Dienstag, 26. Juli 2016

Demented Ted – Promises Impure

Label: Pavement Music (Re-Release durch Repulsive Echo Records)
1. Existence Lies Beneath
2. Despair
3. Psychopathology
4. Incisions
5. Liquid Remains
6. Geneticide
7. Between Two Eternities
8. Forgotten

Upps, satte vier Monate habe ich den Blog vernachlässigt :( Doch der stressige Frühling ist vorüber und ich gelobe Besserung. Dafür gibt es dann heute auch ein ganz exklusives Review zu einer Band mit einem leicht dämlichen Namen.
DEMENTED TED waren eine dieser Bands, die sich Zeit ließen. Bereits im Jahre 1986 als Thrash Metal-Band gegründet, dauerte es ganze sieben Jahre, bis das erste und auch leider einzige Album namens „Promises Impure“ auf die Menschheit losgelassen wurde. In diesen sieben Jahren entwickelte man sich aber stetig weiter und erst mit dem legendären vierten Demo „Despair“ aus dem Jahre 1992 (produziert von Scott Burns!) fand man zum garstigen Straight-Forward Death Metal, den „Promises Impure“ prägen sollte. Man hätte allerdings bei Scott Burns bleiben sollen, denn die Produktion ist neben dem Cover (was zur Hölle ist das eigentlich?) leider der größte Kritikpunkt des Albums, denn Mark Pinske hat es genauso wie kurz danach bei der „Stillborn“ von Malevolent Creation leider ziemlich verschissen. Die Produktion klingt dünn und ohne Biss und das Schlagzeug übersteuert gar hier und da! Das tut der großartigen Musik hingegen keinen Abbruch, denn man merkt dass DEMENTED TED vorbereitet ins Studio gegangen sind und es drauf haben! Apropos Malevolent Creation: Das Teil klingt von vorne bis hinten wie eine Mischung aus „The Ten Commandments“ und „Stillborn“ zu der man noch eine gehörige Menge „Spiritual Healing“ beigemischt hat! Sprich: Es gibt herrlichen Ami-Death Metal mit Biss, Thrash und technischer Finesse! Im Gegensatz zu Silent Death (ihr erinnert euch? Die Band bei der Brett Hoffman eine EP eingesungen hat) hat die Musik aber eine gänzlich eigene Seele und klingt nicht wie ein komplettes MC-Rip-off. Fette Grooves wechseln sich mit brutalem Geballer und stellenweise wirklich tollen Melodien und Soli ab. Drummer Mike begeistert mit seinem treibenden Groove und Bassist Mark brummt gar Alex Webster-mäßig rum, während Sänger/Gitarrist Ron auf Brett Hoffmans Pfaden wandelt und sich mit Rhythmus-Gitarristen Ken wie einst James Murphy und Chuck Schuldiner ein paar feine Duelle liefert. Letzteres klingt besonders in „Between Two Eternities“ durch, der sich extrem Death-beeinflusst gibt und von seinen tollen Melodien und Soli lebt. Damit gewinnt man natürlich keinen Innovationspreis, aber wer auf coolen Florida-Death Metal steht, muss das Teil einfach haben und man kann hier von einer echt vergessenen Perle sprechen!
Aber bitte spart euch die Kohle und gebt keine 50€ für die längst vergriffene Pavement-Original-Version aus, sondern holt euch das schicke Digipak-Re-Release, das dieses Jahr via Repulsive Echo erschienen ist! Hier bekommt ihr das Original-Master mit dezent aufgepeppten Cover. Leider ohne große Line-Notes und Demo-Bonus-Tracks, aber hier hoffe ich einfach mal auf eine hoffentlich bald erscheinende Demo-Compilation (Kostas, go for it! ^^).






Mittwoch, 16. März 2016

Tyrant Trooper – Insane Sickness

Label: Eigenproduktion (vertrieben durch Pathos Productions)

1. Bonded Through Hate
2. Unholy Incision
3. Mindless Exile
4. Soon Exhumed
5. Morbid Sacrifice
6. Necrolatry
7. Infirmity
8. Chopping Block

TYRANT TROOPER waren irgendwie immer etwas zu spät. 1987 gründete man sich als Thrash Metal-Band, als die Thrash-Welle im Abklingen war, so dass kaum jemand Notiz von dem Quintett nahm. Zu Beginn der 90 orientierte man sich um und huldigte dem brutalen Death Metal. Als schließlich 1995 endlich dieses feine Debüt-Album herauskam, war auch der Death Metal im Begriff zu sterben und wieder schauten die Amis in die Röhre. Dabei haben wir es hier mit einem wirklich verkannten Klassiker zu tun, was spätestens nach dem Dissection-mäßigen Akustik-Intro, welches vom „Fire walk with me“-Gedicht aus Twin Peaks untermalt wird, klar sein sollte. Die fünf Jungs aus Connecticut holzen auf ihrem einzigen Album nämlich derart unbarmherzig drauflos, dass kein Stein auf dem anderen bleibt und man förmlich an die Wand geblasen wird. Arschtightes Riffing, gepaart mit kraftvollem, rhythmischen Drumming (hier scheinen die Thrash-Wurzeln am ehesten durch!) und den kraftvollen Growls sind ein Garant für einen brutalen Höllenritt. Eingebettet in eine rohe Produktion ist hier wirklich jeder Schuss ein Treffer und die 49 Minuten vergehen wie im Fluge, zumal sich das Songwriting angenehm abwechslungsreich gestaltet. Dies spiegelt sich nicht nur in vielseitigen und brutalen Vocals (mit wirklich sicken Lyrics!), sondern auch interessanten Tempi-Wechseln und großartigen Heavy Metal-Soli wieder. Der Legende nach hatten die Jungs übrigens in den 90ern regelmäßig mit Auftrittsverboten zu kämpfen, da die Fans immer derart ausflippten, dass blutige Nasen keine Seltenheit waren! Bei dem Riff-Massaker kein Wunder! Freunde von Gutted, Baphomet, Morta Skuld oder aber auch Brutality sollten hier auf jeden Fall voll auf ihre Kosten kommen. Das stimmige Cover aus der Feder von Frank Forté (bekannter US-Comic-Zeichner) fängt die Power des Albums gut ein und rundet das Ganze perfekt ab. Ein absolutes Muss für jeden US-Death Metal-Fan!
Leider ist diese Eigenproduktion, welche auf 1000 CDs limitiert war, extrem rar und erzielt gerne Preise jenseits der 200€. Ein Re-Release schließen die Jungs aber nicht kategorisch aus und deswegen bin ich mir sicher, dass sich hier Geduld bewähren dürfte. Die Jungs reformierten sich übrigens 2014 für einen Farewell-Gig für den verstorbenen Gitarristen Ron Kuczuk und vielleicht hat man ja tatsächlich wieder Blut geleckt, was wirklich wünschenswert wäre.

 

 




Dienstag, 23. Februar 2016

Ghost – The Lost Of Mercy

Label: Loud Out Records (Re-Release durch Thrashing Madness Productions), 1994
1. Alien
2. Cross of Stone
3. Extreme Reality
4. Flag of Shadow Master
5. Morbid Game
6. King of Darkness
7. Anthem of Vengeance
8. The Day After
9. Fight for Your World
10. Bestial Rites

Cover-Art:



Eins vorab: Nein, es geht hier nicht um die schwedische Faschings-Rock-Band, sondern die legendären Polen GHOST, die sich 1988 als Death/Thrash Metal-Band gegründet haben und im Laufe ihrer Karriere immer brutaler wurden, was schließlich nach vier Demos in diesem einzigen Album gipfelte, das in der Original-Version auch schon mal für 500€ gehandelt wird. Ihr bekommt hier brutalen US-Death Metal mit ultratiefen Vocals, die mich an Killing Addiction, Rottrevore oder Infester erinnern, während die messerscharfen Riffs auch aus der Feder von James Murphy stammen könnten und somit nach Disincarnate oder Obituary anno 1990 tönen. Auch wenn die Thrash-Wurzeln der fünf Jungs aus Danzig immer mal wieder durchschimmern, tut dies der Brutalität keinen Abbruch und man darf sich über ein einzigartiges Death Metal-Meisterwerk freuen, das nur so vor Abwechslungsreichtum sprüht und sich angenehm von anderen polnischen Releases der 90er (die ja meist Morbid Angel nacheiferten) abhebt. Das Ganze ist übrigens eingebettet in eine angenehme Breitwand-Produktion (in der 2014er Version remastert!) und wie auch schon bei den zuvor besprochenen Khromadeath ist es wirklich verwunderlich, dass hier nicht größere Labels zugeschlagen haben.
Ich kann auf jeden Fall nur jedem Death Metal-Maniac das liebevoll gestaltete 2014er Re-Release empfehlen, das tonnenweise Linernotes und Interviews enthält, das bislang unveröffentlichte, nicht minder tolle „Renown“-Promo-Demo von 1998 zum Bonus hat und zusätzlich auch noch um ein paar Live-Tracks aufgestockt wurde. Absoluter Kauftipp! Eine Vinyl-Variante soll übrigens eines Tages noch über „The Crypt“ erscheinen...

Erhältlich bei: http://www.oldschool-metal-maniac.com, Ebay, Discogs und Co.


 

Montag, 8. Februar 2016

Deafness - Oppressing The Silence

Cover-Art:

Label: Eigenproduktion, 1996

1. Sciomancy
2. Demonic Perversity
3. Stories of Pain
4. Divine Suffering
5. Inferno
6. Dawning Chill of Winter
7. Man's His Own God
8. Outro

Kanada war seit jeher ein Garant für extreme Musik und so verhielt es sich bereits 1996, als das Quintett aus Montreal dieses einzige Lebenszeichen selbst veröffentlichte. Geboten bekommen wir extrem brutalen, ultratight auf den Punkt gespielten Death Metal, bei dem die herrliche Töcker-Snare von der ersten Sekunde an alles in Grund und Boden blastet. Zusammen mit anderen Quebec-Undergound-Brutalo-Death Metal-Bands wie z.B. Obscene Crisis oder Necromortis dürfte das hier das Härteste sein, was damals möglich war und selbst alte Cryptopsy oder Kataklysm können da imho nicht gegen anstinken.
Stellt euch vor, man mischt Gorgasm mit alten Deeds Of Flesh und Cannibal Corpse zu „Tomb of the Mutilated“-Zeiten und ihr wisst was euch hier erwartet. Hier bleibt kein Stein auf dem anderen und jeder Schuss ist ein Treffer, so dass jeder der es brutal und heftig mag, zufrieden sein sollte. Das Schöne ist, dass man zu keiner Sekunde in grindige Gefilde abdriftet, die Musik Struktur mit Wiedererkennungswert bietet und auch technisch seiner Zeit weit voraus war. Ich habe wirklich selten derart messerscharfe Riffs gehört! Die Jungs haben einfach ein echtes Händchen für packende Grooves und ich bin mir sicher, dass es da in den Moshpits nicht unblutig zugegangen sein muss. Der starke Gesang ist übrigens ultratief und erinnert nicht selten an den jungen Chris Barnes. Auch die Produktion kommt herrlich ausgewogen und trocken-brutal daher, so dass es abgesehen vom etwas lieblosen Cover hier nichts zu meckern gibt. 29 Minuten perfekt vertonte Brutalität, die nichts für Weicheier ist!
Leider ultrarar und nur selten bei den einschlägigen Plattformen zu finden. Hier ist von 20€-70€ mal wieder alles möglich und wundert euch dann nicht über das gewellte Booklet, das ist aufgrund eines Produktionsfehlers überall so.

  Erhältlich bei: Ebay, Discogs und Co.


Dienstag, 1. Dezember 2015

Decomposed – Hope Finally Died...

Label: Candlelight RecordsCover-Art:

1. Inscriptions
2. Taste the Dying
3. Falling Apart
4. At Rest
5. Instrumental (Lying In state)
6. Procession (of the Undertakers)
7. (Forever) Lying in State


Nach vier Demos und einer EP veröffentlichten die vier Briten 1993 ein echtes Genre-Highlight, welches eines der ersten Releases von Candlelight überhaupt darstellte.
Dieser vergessene Underground-Klassiker war jahrelang vergriffen und nicht wenige dürfte sich ein Re-Release herbeigesehnt haben, was sich in den letzten Jahren in dreistelligen Ebay-Preisen niedergeschlagen hat. Im Sommer 2015 war es aber endlich soweit und Candlelight erbarmte sich um dieses Kleinod neu zu veröffentlichen. Leider gibt es wie auch schon beim Original nur eine karge Aufmachung und auch Linernotes werden bitterlich vermisst. Dafür gibt es erstmalig auch das originale Cover bei der CD-Version (dies war bislang nur der originalen Vinyl-Version vorbehalten, da wohl im Presswerk etwas vertauscht wurde). Toll sieht aber auch das nicht aus. Egal, was zählt ist schließlich die Musik und die ist bei diesem Debüt schier großartig! Ich übertreibe wirklich nicht, wenn ich sage, dass dies locker in die Top 10 der besten britischen Death Metal-Releases ever gehört!
Geboten wird nämlich ausgefeilter und abwechslungsreicher Death Metal mit starker Doom-Schlagseite, der an ganz frühe Paradise Lost, Demo-Anathema oder Demo-My Dying Bride erinnert. Es gibt demzufolge todtraurige Melodien, kraftvolle Growls, zähe Riffs aber auch rohes Geballer, das an Impaler oder Benediction erinnert, präsentiert in einer schön kräftigen, transparenten, typisch britischen Produktion.
Zusammen mit tollen, perfekt vorgetragenen Soli und sogar zwei tiefsinnigen Instrumental-Stücken brennt sich dieses Meisterstück schon beim ersten Durchlauf direkt ins Stammhirn! Besonders hervorzuheben ist einfach der Abwechslungsreichtum der kompletten Scheibe. Bestes Beispiel ist der Song „At Rest“ der mit messerscharfen Geshredder beginnt, dann abrupt durch einen Paradise Lost-Gedächtnis-Doompart gebremst wird und dann Benediction-mäßig drauflosgroovt bevor es richtig träge wird. Es ist mir wirklich schleierhaft, warum den Jungs der Erfolg verwehrt blieb, da hier einfach alles stimmt und man direkt merkt, dass hier äußerst fähige Musiker am Werk waren. Doch hört einfach selbst. Jeder der im Entferntesten etwas mit britischen Death Metal anfangen kann, muss hier zugreifen! Wann können wir endlich mit einer Demo-Compilation rechnen?



Dienstag, 27. Oktober 2015

Autumn Leaves - Embraced by the Absolute


Label: Serious Entertainment (re-released via Ancient Darkness Productions)

Cover-Art:



1. Blood
2. Forever the Destiny
3. Universal Flood
4. On the Verge of Tears
5. Rise from Your Nest
6. Serpent
7. Hope Springs Eternal
8. The Surface Anger
9. Weakening Trip
10. Embraced by the Absolute


Diese fünf Jungs mit dem irreführenden Namen gelten als eine der ersten Melo-Death Metal-Bands Dänemarks und veröffentlichten 1997 nach ihrem großartigen '95er Demo klammheimlich ein formidables Debüt, das einen derart eigenen Sound hat, wie ich ihn selten zuvor gehört habe. Das Quintett schafft es nämlich eine obskure Mischung aus Suffocation, Malevolent Creation, Iniquity und schwedischen Melo-Death Metal-Bands wie z.B. alten In Flames, Dark Tanquillity oder At The Gates zu kreieren, die noch mit dem Feeling alter alter Emperor garniert wird. Was sich wie eine unmögliche Mischung liest, ist ein wahrer Ohrenschmaus und tönt ausgesprochen originell und eingängig und ist die perfekte Balance zwischen Brutalität und Melodie. Egal ob es nun die messerscharfen Riffs, die großartigen Melodien, der brutale Gesang oder die hämmernden Drums sind: Hier klingt alles wie aus einem Guss und selten tönte ein Debüt ausgereifter. Auch die Ko-Produktion von Jacob Hansen und Tue Madsen (übrigens seine erste Produktion überhaupt!) ist herrlich authentisch und rundet das Ganze perfekt ab. Wäre da jetzt nicht der unsägliche Name, das hässliche Cover und das irreführende Christophe Szpajdel-Logo (ich hätte auf Black Metal getippt!), hätten die Jungs bestimmt mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das hässliche Photoshop-Cover stammt übrigens vom ehemaligen Panzerchrist-Sänger Lasse Hoile (tollster Name ever!), der heutzutage eher als Regisseur für Musikvideos oder die Cover für Porcupine Tree und Anathema bekannt ist.
Auf 'Embraced By The Absolute' folgte 1999 mit 'As Night Conquers Day' noch ein extrem melodisches, cleaneres, zweites Album, das offensichtlich von In Flames, At The Gates und Sins Of Omission beeinflusst war. Die Brutalität der Frühwerke war fast gänzlich verschwunden und man merkte der Band förmlich an, dass hier die Mitglieder nicht mehr an einem Strang zogen. Und so zerbrachen AUTUMN LEAVES schlusssendlich daran, dass eine Hälfte der Band mehr in die US-DM-Richtung ala Suffocation/Malevolent Creation gehen wollte, während der andere Teil sein Heil im Black Metal sah.
Wahrlich traurig, da hier wirklich Talent vorhanden war, das in den Nachfolgebands The Arcane Order, Slugs oder Inbreeding Rednecks in der Form nicht mehr zu hören war. Egal - was bleibt ist ein dänischer Klassiker, der in einem Atemzug mit den großartigen Erstaufnahmen von Illdisposed, Iniquity, Exmortem, Cinerator oder Dominus zu nennen ist und zu den unterbewertetesten Death Metal-Aufnahmen Europas zählen dürfte!
Die CD ist heutzutage saurar, erzielt aber keine Mondpreise, da sich der Name AUTUMN LEAVES unverständlicherweise bis heute kaum herumgesprochen hat.
Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen sich das großartig aufgemachte Doppel-Gatefold-Re-Release zu besorgen, bei dem ein geniales 24-seitiges Fanzine mit allerhand Fotos und Liner-Notes beiliegt und das erste Demo als Bonus-LP enthalten ist (limitiert auf 585 Stück). Pflichtkauf!

Erhältlich bei: http://www.ancientdarkness.dk, Ebay, Discogs und Co.



 

 

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Pyrexia – Sermon of Mockery

Label: Drowned Productions (re-released via Century Media)
Cover-Art:

 
1. Sermon of Mockery
2. Resurrection
3. Abominat
4. The Uncreation
5. God
6. Demigod
7. Inhumanity
8. Liturgy of Impurity 



Eines der besten Re-Releases des Jahres stammt mal wieder aus dem Hause Century Media und beinhaltet das 1993er Debüt-Album der New Yorker Brutal Death Metal-Legende PYREXIA. Dieses Pflichtalbum für Suffocation-Fans ist schon seit Jahren vergriffen und ging die letzten Jahre bei Ebay gerne auch schon mal für dreistellige Beträge über den Tresen, weswegen eine Neuauflage längst überfällig war! Dem Reissue wurden u.a. noch das legendäre “Liturgy Of Impurity“-Demo und die Tracks der nicht minder genialen “Hatredanddisgust“-Mini-CD hinzugefügt und es gibt rare Fotos, Flyer und ein leicht überarbeitetes Cover. Auf Vinyl wird das Ganze übrigens als schickes Doppel-Vinyl im Gatefold präsentiert und hat noch ein paar exklusive Live-Bonustracks, die ich persönlich aber eher für verzichtbar halte. Wer mit dem Material der Band noch nicht vertraut ist, dem sei gesagt, dass das Quintett seit jeher zur Speerspitze der New Yorker Death Metal-Bewegung gehörte und mit Bands wie Internal Bleeding und Suffocation den typisch Groove-orientierten Brutal Death Metal mit erfand. Auch Freunde von Dehumanized, Skinless oder Broken Hope sollten hier ein Ohr riskieren, aber ich bin mir sicher, das wissen eh inzwischen die meisten ;) Die knapp 35 Minuten Spielzeit des Albums vergehen auf jeden Fall wie im Flug und bei erdiger, leicht rumpeliger 90er-Jahre Produktion bekommt man das Fressbrett, dank ordentlichem Geballer, fetten Grooves und fiesen Growls ziemlich intensiv poliert.
Nach diesem Debüt entwickelte sich die Band übrigens in eine gänzlich andere Richtung und vollzog 1997 einen ziemlich starken Kurswechsel, indem man die Death Metal-Anteile stark zurückschraubte und sich Groove-betonter gab und stellenweise gar an eine Death Metal-lastige Variante von Soulfly erinnerte. Erst 2007 fand man mit dem Comeback-Album „The Age Of The Wicked“ wieder zum Death Metal zurück und ist seitdem präsenter denn je. Fakt ist: Bei „Sermon Of Mockery“ handelt es sich um ein Metal-historisch äußerst bedeutsames Meisterwerk ohne das die heutige Brutal Death-Szene nicht dieselbe wäre. Wirklich schön, dass sich das Teil endlich wieder jeder für kleines Geld ins Regal stellen kann.





Dienstag, 11. August 2015

Exhortation – The Last Trial

Label: Opus Dei's Licence Productions (Witchhunt Records)

1. Scrupulous Violation
2. Exhortation
3. Mass Mental Disorder
4. Imperial World
5. Nightmare of War
6. Merciless Pain
7. Creeping Crash
8. The Nation of Beauty

Cover-Art:


Ein formidables Stück des technischen Death Metals der amerikanischen Schule präsentierten uns 1995 die fünf Schweizer EXHORTATION, die sich nach einem eher rumpeligen Demo mit dem großen Vertriebspartner SPV im Rücken sehr gereift einem größeren Publikum zeigen konnten. Und was einem hier geboten wurde, ist wahrlich vorzeigbar, schließlich muss man sich dank enormer technischer Finesse nicht hinter Releases von Bands wie Pestilence, mittleren Death oder Morgoth verstecken. Es gibt technisches, aber dennoch eingängiges Riffing, tiefe Growls und jede Menge Geballer und es werden sozialkritische und nachdenkliche Texte behandelt, die sich mit Umweltverschmutzung und der unabwendbaren Selbstzerstörung der Menschheit beschäftigen. Melodische Soli wie in der Band-Hymne „Exhortation“ werden auch immer mal wieder eingestreut, was noch für ein zusätzliches Maß an Abwechslung sorgt. Auch die Morrisound-ähnliche Produktion aus dem Züricher „The Dynamo Studio“ untermalt, welch schöne Alternative man hier zu den gängigen Größen geboten bekommt. Leider kam das Teil nur fünf Jahre zu spät und so verschwand auch dieses Album traurigerweise in der Versenkung des Vergessens.
Es folgten noch zwei extrem rare Promos („Exhortation“ und „Promo '99“), die mir leider unbekannt sind und ab 1999 musizierte die Band dann als Ex-ortation weiter und beschritt dann eher technisch-thrashigere Pfade mit Hardcore-Schlagseite. Unter diesem Namen veröffentlichte man zwei Alben (eins sogar zuerst noch unter dem Namen „Exhortation“, hinterher aufgrund des krassen Stilbruchs dann aber doch als „Ex-ortation“), ein Demo und eine EP, die allerdings mit den EXHORTATION von 1995 nicht mehr viel gemein hatten.
Das abwechslungsreiche Werk „The Last Trial“ kann man jedoch heutzutage mit Glück für recht moderate Kurse zwischen 15€ und 30€ bei den üblichen Verdächtigen erstehen. Einfach mal die Augen offen halten.




Montag, 15. Juni 2015

Krhoma Death - Grating Into Corpse

Label: Crypta Records

1. Spirit Era
2. Creep in Blood
3. Desire and Fright to Know
4. Ultimate Breath
5. Evil Ghost
6. Mystic Procession
7. Dead Surrounding You
8. Unworthy to Live
9. Shred of Flesh
10. Always Ghouls in Your Mind


Aus Nord-Frankreich stammt diese mysteriöse Band, über die heutzutage nur wenig in Erfahrung zu bringen ist. Mir ist lediglich bekannt, dass die Band 1988 gegründet wurde, 1992 am legendären „Obscurum per Obscurius“-Split-Sampler (will den noch jemand los werden? ^^) beteiligt war und dass dieses Debüt-Album über das berüchtigte, deutsche Label Crypta Records 1994 (zwei Jahre nach den Aufnahmen!) in einer Auflage von 500 Stück veröffentlicht wurde.
Das Teil dürfte neben Gorement und Chemical Breath wohl zu einer der am meisten gesuchten Raritäten des zwielichtigen Labels gehören und ist aufgrund der geringen Auflage und hohen musikalischen Qualität nur selten irgendwo aufzustöbern (sowas Tolles verkauft ja auch keiner). Aber wen kümmern Hintergrundinfos, wenn man derart lupenreinen Death Metal geboten bekommt? Hier wird nämlich absolut erstklassig drauflosgeholzt und gegroovt, dass jeder Fan von Massacre, Gorefest, Benediction und vor allem Obituary mit den Ohren schlackern sollte. Ich bin mir sicher, mit einem großen Label im Rücken wären diese Jungs ganz groß geworden. Dank packenden Songwriting, megabösen Growls (so hätte ich mir das immer bei Obi gewünscht!), messerscharfen Riffs und abwechslungsreichen Drumming wird hier nämlich in der Königsklasse geholzt und es ist wahrlich eine Schande, dass dieses Release in der Flut der Veröffentlichungen unterging. Die Produktion ist auch schön fett und somit wird bei diesem 38-minütigen Midtempo-Riff-Gewitter jeder Schuss ein Treffer. Lediglich die Aufmachung des Ganzen ist etwas dürftig und es gibt weder ein besonders ansprechendes Cover noch Lyrics oder sonstige besondere Schmankerl. Aber egal, hier spricht schließlich die Musik! Mit viel Glück kann man dieses Schmuckstück noch in der Grabbelkiste eines unwissenden Händlers finden, ansonsten wird es teuer, da gerne schon mal 150€ und mehr bei Ebay für ein Exemplar gezahlt wird. Ich hatte letztes Jahr tatsächlich das unverschämte Glück dieses Teil bei Ebay Kleinanzeigen für 8€ abzugreifen (danke nochmal für den Tipp Kollege Phil, da haste noch einen gut!) und der Verkäufer hat sich wohl auch gedacht, dass das ein super Geschäft war, da auf der CD-Hülle tatsächlich ein Preisschild von 1,- DM (!!!) klebte :D;)
Haltet auf jeden Fall mal die Augen auf, vielleicht habt ihr ja ähnliches Glück, es lohnt sich. Nach dem Album folgten übrigens noch zwei weitere Demo-Tapes und im Jahre 1996 verläuft sich dann die Spur und man hörte nie wieder etwas von den Jungs. Man darf auf jeden Fall hoffen, dass hier irgendwann einmal ein Diskpographie-Reissue folgt (The Crypt oder Century Media wäre da meine Faves!), verdient hätte es diese coole Band auf jeden Fall!


Donnerstag, 11. Juni 2015

100 Reviews - Das Foto-Jubiläum

Eigentlich sollte heute ein neues Review kommen, aber als ich gesehen habe, dass Spina Bifida das 100. Review war, musste ich zur Feier des Tages doch mal eben alle bisher besprochenen Scheiben abfotografieren :D:D
Auf die nächsten 100!!! :):)

In Kürze kommt übrigens 101!