Mächtig zähfließender Ami-Death wie er mir besonders gut reinläuft! Neben dem Black Sabbath-Cover gibt es noch einen weiteren Cover-Song zu vernehmen, der im Gegensatz zu BS jedoch eher Genre-untypisch ist, da man sich den Song „One more stitch“ der Grunge-Mitbegründer Green River vorgenommen und ausgesprochen cool interpretiert hat!
Dies ist übrigens nicht die einzige Nähe zum Grunge, da man tatsächlich als Producer Drew Canulette für sich gewinnen konnte, der zuvor mit solch namhaften Bands wie Neil Young, Black Flag, Nirvana oder Soundgarden gearbeitet hat und hier wohl für sich Neuland beschritten haben dürfte ;) Deswegen überrascht es umso mehr, dass der Gitarren-Sound absolut nach Morrisound klingt und auch das wohlakzentuierte, furztrockene Drumming aus dem legendären Tampa-Studio stammen könnte.
Knappe 45 Minuten lang bekommt man hier auf jeden Fall das volle Brett des klassischen Ami-Death Metals und als Fan der genannten Bands sollte man hier schnell ein feuchtes Höschen bekommen, da man den großen Namen in nichts nachsteht! Nach diesem Album folgte noch ein full-length-Demo mit dem Titel „Resin 67 Sessions“, bevor man schließlich 1997 die Segel strich und die Band erst im Jahre 2009 für ein weiteres Jahr reaktivierte, bevor man V.O.I.D. endgültig begrub. Wirklich sehr schade...
Es ist übrigens erstaunlich, dass man mit einem gewissen Terry Geil, Pat Wombacher und Hans Jochimsen gleich drei deutsch-klingende Namen am Start hat :D
Weitere lustige Anekdote am Rande: Das Band-Motto lautete immer „Death on nine legs“ weil Gitarrist Terry Geil nur ein Bein hat ;)
Das Teil ist hier und da für erschwingliche Kurse (Preisspanne: 10-30€) bei den üblichen Verdächtigen Discogs, Ebay und Amazon zu kriegen und gehört in jede gut sortierte US-DM-Sammlung! ^^






Dienstag, 26. November 2013

Tormenticon - Tormenticon

Label: Surma Productions

Cover-Art:



1. Unlight Earth
2. You suffer
3. Mask of Sanity
4. Smell of Death
5. Bestial Truth
6. Throw the to the Grave
7. Living Corpse


Einmal mehr führt uns unsere Reise ins schöne Finnland, wo im Jahre 2010 im Stillen ein Album veröffentlicht wurde, das aus meinem CD-Player nicht mehr wegzudenken ist und seit geraumer Zeit auf Dauerrotation läuft.
Die Rede ist von dem Debüt der fünf Finnen „Tormenticon“, die sich bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends gründeten und im Jahr 2002 die ersten Songs aufnahmen, die erst 2004 formvollendet und schließlich 2010 veröffentlicht wurden. Das Album ist nämlich kein klassisches Album an sich, sondern vielmehr eine Compilation zweier Demos, die sich aus einer neuen Aufnahme aus dem Jahre 2009 (Tracks 1-4) und der Erstaufnahme von 2002 (Tracks 5-7) zusammensetzen.
Die beiden Aufnahmen unterscheiden sich hier nicht nur produktionstechnisch, sondern auch vom Songwriting und dem Gesangsstil her und haben beide ihre ganz besonderen Reize.

Kommen wir demzufolge erst zum ersten und neueren Part, der von der ersten Note an unmissverständlich klar macht, was einen hier erwartet: Feinster Midtempo Old School Death Metal der europäischen Sorte!
Man verneigt sich nämlich hier ganz offensichtlich vor finnischen Helden ala alten Demigod oder alten Adramelech, gibt eine Prise der Brutalität von Convulse hinzu und streut ein paar Bolt Thrower-Leads ein um diese mit typischen Gorement-Melodien abzurunden. Heraus kommt eine ganz spezielle Mischung, die mir wirklich vorzüglich mundet und jedem Freund der genannten Bands runtergehen sollte wie Öl, zumal man so etwas heutzutage nur noch ganz selten hört!
Ganz besonders hervorzuheben sind einfach die megastarken Leads, die sich sofort ins Gehör fräsen und auch produktionstechnisch schön in den Vordergrund gestellt wurden. Hier handelt es sich um wirklich effektive Melodien, die durch ihre Eingängigkeit und Simplizität wirklich zu begeistern wissen :) Bestes Beispiel hierfür ist der mächtige Opener und der epische Rausschmeißer „Smell of Death“. Zwei echte Parade-Beispiele wie finnischer Death Metal zu klingen hat! Wer braucht da noch die Stockholmer Schule?
Die Produktion ist übrigens auch old-school as fuck und klingt herrlich analog und dreckig warm.

Im zweiten Part wird es dann (nicht nur produktionstechnisch...) ein ganzes Stück roher und minimalistischer und man merkt, dass hier noch ein etwas anderes Lineup am Werk war und man noch einen dezent anderen Stil spielte. Hier stehen die Melodien nicht so sehr im Vordergrund wie bei den anderen Songs und stumpfes und eingängiges Walz-Riffing ala Bolt Thrower oder Grave steht an der Tagesordnung! Zwar gibt es auch noch eingängige Leads und Melodien, diese stehen aber nicht mehr so im Vordergrund wie bei den Aufnahmen von 2009. Das steht den Jungs aber genauso gut zu Gesicht und zeigt einmal mehr, was man alles mit nur wenigen Riffs und Groove so anstellen kann! Auch die Vocals sind hier gänzlich anders und erinnern mich vielmehr an die schön hallig-gurgligen Vocals von Mats Berggren von Moondark bzw. Fulmination.
Generell kam mir bei den drei Songs der 2002er Aufnahmen (die Vocals sind übrigens erst 2004 aufgenommen worden) das grandiose Moondark-Demo öfters in den Sinn, da auch hier so herzhaft düster und roh mit einer äußerst sympathischen Naivität geholzt wurde. Wer es simpel aber effektiv mag, wird demzufolge auch hier nicht enttäuscht werden.
Dennoch gebe ich den vier neueren Songs den Vorzug, da sie einfach ausgereifter und eigenständiger klingen.

Wenn mich meine Recherche übrigens nicht täuscht, handelt es sich bei „Tormenticon“ um ein Sideproject der Black Metal-Jungs „Musta Surma“ die sich wohl im finnischen Black Metal schon einen Namen erspielt haben und nicht gänzlich unbekannt sein dürften. Mir als Black Metal-Verweigerer war die Band nicht bekannt und auch was Youtube hier ausspuckte, sagte mir nicht so wirklich zu. Death Metal steht dem Quartett auf jeden Fall besser zu Gesicht und wenn man ihn dann trotz aller Simplizität und Stumpfness (auch lyrisch geht man übrigens äußerst stumpf zu Werke!) dennoch so abwechslungsreich, eingängig und interessant gestaltet, kann man nur hoffen, dass sich hier in naher Zukunft nochmal etwas tut!
Wirklich schade, dass hier schon nach 31 Minuten wieder Schluss ist :(
Die Jungs beweisen auf jeden Fall nach Stench of Decay, Ascended und den mächtigen Krypts einmal mehr, dass einfach der eingängiste und massivste Death Metal aus finnischen Landen kommt! Ein musthave für Freunde finnischer Klänge und minimalistischer Töne!
Erwerben könnt ihr das Teil z.B. für kleines Geld über die finnischen Mailorder http://www.recordshopx.com oder http://www.kvlt.fi.
Sollte man in seiner Sammlung haben!






Dienstag, 19. November 2013

Diabolical Imperium – The sacred lie

Label: Obscure Domain Productions

Cover-Art:


1. Intro (instrumental)
2. Fiction of Religion
3. Infernum Dominor
4. The Sacred Lie
5. Eternal Atmosphere
6. Rites of Blood
7. Seal of Blasphemy
8. Reconquering the Throne of Triumph
9. Gateway of Revelation


Normalerweise bespreche ich hier keine Bands zu denen ich freundschaftliche Beziehungen pflege oder wo ich in irgendeiner Weise mit den Hintergrundpersonen zu tun habe. Dieses Mal muss ich aber eine Ausnahme machen, da das Trio aus dem Bergischen ein derart fettes Brett rausgehauen hat, dass es mich bei jedem erneuten Durchlauf in der Hose juckt! Diese Scheibe hat sich schon nach wenigen Durchläufen einen besonderen Platz in meinem Herzen erspielt, ist schon jetzt mein persönliches Jahreshight und gehört meiner Meinung nach in jedes gut sortierte Death Metal-Regal!
Die beiden lebenden Death Metal-Lexika von Obscure Domain Productions haben hier nämlich einmal mehr echten Geschmack bewiesen und nach Obscure Infinity ein weiteres Mal einer außergewöhnlichen, deutschen Underground-Death Metal-Band zu mehr Bekanntheit verholfen (und ich bin mir sicher, dass dies das Sprungbrett für noch Größeres ist!).
Zwar sind die drei Westfalen kein unbeschriebenes Blatt und Diabolical Imperium existieren bereits seit 1997 und können auf diverse Demos und ein weiteres Album zurückblicken. Allerdings war hier das Lineup abgesehen vom Front-Deibel Simone ein gänzlich anderes und auch die Musik war ehrlich gesagt wesentlich belangloser, was nicht nur den drucklosen Produktionen, sondern auch dem nicht ganz so zwingenden Songwriting geschuldet war. Zudem hatte man hier noch nicht wirklich zu sich gefunden und pendelte stets zwischen Thrash -und Death Metal hin und her und war weder Fisch noch Fleisch.
Doch reden wir nich länger von der Vergangenheit, sondern über das gegenwärtige Album „the sacred lie“ das euch die Falten aus dem Sack zieht!
Die Gummersbacher treffen genau meinen Geschmack und man darf sich das Ganze ungefähr wie eine Mischung aus Brutality, Immolation, Morbid Angel, Deicide und Monstrosity vorstellen und hat dennoch nur eine ungefähre Beschreibung des vielfältigen Sounds der drei Jungs. Denn auch wenn man extrem amerikanisch tönt, scheinen immer wieder auch andere Einflüsse durch, die den Sound der Jungs extrem eigenständig und vor allem auch abwechslungsreich halten. Seien es nun dezente Melodien, Soli und Grooves mit leicht skandinavischen Touch, holländische Brutalität ala alter Sinister oder britische Walzparts der Briminghamer Schule: Hier bleibt kein Stein auf dem anderen und als Fan des schnörkellosen Death Metals der alten Schule kriegt man das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht!
Für diese Glückseligkeit sorgen aber nicht nur das coole Riffing, das treibende und schön variable Schlagzeugspiel oder der schön transparent brummende Bass, sondern vor allem auch die herrlich druckvollen Vocals, die sich Gitarrist Simone und Bassist Thorben teilen und dem Ganzen einen herrlich dämonischen Flair einhauchen!
Dem Album wird auch noch ordentlich klassische Atmosphäre eingehaucht, indem man immer wieder kurze Akkustik-Interludi einstreut, die eingängisten Songs mit dem höchsten Wiedererkennungswert („Seal of Blasphemy“ und „Reconquering the throne of triumph“!!!!!!) ans Ende setzt und die Platte mit einem herrlich melancholischen Instrumental beendet.
Genauso geht alte Schule! Wer braucht da noch öden Esoterik-Okkult-Death Metal, hochgezüchteten Tech-Death, den x-ten Entombed/Incantation/Autopsy-Klon oder Slam-Langeweile? That's the real deal! Ein absolutes Jahreshighlight und das Beste was der NRW Underground derzeit zu bieten hat!
Auch die Produktion aus den „Underworld Studios“ aus Solingen lässt keine Wünsche offen und präsentiert einen warmen, druckvollen und gleichzeitig transparenten Sound, der so auch aus den Morrisound-Studio der 90er Jahre stammen könnte!
Leider gibt es aber auch zwei Kritikpunkte. Zum einen wäre hier das lieblos wirkende, kitschige und leider billig aussehende Digital-Cover zu nennen (sorry Marc!). Zwar weiß ich, dass das Teil unter enormen Zeitdruck quasi als Notlösung entstanden ist, aber leider wird es der absolut hochqualitativen Musik in keinster Weise gerecht. Hier hätte es eher ein simples schwarz-weiß-Motiv oder eine düstere Architektur-Fotografie wie bei Obscure Infinity gebraucht. Aber egal, schließlich ist die Musik ja entscheidend und über Geschmäcker lässt sich ja auch streiten!
Viel schlimmer ist da die kurze Spielzeit von 36 Minuten, wo auch noch über 3 Minuten für Intros und Outros abgezogen werden müssen :( Da hätte ich mir wirklich mehr gewünscht. Aber lieber eine kurze, knackige Platte ohne Filler, als ein monströses Werk voller Langweiler!
Auf jeden Fall sollte sich jeder Freund von abwechslungsreichem Death Metal direkt an die Band (https://www.facebook.com/DiabolicalImperium) oder ans Label (http://www.obscuredomain.com/) wenden, hier bekommt ihr keine Stangenware, sondern eigenständigen Qualitäts-DM der auch bestimmt noch in einigen Jahren oft in meinem CD-Schacht rotieren wird und sich positiv vom restlichen Death Metal aus deutschen Landen absetzt!






Freitag, 18. Oktober 2013

L6B6T6MY – Legions of Beelzebub

Label: Tahuantinsuyo Records

Cover-Art:


1. Intro: Rebellion In the Ocean
2. War: Attack to the Sky
3. Gods of the Well
4. Legions of Beelzebub
5. Culebra: Work Malicious
6. The Vengeance
7. Invocation
8. Torture - Blood - Death
9. Murderius Side: Demonic Side
10. Destroyers of the False Hope
11. Yog-Sothoth (The Door Toward the Storm)


Etwas satanisch-blasphemischen Death Metal amerikanischer Spielart gefällig?
Dann solltet Ihr Euch unbedingt mal mit L6b6t6my aus Argentinien auseinandersetzen, die im Jahre 2004 ein amtliches Debüt unter das Volk geschmissen haben, das es echt in sich hat!
Nehmt eine ordentliche Portion alter Deicide, gebt gaaaaanz viel Defaced Creation bzw. Aeon hinzu und durchmengt das Ganze mit Infestdead und ihr habt in etwa eine Ahnung, was Euch hier erwartet: Infernalisches Getöse der ganz besonders heftigen Art!
Rasende Blastbeats, brutal-heftige Growls, messerscharfe Riffs und gedoppelte Keif-Vocals wechseln sich hier mit fetten Midtempo-Stampf-Parts und dezenten Melodien ab, dass es eine pure Freude ist und man mit gereckter Faust vor der Stereoanlage sitzt!
Hier ist jeder Schuss ein Treffer und es wird einem keine Verschnaufpause gegönnt! Das lyrisch-satanische Konzept wurde hier perfekt vertont, da dem Ganzen eine derart dämonische Atmosphäre inne wohnt, wie es sonst nur die Großen hinbekommen!
Die Band ist übrigens aus der alten Kapelle „Lobotomy“ entstanden, die in den späten 90ern zwei Alben veröffentlicht hat und noch eher modern nach alten Fear Factory klangen (zumindest wenn man den Youtube-Songs Glauben schenken darf).
Im Jahre 2000 benannte man sich dann in L6b6t6my um, um fortan mit schön stumpfen Lyrics in herrlich naiven Englisch dem Satan zu huldigen :D
Musikalisch geht es aber gar nicht mal so stumpf zu und es gibt einiges an technischer Virtuosität zu entdecken und auch Ohrwurm-Melodien sind immer wieder zu finden. Zusammen mit zwingenden Groove-Riffs und Holzhammer-Passagen entsteht so ein herrlich brutaler und massiver Cocktail, der jedem Freund amerikanischer Death Metal-Klänge die Freudentränen in die Augen treiben sollte! Die Gitarren sägen fett und differenziert, der Gesang ist schön tief, kraftvoll, brutal und dennoch verständlich und auch der Bass brummt schön hörbar vor sich hin.
Einziger Wermutstropfen ist da jedoch das sehr klinische Drumming, welches leider auch noch sehr in den Vordergrund gemischt wurde :( Die Snare und Bass-Drum sind einfach viel zu sehr getriggert und jegliche Dynamik und Wärme wurden hier wegeditiert :( Das kann man wirklich besser machen! Dieses einzige Manko kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man es hier mit einem echten Kracher zu tun hat! Ich für meinen Teil kann das verschmerzen, so dass ich hier nur geringfügige Punktabzüge gebe. Das ist übrigens auch eine große Parallele zum Debüt von Aeon, das auch fast zeitgleich erschien und einen ähnlichen Drumsound und vor allem auch Grundsound hat. Wer also „Bleeding the false“ mochte, wird dieses Album lieben!
Auf jeden Fall wirklich sehr schade, dass schon nach 39 Minuten wieder Schluss ist und man nach diesem Debüt nichts mehr veröffentlichte, da Sänger/Gitarrist Pablo Braga 2006 bei einem Autounfall ums Leben kam (R.I.P.!) und mit ihm auch leider die Band begraben wurde.
Die Scheibe bekommt ihr übrigens für einen guten Kurs z.B. bei http://selfmadegod.com oder http://deathgasm.net. Hier heißt es schnell zugreifen, da das Teil wohl auf 1000 Stück limitiert ist!








Montag, 16. September 2013

Desolate – Sanity Obliterated

Label: Pathos Productions

Cover-Art:


1. Intro/Macabre
2. Grotesquely Chainsawn Remains
3. The Freezing Dead
4. Endless Infection
5. Godly Enslavement
6. Rotting Christ
7. Blaspheme the Sacristy
8. Deface and Obliterate
9. Blessings End
10. Graceful Denouncement


Heute steht ein amerikanisches Schmankerl auf dem Speiseplan, das extrem heftig daherkommt und eine Compilation von drei längst vergessenen Demos darstellt. Die Rede ist von Desolate aus Massachusetts, die im Jahre 1993 ein 4-Track-Demo mit dem Namen „Deface and obliterate“ und im Jahre 1994 ein 4-Track-Demo mit dem Namen „The Scourge of Sanity“ veröffentlicht haben. Diese beiden Demos wurden komplett remastert und noch um zwei bisher unveröffentlichte Songs aus dem Jahre 1995 ergänzt, die es auch in sich haben. So wird einem hier eine knappe Stunde lang ordentlich das Gehör freigeblasen und das Songmaterial klingt derart homogen und in sich schlüssig, dass das Teil auch als ein Album durchgehen könnte.
Dem Fan der brutalen Klänge wird hier erfreulich viel Abwechslung geboten und von brutalen Blastbeats über groovige Moshparts, hinzu Doom-Parts und dezenten Melodien wird das gesamte Spektrum abgedeckt. Das Ganze tönt dabei typisch amerikanisch, wobei man die Jungs weder dem Florida-Death Metal noch dem typischen New York-DM zuordnen könnte und es fällt mir wirklich schwer hier Referenz-Bands als Vergleich hinzuzuziehen. Es gibt auch hier und da Akustik-Parts und Soli und man schaut auch öfters mal in Richtung Europa was sich in typisch skandinavischen Midtempo-Melodien wiederspiegelt, die einen gehörigen Schub Düsternis in den Sound der vier Amis bringen (auch typische Keyboard-Interludi dürfen hier nicht fehlen). Abgerundet wird dieser brutale Reigen noch durch einen enorm facettenreichen, heftigen Gesang, den sich die beiden Gitarristen teilen und der von ultratiefen Growls über Grindcore-Gekeife hinzu hysterischen Black Metal-Kreischern reicht.
Das Quartett hat auf jeden Fall definitiv seinen eigenen Stil gefunden und neben den bösen Vocals und dem coolen Riffing sind besonders die derben Blastbeats hervorzuheben, die krasser und heftiger kaum sein könnten. Besonders in den beiden unveröffentlichten Songs von 1995 ist dies hervorzuheben, da hier der Sound noch eine Spur sauberer ist und das Songwriting noch ausgereifter klingt.
Die Produktion aller drei Demos klingt dennoch für Demomaterial erfrischend sauber (was bei Youtube leider nur bei dem 1995er Demo zu hören ist, da die anderen Songs Kassetten-Rips sind und nicht von der remasterten Variante stammen, die um ein Vielfaches sauberer klingt!) und jedes Instrument ist druckvoll zu hören. Lediglich bei den Blastbeat-Orgien der ersten beiden Demos gehen die Gitarren ab und an im recht basslastigen Sound schon mal unter, was aber nicht so stark ins Gewicht fällt.
Während in den ersten beiden Demos noch ausschließlich dem heftigen Death Metal gefröhnt wird, schielt man bei den letzten beiden Songs auch ganz deutlich in Richtung skandinavischer Black Metal, was sich durch die fast durchgehenden Blastbeats und den schön halligen Keif-Gesang wiederspiegelt. Es gibt aber zwischendurch immer mal wieder doomige Verschnaufpausen, heftige Growls und das Gitarren-Tuning ist auch weit weg vom norwegischen Hochtonmassaker der Frühneunziger Black Metal-Bands. Auf jeden Fall tönen diese beiden Songs erfrischend anders und runden diese grandiose Compilation herrlich ab!
Nach diesem Ausflug in Richtung Black Metal pausierte man (ohne je ein Album veröffentlicht zu haben) und man suchte sein neues musikalisches Glück mit der Stoner/Doom-Band „Warhorse“.
Angeblich haben die Jungs aber wieder zusammengefunden und musizieren auch wieder, ich hoffe, dass da nochmal was kommt, denn die vier Amis hatten es wirklich drauf und unterschieden sich vom Songwriting ganz deutlich von anderen amerikanischen Vertretern der Zunft!
Die Compilation (übrigens leider im recht lieblosen Digipak ohne Booklet) gibt es für günstige Kurse entweder direkt über Pathos Productions, Amazon oder Discogs. Sollte man als Fan brutaler und abwechslungsreicher Töne auf jeden Fall mal anchecken!


The Scourge of Sanity-Demo (leider nur die Kassetten-Version):



Deface and obliterate-Demo (leider nur die Kassetten-Version):


Promo von 1995: