Freitag, 1. März 2019

Manticore – Integrating The Extreme

Label: Warhead Records, 1996

1. Inertia Ambition Distortion
2. Force Fed
3. Of No Consequence
4. Consumed
5. Judicial Vomit
6. Explicit Hate
7. Mask
8. Raining Blood (Slayer cover, hidden track)

Die Australier MANTICORE (nicht zu verwechseln mit den US-Black Metallern aus Ohio!) waren in den Jahren 1992 bis 1999 aktiv und veröffentlichten nach zwei coolen Demos (vier Songs wurden fürs Debüt re-recordet) dieses Album über das australische Kult-Label "Warhead Records". Geboten wird feinste Hyperspeed-Aussie-Brutalität und zusammen mit Abramelin und Misery bildete das Quartett die Speerspitze der Downunder-Musik-Extremisten-Szene.
Stellt euch vor, Suffocation treffen auf Massacre, Napalm Death und Terrorizer und ihr habt eine ungefähre Vorstellung davon, wie heftig dieser Happen tönt. Auch lyrisch geht es in eine ähnliche Richtung und anstatt Guts 'n Gore werden sozialkritische Sachverhalte thematisiert. Musikalisch geht es mit schonungsloser Härte rund und die Snare glüht, die Bass-Drum rattert ohne Unterlass und die Saiten schmelzen förmlich unter der Last infernalischer Riffs. Herrlich direkt und kompromisslos, eben der perfekt vertonte, musikalische Schlag in die Fresse! Und dennoch schaffen es gelegentliche Melodien in die akustische Zerstörungsorgie, die das Salz in der Suppe darstellen. Verschnaufpausen werden nur wenige geboten, aber wenn die Bremse kurz angetippt wird, kancken die Nackenwirbel unter der Last unbändiger Grooves. Wenn dann als abschließender Hidden-Track noch ein 'Raining Blood'-Cover losbollert, das klingt, als hätte man deren Album fälschlicherweise auf 45 rpm laufen, werden auch nochmal die letzten Reserven mobilisiert und man legt sich nach 37 Minuten nass geschwittzt nieder. Auf "Integrating The Extreme" folgte noch ein etwas experimentelleres Album namens "Head On It", das Groove-Metal- und Industrial-Elemente beinhaltete, aber nicht minder brutal ist und als noch rarer gilt, ehe sich die Band 1999 auflöste. Von 30€ bis 100€ ist bei den üblichen Börsen heutzutage mal wieder alles möglich und man erspäht diesen Hassbrocken nur sehr selten. Good Hunting!

Erhältlich bei: Ebay, Discogs und Co.



Dienstag, 22. November 2016

Summertime Daisies – The Clarity Of Impurity

Label: Lame Sound Production, 1996

1. ...and They Will Devour
2. Cold Muscular Reality
3. III Nails
4. Blanket of Sorrow
5. Ebola
6. Tired of Living
7. Wreck
8. outro
9. Speciest
10. Sucking Point


Dieses Mal gibt es keinen untergegangenen Klassiker, sondern kurzweilige, herzhaft rumpelige Death Metal-Unterhaltung aus Kanada, die mit dem wohl beknacktesten Bandnamen der Metal-Geschichte aufwartet. Trotzdem liegt dem Ganzen kein humoristisches Konzept zu Grunde, sondern viel mehr verarbeiten die Jungs aus Ontario Horror-Geschichten und sozialkritische Themen und metzeln eine knappe halbe Stunde mit ihrem rohen, eingängigen US-Death Metal (der übrigens nicht selten an Baphomet oder ganz alte Cannibal Corpse erinnert) alles nieder. Erfrischend stumpfes Riffing, charmant rumpeliges Drumming, brutale Growls (die gelgentlich Deicide-like gedoppelt werden) und kurze knackige Songs sorgen für stimmige Unterhaltung und zusammen mit einer herrlich ungeschliffenen und authentischen Produktion wird dieses einzige Album zu einem runden Produkt, bei dem jeder Brutalo-Old School-Death Metal-Fan mit den Ohren schlackern dürfte. Leider ist das Teil saurar und taucht nur selten bei Ebay auf. Hier kann man aber Glück haben und so konnten bereits Preisspannen von 10€ bis 110€ beobachtet werden. Spart euch aber lieber die Kohle und holt euch das Re-Release von The Crypt/Dark Symphonies, das dieses Jahr erschienen ist und wohl noch ein unveröffentlichtes, selbstbetiteltes Demo von 1994 enthält. Leider habe ich das Re-Release noch nicht persönlich gesehen, bin mir aber sicher, dass man hier wie immer gute Qualität erwarten darf. Das Original-Release hingegen ist etwas spärlich aufgemacht und es gibt lediglich ein Mini-Booklet mit Lyrics. Als Bonus gibt es dort (wie auch beim Re-Release) übrigens noch das „Gathering Of Vermin“-Demo von 1995, so dass man eigentlich nur von einem Mini-Album sprechen kann. Aufgrund seiner Kurzweiligkeit kann ich das Teil aber nur jedem Fan von brutalem Old School Death Metal wärmstens ans Herz legen.

Erhältlich bei: The Crypt, High Roller, Iron Bonehead, Ebay, Discogs und Co.


Montag, 19. September 2016

Naphobia – Of Hell

Label: Club Fear

1. To Lead Astray
2. Pain Infini
3. Of Hell
4. Feed the Liar
5. Fallen Cross
6. America A.D.
7. The Ungodly
8. Technical Fool
9. As Ancients Evolve



Bei diesem Album aus dem Jahre 1995 erscheint es merkwürdig, dass ihm keine großartige Beachtung beigemessen wurde, da hier einige wirklich prominente Metal-Musiker ihre Finger im Spiel hatten. Doch zunächst die Fakten: Nach zwei Demos (das zweite wurde übrigens von Original-Megadeth-Drummer Gar Samuelson produziert) frönten die obskuren Amis auf ihrem Debüt-Album nicht dem typischen Florida-Sound, sondern fabrizierten einzigartigen, chaotischen, schrägen Death Metal mit Thrash-Note (Nocturnus, Deceased, Ripping Corpse und Hellwitch lassen grüßen). Harsches Riffing, hektisch-abwechslungsreiche Vocals, gelegentliche Melodien und trockene Blastbeats von Session-Drummer Tony Laureano (u.a. Angelcorpse, Nile, Malevolent Creation) hauchten dem nicht leicht zu verdauenden Reigen Seele ein. Herrlich garstiges Gebretter mit Charme, das heute sicherlich mehr Fans finden dürfte, als noch vor 20 Jahren.
Größtes Manko ist leider die zu raue Produktion, die bei den letzten drei Songs vollkommen aus dem Ruder läuft. Hier wurde merkwürdigerweise ein anderes Studio genutzt und unerklärlicherweise kam ein Drumcomputer zum Einsatz, den niemand Geringeres als Gene Hoglan programmiert hat. Allein wegen dem großartigen Gast-Solo eines gewissen Chuck Schuldiners im letzten Song lässt sich das aber verdauen und diese abgedrehte Scheibe ist somit ein Musthave für Death Metal-Komplettisten. So kurios das Ganze tönt, so rar ist das Teil auch und trotz neulich auftauchender Deadstocks sind Preise von 40-100€ möglich. Geduld dürfte sich aber bewähren, da VIC Records ein Re-Release angekündigt haben. Die Band ist angeblich auch wieder im klassischen „Of Hell“-Lineup aktiv und man darf gespannt sein, ob da noch einmal was kommt.

Erhältlich bei: Ebay, Discogs und Co.


 

 


Dienstag, 26. Juli 2016

Demented Ted – Promises Impure

Label: Pavement Music (Re-Release durch Repulsive Echo Records)
1. Existence Lies Beneath
2. Despair
3. Psychopathology
4. Incisions
5. Liquid Remains
6. Geneticide
7. Between Two Eternities
8. Forgotten

Upps, satte vier Monate habe ich den Blog vernachlässigt :( Doch der stressige Frühling ist vorüber und ich gelobe Besserung. Dafür gibt es dann heute auch ein ganz exklusives Review zu einer Band mit einem leicht dämlichen Namen.
DEMENTED TED waren eine dieser Bands, die sich Zeit ließen. Bereits im Jahre 1986 als Thrash Metal-Band gegründet, dauerte es ganze sieben Jahre, bis das erste und auch leider einzige Album namens „Promises Impure“ auf die Menschheit losgelassen wurde. In diesen sieben Jahren entwickelte man sich aber stetig weiter und erst mit dem legendären vierten Demo „Despair“ aus dem Jahre 1992 (produziert von Scott Burns!) fand man zum garstigen Straight-Forward Death Metal, den „Promises Impure“ prägen sollte. Man hätte allerdings bei Scott Burns bleiben sollen, denn die Produktion ist neben dem Cover (was zur Hölle ist das eigentlich?) leider der größte Kritikpunkt des Albums, denn Mark Pinske hat es genauso wie kurz danach bei der „Stillborn“ von Malevolent Creation leider ziemlich verschissen. Die Produktion klingt dünn und ohne Biss und das Schlagzeug übersteuert gar hier und da! Das tut der großartigen Musik hingegen keinen Abbruch, denn man merkt dass DEMENTED TED vorbereitet ins Studio gegangen sind und es drauf haben! Apropos Malevolent Creation: Das Teil klingt von vorne bis hinten wie eine Mischung aus „The Ten Commandments“ und „Stillborn“ zu der man noch eine gehörige Menge „Spiritual Healing“ beigemischt hat! Sprich: Es gibt herrlichen Ami-Death Metal mit Biss, Thrash und technischer Finesse! Im Gegensatz zu Silent Death (ihr erinnert euch? Die Band bei der Brett Hoffman eine EP eingesungen hat) hat die Musik aber eine gänzlich eigene Seele und klingt nicht wie ein komplettes MC-Rip-off. Fette Grooves wechseln sich mit brutalem Geballer und stellenweise wirklich tollen Melodien und Soli ab. Drummer Mike begeistert mit seinem treibenden Groove und Bassist Mark brummt gar Alex Webster-mäßig rum, während Sänger/Gitarrist Ron auf Brett Hoffmans Pfaden wandelt und sich mit Rhythmus-Gitarristen Ken wie einst James Murphy und Chuck Schuldiner ein paar feine Duelle liefert. Letzteres klingt besonders in „Between Two Eternities“ durch, der sich extrem Death-beeinflusst gibt und von seinen tollen Melodien und Soli lebt. Damit gewinnt man natürlich keinen Innovationspreis, aber wer auf coolen Florida-Death Metal steht, muss das Teil einfach haben und man kann hier von einer echt vergessenen Perle sprechen!
Aber bitte spart euch die Kohle und gebt keine 50€ für die längst vergriffene Pavement-Original-Version aus, sondern holt euch das schicke Digipak-Re-Release, das dieses Jahr via Repulsive Echo erschienen ist! Hier bekommt ihr das Original-Master mit dezent aufgepeppten Cover. Leider ohne große Line-Notes und Demo-Bonus-Tracks, aber hier hoffe ich einfach mal auf eine hoffentlich bald erscheinende Demo-Compilation (Kostas, go for it! ^^).






Mittwoch, 16. März 2016

Tyrant Trooper – Insane Sickness

Label: Eigenproduktion (vertrieben durch Pathos Productions)

1. Bonded Through Hate
2. Unholy Incision
3. Mindless Exile
4. Soon Exhumed
5. Morbid Sacrifice
6. Necrolatry
7. Infirmity
8. Chopping Block

TYRANT TROOPER waren irgendwie immer etwas zu spät. 1987 gründete man sich als Thrash Metal-Band, als die Thrash-Welle im Abklingen war, so dass kaum jemand Notiz von dem Quintett nahm. Zu Beginn der 90 orientierte man sich um und huldigte dem brutalen Death Metal. Als schließlich 1995 endlich dieses feine Debüt-Album herauskam, war auch der Death Metal im Begriff zu sterben und wieder schauten die Amis in die Röhre. Dabei haben wir es hier mit einem wirklich verkannten Klassiker zu tun, was spätestens nach dem Dissection-mäßigen Akustik-Intro, welches vom „Fire walk with me“-Gedicht aus Twin Peaks untermalt wird, klar sein sollte. Die fünf Jungs aus Connecticut holzen auf ihrem einzigen Album nämlich derart unbarmherzig drauflos, dass kein Stein auf dem anderen bleibt und man förmlich an die Wand geblasen wird. Arschtightes Riffing, gepaart mit kraftvollem, rhythmischen Drumming (hier scheinen die Thrash-Wurzeln am ehesten durch!) und den kraftvollen Growls sind ein Garant für einen brutalen Höllenritt. Eingebettet in eine rohe Produktion ist hier wirklich jeder Schuss ein Treffer und die 49 Minuten vergehen wie im Fluge, zumal sich das Songwriting angenehm abwechslungsreich gestaltet. Dies spiegelt sich nicht nur in vielseitigen und brutalen Vocals (mit wirklich sicken Lyrics!), sondern auch interessanten Tempi-Wechseln und großartigen Heavy Metal-Soli wieder. Der Legende nach hatten die Jungs übrigens in den 90ern regelmäßig mit Auftrittsverboten zu kämpfen, da die Fans immer derart ausflippten, dass blutige Nasen keine Seltenheit waren! Bei dem Riff-Massaker kein Wunder! Freunde von Gutted, Baphomet, Morta Skuld oder aber auch Brutality sollten hier auf jeden Fall voll auf ihre Kosten kommen. Das stimmige Cover aus der Feder von Frank Forté (bekannter US-Comic-Zeichner) fängt die Power des Albums gut ein und rundet das Ganze perfekt ab. Ein absolutes Muss für jeden US-Death Metal-Fan!
Leider ist diese Eigenproduktion, welche auf 1000 CDs limitiert war, extrem rar und erzielt gerne Preise jenseits der 200€. Ein Re-Release schließen die Jungs aber nicht kategorisch aus und deswegen bin ich mir sicher, dass sich hier Geduld bewähren dürfte. Die Jungs reformierten sich übrigens 2014 für einen Farewell-Gig für den verstorbenen Gitarristen Ron Kuczuk und vielleicht hat man ja tatsächlich wieder Blut geleckt, was wirklich wünschenswert wäre.