Sonntag, 28. Juli 2013

Ecocide – Eye of Wicked Sight

Label: Eigenproduktion

Cover-Art:



1. Multiverse
2. Planet Eater
3. Alien Intervention
4. Eye of Wicked Sight
5. Uknown Disease
6. Terror From Beyond
7. Crawling From the Crypt
8. Beneath the Flesh


Heute geht es weiter mit einer Band, die das hier vorgestellte Debüt-Album nicht 1993 oder gar 1991 herausgebracht hat, sondern letzte Woche :D Ja wahrscheinlich sind die Mitglieder dieser jungen Band gerade mal in der Zeit geboren worden, als Scheiben wie „Leprosy“ oder „From beyond“ das Licht der Welt erblickten, aber das tut der Sache keinen Abbruch, da die Scheibe derart Death Metal atmet, dass man meinen mag die Jungs sind schon seit Jahrzehnten dabei!
Aber darf ich ein Album das hier gerade mal ein paar Tage rotiert überhaupt schon an dieser Stelle besprechen? Ja ich darf, weil mich das Teil vom ersten Durchlauf an voll aus den Socken gehauen hat und jeder wissen soll wie sehr die Scheibe rockt! Die drei Niederländer haben nämlich mit ihrem herrlich rohen, ungestümen und frischen Ami-Death Metal von der ersten Note an überzeugt, so dass ich mir direkt das Album über deren Bandcamp-Seite kaufen musste (http://ecocide-osdm.bandcamp.com/) und nicht enttäuscht wurde. Für 7,50€ inkl. Versand und als Direktdownload obendrauf kann man da echt nicht meckern und da können sich so manche Underground-Bands eine Scheibe von abschneiden!
Eine holländische Band die den gleichen Namen trägt wie das grandiose Polluted Inheritance-Debüt kann ja schon gar nicht schlecht klingen und siehe da, es gibt nicht nur im Namen Parallelen! Denn genau wie die Kultband aus Zeeland eifern die drei Jungs aus Haarlem den amerikanischen Helden nach und zitieren alte Death, Massacre und auch schon mal alte Cannibal Corpse, dass es eine wahre Freude ist! Hier mengt man noch die Rotzigkeit und Brutalität von Vomitory bei und fertig ist eine explosive Mischung die bei Freunden roher Klänge sofort zünden sollte!
Es werden fette Grooves und Moshparts aus dem Ärmel geschüttelt, als hätte das Trio sein Lebtag nichts anderes gemacht und jeder Song ist schmissig und geht sofort ins Bein! Wer hier die Füße und vor allem den Kopf stillhält, dem ist echt nicht mehr zu helfen! Das fängt mit dem ersten Riff von „Planet Eater“ an und hört mit dem herrlichen straight-forward-Stampf-Part in „Beneath the flesh“ auf.
Die Jungs verstehen es auf jeden Fall eingängige Songs mit Wiedererkennungswert zu schreiben und auch die druckvolle, transparente aber zugleich auch sehr warme Produktion kommt den drei Holländern wahrlich zu Gute, da sie keine Details verbirgt und dem geneigten Hörer den heftigen Death Metal mit voller Wucht präsentiert! Die Gitarren sägen tief und messerscharf, das Drumming peitscht ordentlich nach vorne, der Bass brummt angenehm akzentuiert und der brutale, tiefe, aber stets verständliche Gesang ist hier nur das i-Tüpfelchen! Besonderer Anspieltipp ist hier das megafette „Terror from beyond“ (http://ecocide-osdm.bandcamp.com/track/ ... rom-beyond) wo die Massacre- und Vomitory-Parallelen sehr offensichtlich sind, das aber nicht als copycat-Vorwurf sondern als Lob verstanden werden dürfen, da sich wohl noch keine Band so glaubwürdig vor diesen Meistern verbeugt hat!
Wer jetzt hier Melodien, vertrackte Soli, virtuosen Einfallsreichtum oder anspruchsvolle Texte sucht, ist gänzlich fehl am Platz und darf weitergehen!
Alle anderen sollten schleunigst 7,50€ zusammenkratzen und die Jungs supporten, sie haben es echt verdient (und versenden die CDs auch blitzschnell)!
Außer dem ein wenig billig aussehenden Cover gibt es hier wahrlich nichts zu meckern und ich bin mir sicher, dass diese Scheibe hier noch oft rotieren wird und drücke die Daumen, dass sich da bald ein Label findet!






Dienstag, 16. Juli 2013

Abramelin - Transgression from Acheron

Label: Dark Oceans Productions

Cover-Art:


1. Human Abattoir
2. Humble Abode
3. Dearly Beloved
4. Relish the Blood


Weiter geht es mit einer ganz besonders heftigen, musikalischen Achterbahnfahrt, die dieses Mal aus dem fernen Australien stammt. Die Rede ist vom ersten Lebenszeichen des Quintetts aus Melbourne unter dem Namen Abramelin. Die Jungs konnten nämlich bereits in den frühen 90ern Erfolge unter dem Namen Acheron einfahren (zwei Demos und eine legendäre EP) und entschlossen sich 1994 dazu ihren Namen zu ändern, nachdem die amerikanischen Acheron immer populärer wurden.
Und auf ihrem Debüt unter neuem Namen perfektionierten die Jungs ihren Sound derart, dass man die fünf Australier fortan zur Speerspitze des australischen Death Metals zählen durfte.
Das Quintett schaffte es nämlich eine ganz eigene Mischung aus europäischen Melodien, amerikanischer Brutalität und australischer Exotik zu kreieren! Stellt euch nur einmal vor ganz alte Grave würden mit ganz alten Suffocation und Broken Hope korpulieren und auch finnische Bands wie Abhorrence, Demigod oder Purtenance geben ihre Saat hinzu und ihr habt die ganz spezielle Mischung der verrückten Australier!
Dies wird auch direkt im großartigen Opener „human abattoir“ offensichtlich, der mit einem Filmintro aus John Carpenters Klassiker „Das Ding“ langsam Fahrt aufnimmt, bevor schließlich nach knapp 1,5 Minuten förmlich die Hölle losbricht! Ultratief gestimmte Gitarren treffen auf abgrundtiefe Gurgelvocals und herrlich rumpeliges Drumming, das besonders durch seine herrliche Töcker-Snare auffällt, die sich nicht selten in Blastbeat-Orgien austobt!
Die ganz besondere Kunst der Jungs ist es aber im totalen Chaos die Handbremse zu ziehen, gen Europa zu blicken (vor allem Schweden und Finnland) und griffige Riffs und Melodien auszupacken! Das ganze garniert mit dem australischen Wahnsinn und der amerikanischen Brutalität macht auf jeden Fall eine ganz eigene Mischung aus, so dass jeder Schuss ein Treffer ist und die knapp 23 Minuten leider viel zu schnell umgehen. Das Ganze klingt auf jeden Fall herrlich roh, brutal und mitunter auch naiv (die Soli und Melodien sind stellenweise nicht ganz so gerade *g*), was dem Ganzen aber eine ganz besondere und vor allem auch sympathische Note gibt.
Die absolute Krönung dieser großartigen EP ist aber der Song „Dearly beloved“ mit seinem stampfenden Anfang und dem großartigen Finnen-Mittelpart, bei dem die Handbremse voll angezogen wird und eine herrlich schmissige Düster-Melodie ausgepackt wird, dass sich mir sofort die Nackenhaare aufstellen und ich vor meinem geistigen Auge fiese Sumpf-Monster aus dem Nebel erheben :D Ganz großes Tennis auf jeden Fall!
Die Produktion ist auf jeden Fall sehr naturbelassen und warm, lässt aber trotz aller Rumpeligkeit keine Details vermissen und nichts geht unter. Lyrisch gibt es die typischen Death Metal-Horror-Stories, bei denen es auch schon mal etwas derber hergeht...
Das Cover ist übrigens ein Ausschnitt des Gemäldes „Witches at their incantations“ von Salvator Rosa und fängt die düstere Grund-Stimmung des Albums perfekt ein! Dieses Motiv ist generell sehr bei Metal-Bands beliebt, da nach Abramelin u.a. Infernal Torment, Vultur und Ancient Rites auch Ausschnitte verwendeten, wobei Abramelin die Vorreiter gewesen sein dürften ;)
Nach dieser EP folgte ein selbstbetiteltes Album, das den Stil der EP fortführte aber auch Experimente wagte, die schließlich sogar in einem Dead can dance-Cover gipfelten. Das Album ist zwar auch stark, aber das Rohe und Ungestüme der EP war hier nicht mehr zu finden. Lyrisch legte man auf jeden Fall noch eine Schippe drauf und in Australien wurde das Album sogar auf den Index gesetzt!
2000 folgte dann noch ein finales Album, bei dem aber nur noch Sänger Simon und Gitarrist Tim mitwirkten und das von einer furchtbar klinischen Produktion und einem schlecht-prgrammierten Drumcomputer geprägt wurde. Kurz danach wurde die Band dann auch zu Grabe getragen.
Alle drei Lebenszeichen der Band sind heutzutage auf jeden Fall gesuchte Raritäten und sind dementsprechend nur sehr schwer zu bekommen. Sowohl Album als auch EP gehen schon mal für 70€ und mehr über die Theke und ich bin sehr froh die EP für einen guten Kurs bekommen zu haben.
Sollte man auf jeden Fall als Freund von außergewöhnlichen Old School Death Metal haben!






Montag, 24. Juni 2013

Corpus Rottus – Rituals of Silence

Label: With your teeth records (sowohl die Erstpressung auf Vinyl/Tape als auch das CD-Re-Release)

Cover-Art:


1. Vomit Pool
2. Hatred and Pain
3. Spawns of Human Waste
4. Mutilation
5. Corpus Rottus
6. Intensified Gore
7. Reversed Prayer
8. Bigotry


Heute geht es über den großen Teich nach Wilmigton, Delaware, wo sich im Jahre 1989 vier Jungs zusammenfanden, um herrlich stumpfen straight-forward Ami-Death Metal zu zelebrieren!
Nach einem eher dilettantischen Demo mit einem absolut unterirdischen Sound (als Bonustracks auf dem CD-Re-Release enthalten) konnten die Jungs den Durchbruch im lokalen Underground erst mit ihrer 7“ „Intensified Gore“ schaffen, die über das kleine Label „with your teeth Records“ von Deceased-Mastermind King Fowley herausgebracht wurde.
Der Gute glaubte an die Band und sah das Potential, das die beiden Songs inne hatten und bot dem Quartett einen Deal für ein volles Album an, das im Jahre 1991 in Form einer Vinyl- und Tape-Veröffentlichung das Licht der Welt erblickte.
Und hier wird direkt beim ersten Song klar, wo der Hammer hängt!
Stellt euch vor man paare alte Obituary mit Cannibal Corpse zu „Eaten back to life“-Zeiten, mische ein wenig uralte Six Feet Under in das Gemisch und fertig ist herrlich stumpfer Ami-Death Metal, der gut nach vorne geht!
Aufgepimpt durch herrliche Terror-Gitarren-Soli, Bass-Soli und Geschwindigkeits-Variationen gibt direkt der Opener einen perfekten Einstieg und macht Lust auf mehr!
Beim folgenden Song „Hatred and pain“ zwängen sich dann die Cannibal Corpse-Vergleiche förmlich auf und Klein-Leimy freut sich wie ein Schnee-König ob der Brutalität und des Grooves, was man heutzutage bei den berühmten Amis so sehr vermisst!
Auf jeden Fall zeigen auch die folgenden Songs, dass man mit eher simplen Mitteln (manchmal glaubt man wirklich Allen West hätte hier die Gitarren eingespielt!) fetzigen und kurzweiligen Death Metal zelebrieren kann, ohne auch nur einmal Melodien sprechen zu lassen oder technisch zu werden. Und dennoch bleiben die Songs stets spannend, da das Songwriting abwechslungsreich gestaltet ist, oft die Geschwindigkeit variiert wird und man mit einem enorm kraftvollen Gesang und schmissigen Riffs punkten kann!
Die Produktion ist absolut typisch für eine Ami-Band aus dieser Zeit und könnte auch so direkt aus den Morrisound Studios kommen. Das Ganze ist zwar alles andere als klar und transparent, hat aber ordentlich Druck und allein der geile Gitarrensound haut den stärksten Affen vom Baum! Jedem Ami-Fan sollte hier auf jeden Fall das Herz aufgehen!
Nachdem letztes Jahr der Drummer Kevin gestorben ist, hat man beschlossen ihm zu Ehren dieses lang vergessene Album zum ersten Mal auf CD zu releasen und hat neben dem ersten Demo noch als Bonus den Song „Smell/Dark winds of the netherworlds“ von einer uralten Compilation beigefügt, der dem Album in nichts nachsteht und eine ordentliche Terrorizer-Note hat. Zudem gibt es noch Liner-Notes von Sänger Brian.
Der Sound des Re-Releases unterscheidet sich übrigens von der Vinyl-Variante.
Weil nämlich die Master-Tapes verschwunden sind, hat man sich die Songs von verschiedenen Vinyl-Versionen zusammengesucht und das typische Vinyl-Rauschen entfernt. Dass man es hier nicht mit einer richtig gemasterten CD zu tun hat, merkt man nur gelegentlich anhand von Knacksern oder kurzen Lautstärke-Schwankungen, die aber wirklich nicht ins Gewicht fallen (die Youtube-Songs sind übrigens direkt vom Vinyl und klingen um Längen schlechter als die CD-Variante).
Wer also mit Allen West-Bands ala Obituary, Lowbrow oder Southwicked und uralten Cannibal Corpse oder Grave Descent etwas anfangen kann, sollte hier mal die Augen und Ohren offen halten! Ich habe mir meine Kopie bei Hells Headbangers für einen enorm günstigen Kurs bestellt, aber auch Raul von Memento Mori wird wohl demnächst einige CDs am Start haben. Hier heißt es schnell zugreifen, bevor das Re-Release wieder vergriffen ist!








Mittwoch, 12. Juni 2013

Uncanny – Splenium for Nyktophobia



Label: Unisound Records (re-released durch Dark Descent und The Crypt als „Mcmxci-Mcmxciv“ mit allen Demos)

Cover-Art:




Original
Re-Release
1. Elohim
2. Tales from the Tomb
3. Brain Access
4. Timeless (instrumental)
5. Screaming in Phobia
6. Enkelbiljetten (G-Anx cover)
7. Indication Vitalis
8. Soul Incest
9. Spräng Skiten
10. Towards the Endless Throne
11. Lepra (instrumental)
12. The Final Conflict (The Pornoflute Pt. II)
13. Splenium for Nyktophobia


Es ist 1994. Die Schweden-Death-Vorreiter Entombed, Grave und Dismember und viele andere Bands beschreiten neue Wege und der schwedische Death Metal hat seine Glanzzeit längst hinter sich gebracht und der Lack ist ab.
Dass sich aber zu dieser Zeit im Underground einiges regt und es energiegeladene Scheiben voller Leben und Brutalität gibt, die sich eher auf das Rohe und Ungestüme konzentrieren, als auf neuartige Experimente, bewiesen hier bereits Bands wie EXCRUCIATE, MOONDARK oder in diesem Falle UNCANNY, die mich mit ihrem einzigen Album sofort in ihren Bann gezogen haben.
Denn hier wird eine Form des Schweden-Death Metals zelebriert, wie ich ihn immer am Liebsten gehabt habe: straight forward, nicht zu rumpelig, ausgestattet mit feinen Leads und einer schön klaren Produktion, die sich von Sunlight-Einheitsbrei abhebt und gesegnet ist mit einem herrlich tiefen, aber auch sehr gut verständlichen Gesang, wie es leider nur die wenigsten hinkriegen.
Ja man könnte fast meinen ich spreche hier von den guten alten Edge of Sanity. Und in der Tat, beim ersten Durchlauf fielen mir direkt Parallelen zu den Edge of Sanity-Erstwerken auf. Denn nicht nur klingt Sänger Jens verdächtig wie Meister Swanö, nein die Jungs verstehen es auch geschickt Melodien in den Vordergrund zu stellen, ohne dass das Ganze weichgespült oder cheesy klingt. Dass Meister Swanö hier auch noch an den Reglern saß, beim Instrumental „Timeless“ (EoS pur!) ein Solo beisteuerte und sich auch um das Remixing und Remastern kümmerte, rundet das Ganze noch perfekt ab. Ein Schelm wer Böses dabei denkt ;)
Der Sound ist auf jeden Fall absolut perfekt und für diese Zeit überraschend druckvoll und zugleich transparent. Jedes Instrument ist klar herauszuhören und selbst der Bass ist absolut gleichberechtigt! Eine absolute Blaupause wie Schweden-Death-Produktionen zu klingen haben!
Die fünf Jungs aus Avesta kloppen die 13 Songs auf jeden Fall mit Leichtigkeit in knapp 38 Minuten runter und man ist schon nach dem ersten Durchlauf gewillt die Repeat-Taste zu drücken, so herrlich erfrischend und professionell tönt dieses großartige Debüt!
Stellt euch vor ganz alte Edge of Sanity paaren sich mit God Macabre, Gorement und Excruciate und ihr habt in etwa eine Vorstellung was euch hier erwartet! Zwar gibt es mit dem crustigen Klopper „Spräng Skiten“ oder dem Industrial(!)-Song „Lepra“ auch zwei etwas experimentellere Stücke zu verzeichnen, aber ähnlich wie bei Edge of Sanity fügen sich diese vermeintlichen Fremdkörper perfekt in das restliche Material ein.
Zu schade, dass es (bislang) bei diesem einen Album blieb, denn nach dem Release löste sich die Band auf. Erst im Jahre 2008, als Daniel Ekeroth (der übrigens mit fast der kompletten Uncanny-Mannschaft gemeinsam bei Dellamorte musizierte) Bands für seinen Jubiläumsgig zu Gunsten seines „Swedish Death Metal“-Buches suchte, taten sich die Jungs wieder zusammen und proben seitdem wieder regelmäßig und konnten im letzten Jahr mit einer coolen 7“ punkten. Man darf gespannt sein, was da noch so kommt :)
Die Jungs sind übrigens alle auch kein unbeschriebenes Blatt und so tummeln sich hier Mitglieder von Demonical, Moondark, Dellamorte, Centinex, Interment, Katatonia etc. pp. was wohl auch etwas über die Qualität der Musik aussagen dürfte ;)
Bei der „Mcmxci-Mcmxciv“-Compilation gibt es neben dem Album noch die zwei Demos und den Uncanny-Teil der Uncanny/Ancient Rites-Split zu hören. Hier hat zwar das Album klar die Nase vorn, aber man kann ganz gut erkennen, wo die Reise einmal hingehen sollte. Die Compilation gibt es als schicke 3-LP im dicken Gatefold, das aber schon lange restlos ausverkauft ist, während die 2-CD von Dark Descent noch (!) für kleines Geld bei den Händlern eures Vertrauens abzustauben ist. Nicht lange überlegen, sondern direkt zugreifen, ein must-have für Schweden-Tod-Fans!







Dienstag, 4. Juni 2013

Crucifix – Visions of Nihilism

Label: Dark Blasphemy Records

Cover-Art:


1.Submit to Earth
2.Succeeding the Reign
3.Barriers
4.Vaporized
5.Anatomy Catastrophe
6.Left to Rot
7.Devious Conceptions
8.The Beast Within
9.Addiction
10.Born in Amity
11.Poor Rich Man


Heute fliegen wir wieder zurück ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um einer Band aus Texas zu huldigen, die sich bereits 1989 gründete und es leider nie schaffte ein komplettes Album aufzunehmen, was auch der Grund sein dürfte, dass die Band nur den wenigsten bekannt sein dürfte. Anfang 2013 wurden aber endlich alle drei Demos der Band als remasterte Compilation wiederveröffentlicht und endlich bekommen die Jungs die Aufmerksamkeit, die ihnen bislang verwehrt blieb. Die Jungs aus Dallas zelebrierten auf ihrem ersten, selbstbetitelten Demo noch brutalen Thrash Metal, der am ehesten an Solstice, Demolition Hammer, Devastation oder Incubus erinnerte, aber schon eine derart ordentliche Death Metal-Note hatte, dass man es nicht als reinen Thrash Metal abtun konnte.
Auf ihrem legendären Demo „Barriers“ von 1992 hatten die Jungs schließlich ihren eigenen Stil gefunden und verschrieben sich dem brutalen Ami-Death, wo fett stampfende Mosh-Parts mit technischer Finesse und dezenten Melodien vermengt wurden!
Das Ganze hört sich an wie ein Bastard aus Suffocation, Cannibal Corpse, Disincarnate, Immolation und Baphomet und rumpelt herrlich roh und brutal aus den Boxen :D
Meint man an manchen Stellen die Jungs überschlagen sich förmlich, wird einem prompt das Gegenteil bewiesen, indem filigrane Melodien und vertrackte Technik-Parts aus dem Ärmel geschüttelt werden, als sei es ganz selbstverständlich.
Und eben diese Mischung aus naiv-sympathischen Stumpfsinn und filigranen Parts macht den Charme dieser Compilation aus! Denn auf allen Demos beweisen die Jungs, dass sie wissen was sie tun und behalten stets ein spannendes Songwriting bei!
Das Intro des Titelsongs des Barriers-Demos ist übrigens nicht aus einem Film und entstammt auch keinem Keyboard, sondern wurde tatsächlich eigens von einigen Musikern des Dallas Symphony-Orchesters eingespielt, was sicherlich nicht gerade alltäglich für eine Demoband ist...
Generell markieren die fünf Songs dieses Demos den Höhepunkt des Schaffens der Texaner, da hier die Musik direkt auf den Punkt kommt, mächtige Moshparts bietet und stets überraschende Wendungen mit sich bringt, die das Ganze frisch und spannend hält.
Auch die Produktion ist hier wohl am professionellsten gelungen, da sie alle Instrumente gleichberechtigt in Szene setzt und auch druckvoll und authentisch tönt. Zwar wirkt das Schlagzeug etwas holprig, aber das hat man von Demos aus den frühen 90ern schon schlimmer gehört ;)
Das Teil konnte die Jungs laut Liner-Notes auch international etablieren und so konnten die Texaner sogar einen Platten-Deal mit JL America an Land ziehen. Hierüber sollte ihr Debüt-Album „Visions of Nihilism“ (daher der Compilation-Titel) erscheinen, doch leider kam es nicht dazu, da sich im Jahre 1995 die Wege der Mitglieder trennten und jeder neue Projekte in Angriff nahm.
Die Compilation zeigt aber ganz gut, was aus den Jungs hätte werden können und ist einmal mehr ein Zeugnis davon, welche Talente damals ein Underground-Dasein fristeten, ohne dass kaum jemand davon Notiz nahm. Sollte man als Ami-Death Metal-Fan auf jeden Fall sein eigen nennen!
Das Teil bekommt man noch zu guten Kursen bei den üblichen Verdächtigen wie Ebay, Discogs oder auch bei FDA. Schnell zugreifen, bevor es zu spät ist ;)

1991er selftitled Demo:



Barrier Demo:



1994er selftitled-Demo:


Dienstag, 21. Mai 2013

Mega Slaughter - Calls From The Beyond

Label: Thrash Records (Re-Released durch Cryptorium Records)

Cover-Art:

Original Cover

Re-Release-Cover

1. Blood Runs Free
2. Raise the Dead
3. False Paradise
4. Shreds Left Behind
5. Death Remains
6. Into the Decay
7. Calls from the Beyond
8. Bloodshed


Es war hier schon lange nicht mehr schwedisch, von daher wird es Zeit anlässlich zum Re-Release dieser längst vergessenen Perle einmal mehr ins Land der Elche zu reisen. Dieses Mal ist die Rede von Mega Slaughter aus Göteborg, die 1991 ihr Debüt über das französische Label Thrash Records in LP-Form unter das Volk warfen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Vertretern aus der zweitgrößten Stadt Schwedens zelebriert das Quintett hier keinen filigranen Melodic Death Metal, sondern tönt eher böse, stumpf und amerikanisch.
Hier gibt es feinen Massacre-Groove, stumpfes Autopsy-Gebolze, jede Menge uralte Death und Possessed, aber eben auch schwedisches Gesäge verziert mit den typischen Horrorfilm-Keyboards und dezenten Melodien. Man entsagt jedoch produktionstechnisch vollkommen dem typischen Sunlight-Sound und setzt ähnlich wie damals Authorize, Epitaph, Mastication, Excruciate oder Crematory eher auf einen anderen Gitarrensound, der weder schwedisch noch amerikanisch tönt und scheinbar das logische Bindeglied zwischen beiden Stilen zu sein scheint. Man tönt dadurch auf jeden Fall wesentlich bedrohlicher, fieser und angepisster als die gängigen Vertreter aus Stockholm und kann durch den sympathisch-naiven Charme, der in der Simplizität der Musik begründet ist, noch zusätzlich punkten.
Es rumpelt nämlich ganz gewaltig im Karton und von feisten Uffta-Parts über fett groovende Mosh-Monster hinzu rasend-schnellen Uptempo-Abschnitten ist hier alles an Bord, was eine schöne 90er Jahre Death Metal-Scheibe benötigt! Fette Growls, markerschütternde Schreie, dilettantische Terror-Soli und ganz viel Hall lassen hier auf jeden Fall jeden Old School-Jünger mit den Ohren schlackern :D
Die Produktion ist nämlich typisch für diese Zeit und tönt wie immer angenehm warm und authentisch und in den langsamen Passagen herrlich transparent. Nur in den schnelleren Parts wird es ab und an etwas matschiger, da gibt es aber wahrlich schlimmere Vertreter der Zunft.
Man kloppt hier auf jeden Fall eine knappe Dreiviertelstunde famosen Death Metal runter, der zwar den Death Metal schon damals nicht revolutioniert hat, aber durch die geschickte Fusion aus Übersee-Brutalität und Skandinavien-Gesäge ein zutiefst kurzweiliges Vergnügen darstellt, das man auf jeden Fall mal gehört haben sollte!
Nach diesem Album brachte man noch im selben Jahr ein 3-Track-Demo heraus, welches das Album noch um ein Vielfaches toppte (http://www.youtube.com/watch?v=6G7foqb7Uns) und wo man sich noch böser aber auch gereifter zeigte, bevor man sich schließlich auflöste. Dieses grandiose Demo findet sich ebenso wie die beiden vorangegangenen Demos (die nur was für Komplettisten sind) zusammen mit dem Album auf der überaus schönen Re-Release-Box von Cryptorium Records erstmals auf Doppel-CD!
Generell ist diese Box ein wahres Musthave! Man verpasste dem Album ein zeitgemäßeres Cover für das sich niemand Geringeres als Joe Petagno (u.a. Motörhead, Marduk, Incantation, Angelcorpse etc.) verantwortlich zeigte, packte noch einen Patch und ein Poster und neben erwähnter Demo-Collection-CD außerdem noch ein 40-seitiges Booklet mit Linernotes, Fotos und Flyern bei, die diese Collection schon jetzt zu einem Klassiker machen! Hier heißt es schnell zugreifen (bekommt man auf der Homepage von Cryptorium: http://www.cryptorium.se)! Und lasst lieber die Finger von der Einzel-CD-Version von Arsenal of Glory aus dem Jahre 2007! Hierbei handelt es sich nämlich um ein Bootleg, das nie von der Band abgesegnet wurde! Solltet ihr jedoch je die Vinyl-Version von Thrash-Records in die Finger kriegen, überlegt nicht lange, da dies über kurz oder lang eine ordentliche Wertanlage werden dürfte!






Dienstag, 23. April 2013

Beyond Fear – Haunted by Visions of a third Atrocity

Label: Utopian Productions

Cover-Art:



1. Eternal Storms Of Hate
2. Where No Reality Reigns
3. Enchanted By Mortal Fears


So, bevor der Monat zu Ende geht, soll es doch hier mal wieder ein Lebenszeichen geben. Und nein, es geht hier nicht um die neue Band von Ex-Iced Earth-Sirene Tim "Ripper" Owens, sondern um schön stumpfen Brutalo-Death Metal, wie er schöner und rumpeliger kaum sein kann ;)
Die Rede ist von den drei Briten "Beyond Fear", die nur drei kurze Jahre existierten und postmortem im Jahre 1997 eine Mini-CD mit drei Songs veröffentlichten, die es echt in sich hatte!
In einer knappen halben Stunde (ja, ihr habt richtig gelesen, die drei Songs haben alle Überlänge!) werden hier alle Register gezogen und es gibt von rumpeligen Balstbeats, über fette Midtempo-Passagen hinzu dezenten Melodien und Soli alles was das Old School-Death Metal-Herz erfreut!
Erfreulicherweise orientiert man sich auch hauptsächlich an amerkanischen Bands und so zelebriert man eine stumpfe Mischung aus Suffocation und alten Massacre, kann aber dennoch mit eigener Note punkten!
Ab und an tönen aber doch mal die britischen Wurzeln durch und eine Prise Napalm Death und Benediction sind nicht zu verleugnen, was dem ganzen Reigen aber durchaus gut tut :D
Das Riffing bleibt auf jeden Fall stets simpel und man merkt den Jungs ihr Alter durchaus an (das Bandfoto suggeriert, dass die Jungs während der Aufnahmen wahrscheinlich nicht mal 20 waren). Die fehlende technische Virtuosität wird jedoch durch unbändige Energie und hohe Spielfreude 100fach wett gemacht und so ist es gerade die gewisse Naivität und Aggression, die den Charme dieser Scheibe ausmacht! Der Gesang klingt übrigens überraschend brutal und heftig und kann sich durchaus mit den Großen im Genre messen und weiß voll und ganz zu überzeugen!
Die Produktion ist absolut naturbelassen und alles tönt herrlich analog. Dennoch ist jedes Instrument wohl akzentuiert und der Sound ist überraschend druckvoll!
Eine wirklich rundum gelungene Scheibe, bei der es mich jedes Mal nach einem Durchlauf in den Fingern zuckt erneut auf Play zu drücken! Wirklich sehr schade, dass man nie wieder etwas von den Jungs gehört hat und auch die beiden vorangegangenen Demos den meisten (inklusive mir) unbekannt sein dürfte. Wahrlich eine Schande, denn hier schlummerte wirklich Talent!
Die Scheibe ist übrigens extrem rar und ich habe sie noch nie bei Ebay oder ähnlichen Markplätzen gesehen. Ihr könnt euch also vorstellen, wie glücklich ich war, als ich sie letzten Monat nach ewig langer Suche durch Zufall auf einem Konzert erstanden habe! ^^
Danke hier nochmal an Dani von Revenge Productions, der mir dieses Kleinod für einen äußest fairen Kurs überlassen hat! Du weißt gar nicht, wie glücklich du Klein-Leimy damit gemacht hast :D
Wenn ihr also mal die Gelegenheit habt, greift sofort zu, ihr werdet es nicht bereuen!






Sonntag, 17. März 2013

Rattenfänger - Epistolae Obscurorum Virorum

Label: Dark Essence Records

Cover-Art:




1. Coelo Affixus Sed Terris Omnibus Sparsus - Intro
2. Grimorium Verum
3. Victa Lacet Virtus
4. Nunc Scio Tenebris Lux
5. Allegoria De Gula Et Luxuria
6. Clausae Patent
7. Deest Remedii Locus, Ubi, Quae Vitia Fuerunt, Mores Fiunt
8. Regno, Regnavi, Regnabo


So, einmal im Monat muss es hier einfach weitergehen. Und bei der nächsten Band würde ich zu gern euer Stirnrunzeln beim Lesen des Bandnamens sehen :D
Auch ich war sehr skeptisch als mir ein Kumpel diese Band empfahl (danke nochmal an Sönke für den megageilen Tipp!) und habe wirklich nicht so einen Kracher erwartet. Denn hier haben wir es nicht mit einer fürchterlichen Mittelalter-Rock-Band zu tun, sondern mit fetten Midtempo-Death Metal der alten Schule, wie er massiver und brachialer kaum sein kann! Ja ihr habt richtig gehört, hier geht es richtig derb zur Sache und das Ganze hört sich an, als hätten alte Bolt Thrower mit ganz alten Grave und Funebrarum korpuliert! Allein wegen dem fetten Riffing und den ultratiefen und voluminösen Vocals solltet ihr mal ein Ohr riskieren! Auch Vergleiche zum letzten Putrevore-Output oder dem grandiosen Debüt der texanischen Bolt Thrower-Fanatiker „War Master“ zwängen sich gerade auf.
Alles wirklich keine schlechten Referenzen! Das Ganze klingt noch verwunderlicher, wenn man mal schaut, welche Wurzeln die Band hat. Das ukrainische Quartett musiziert nämlich sonst ausschließlich in Black Metal-Kapellen von denen Drudkh (übrigens 1:1 die gleiche Besetzung!) und Dark Ages wohl die Bekannteren sein dürften. Und gerade Black Metal scheint hier zu keiner Sekunde durch, sondern von vorne bis hinten feinster Brachial-Death Metal!
Neben den genannten Vergleichsbands wird’s bei „Clausae Patent“ am Anfang schleppend-doomig und gegen Ende gar punkig-rumpelig und man fühlt sich an Benediction oder schwedische Crust-Bands erinnert, während der vorletzte Song gar ein paar Hypocrisy-Reminiszenzen zu ihren Glanzzeiten beinhaltet.
Worum es schlussendlich lyrisch geht, lässt sich nur erahnen, denn Texte sind leider keine abgedruckt. Glaubt man aber der Biographie des Labels, sind alle Texte auf Latein verfasst (die Titel lassen es erahnen) und man hat sich wohl an mittelalterlichen Lyrikern orientiert. Ob's stimmt werden wir wohl nie erfahren ;)
Es ist mir auf jeden Fall schleierhaft wie mir ein derart starkes Death Metal-Release letztes Jahr durch die Lappen gehen konnte, denn ein solch brachiales Debüt habe ich wirklich schon lange nicht mehr gehört! Dies ist nicht nur dem songdienlichen Songwriting oder den fetten Vocals geschuldet, sondern auch der herrlichen Breitwand-Produktion, die ordentlich druckvoll daherkommt, aber nicht überproduziert wirkt. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die vier Jungs sich weiterhin dem Death Metal widmen und auch in Zukunft ähnlich heftige Brocken unter's Volk werfen, denn auch wenn man sich bei einigen Bands Inspiration geholt hat, klingt das Ganze nicht nach einem müden Abklatsch der genannten Bands, sondern tönt frisch und hat eine eigene Note. Ich bin wirklich gespannt, was man von den Jungs noch hören wird! Das Teil bekommt ihr bei so gut wie jedem Metal-Dealer eures Vertrauens und gehört in jede ernstzunehmende Death Metal-Sammlung!


 






Dienstag, 5. Februar 2013

Crucifixion – Desert of shattered Hopes

Label: Mausoleum Records

Cover-Art:



1. Desert of Shattered Hopes
2. Binding of Dragons
3. Home of the Lonesome Wanderers
4. Black Mourning
5. Remembering the Dead (Intro)
6. Sick Are the Shadows of Reality
7. Descendants Thereafter
8. Tomorrow Is the End
9. Woods for the Suicides


Nach langer Durststrecke geht’s hier endlich mal weiter, ich gelobe Besserung mit den Zeitabständen zwischen den einzelnen Reviews.
Dafür stelle ich euch jetzt ein ganz besonderes Schmankerl vor, das einen gänzlich eigenen Sound besitzt und leider auch mal wieder nicht die Bekanntheit erlangt hat, die es eigentlich verdient hätte.
Die Rede ist vom 1993er Debüt-Album der vier Texaner Crucifixion, denen es hier gelungen ist ein äußerst düsteres, aber gleichzeitig auch sehr brutales und dennoch sehr melodisches Death Metal-Album aufzunehmen.
Die Jungs mit dem invertierten Logo haben sich ganz dem Tod, Deibel und dem Bösen verschrieben und zelebrieren ihre düstere musikalische Messe förmlich und verleihen der sowieso schon düsteren Musik noch mit diversen Keyboard-Einsprengseln, Schreien gequälter Seelen und äußerst fulminanten Leads und Soli noch mehr Ausdruck!
Verneigt man sich beim einen Song noch vor Morbid Angel oder Sadistic Intent wird an anderen Stellen auch mal gern Deicide, Vital Remains oder gar Death (die Soli!) zitiert. Dies wird vermengt mit der typischen düsteren Brachialität texanischer Kombos, wie wir es von Infernal Dominion oder Imprecation gewohnt sind. Und dennoch sind all diese Vergleiche nur ungefähre Anhaltspunkte, denn verwunderlicherweise kreieren die Jungs einen vollkommen eigenständigen Sound und haben ein echtes Händchen um zwischen infernalischer, stumpfer Raserei und filigranen Düster-Melodien hin- und herzuwechseln, wie ich es so noch von keiner anderen Band gehört habe! Egal ob Highspeed-Baller-Parts, stampfende Walz-Elemente, Mid-Tempo-Melodie-Abschnitte oder gar Akkustik-Intermezzi: Hier ist alles vertreten, was ich mir von einem dunklen und bedrohlichen Death Metal-Album wünsche!
Über den infernalisch sägenden Gitarren und dem bollernden Drums thront der schön hallige Growl-Gesang von Bassist Danny und rundet die perfekte Finsternis-Vertonung nur noch ab.
Lediglich die etwas leise und drucklose Produktion wird hier dem hohen Anspruch nicht gerecht. Zwar sind alle Instrumente gleich akzentuiert und es herrscht ein herrlich analoger Klang vor, jedoch muss man den Volume-Regler arg aufreißen und auch den Equalizer ein wenig bemühen. Ist dies geschehen, sollte aber jeder Freund von Blaspherian, Infernal Dominion, Imprecation, Vital Remains, Sadistic Intent oder Deicide aufhorchen und ordentlich die Matte kreisen lassen! Besser kann man satanischen Death Metal kaum spielen!
Abgerundet wird dies noch durch ein schönes Cover von dem unbekannten Künstler Phillip Karger, das mich an die Immolation-Werke von Andreas Marschall erinnert.
Wirklich schade, dass dieses Album im Jahre 1993 in der damaligen Veröffentlichungsflut hoffnungslos untergegangen ist. Während man in Europa wohl einen recht guten Vertrieb hatte, tat sich bis 1995 im Rest der Welt wohl gar nichts (erst da wurde die Scheibe auch in den USA released), weswegen es die Jungs wohl auch nie über den Geheimtipp-Status hinaus gebracht haben. Man nahm noch ein weiteres Album mit dem Titel „Path less taken“ auf, das dem Debüt in nichts nachstand aber auch kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Dieses Album scheint auf jeden Fall wesentlich rarer zu sein als das Debüt und steht auch noch auf meiner must-have-list. Wenn also jemand weiß wo man dieses noch zu erschwinglichen Kursen bekommen kann, soll er sich bitte direkt bei mir melden ;)
Das Debüt bekommt man übrigens bei den üblichen Verdächtigen (Discogs, Amazon.com, Ebay etc.) für Kurse zwischen 10€ und 25€. Greift zu, solange es noch Exemplare gibt!
Es ist übrigens leider nichts über den Verbleib der Band bekannt und niemand weiß so recht ob es jemals noch ein Lebenszeichen der Texaner geben wird. Ich würde es mir wünschen...






Montag, 7. Januar 2013

Desecrator – Subconscious Release

Label: R.K.T. Records (re-released by Mosh Tuneage)

Cover-Art (Dan Seagrave!):


1. Subconscious Release
2. Nothing Changes Anything
3. Ineffectual Condition
4. Repressive Acceptance
5. Killing Joke
6. Insult to Intelligence/Deadline
7. The Suffering


Im neuen Jahr geht es direkt mit einem wahren Kleinod des stumpfen Old School Death Metals weiter und gleichzeitig feiere ich hier auch die Premiere mit der ersten britischen Band in diesem Blog :D
Gerade mal drei Monate nach dem ähnlich betitelten und auch ähnlich tönenden Debüt der Birminghamer Urgesteine Benediction veröffentlichte im Januar 1991 eine junge Band aus der quasi-Nachbarmetropole Nottingham ihr Debüt, das sich echt gewaschen hat und das bis heute leider ein Geheimtipp-Dasein fristet.
Die Rede ist von dem Trio Desecrator, das sich 1989 gründete und nach einer 1-Track Promo mit einem fulminanten Debüt aufwarten konnte, das sich echt gewaschen hat!
Stellt euch vor ganz alte Death werden mit Autopsy, ganz alten Massacre und Benediction vermischt. Nun vermenge man dies ein wenig mit der schwedischen Rotzigkeit der ganz frühen Tage (im letzten Song wird gar ganz doll der Stockholmer Schule gehuldigt!) und ihr habt in etwa eine Vorstellung welch Gebräu uns die drei Briten hier ausschenken!
Erwartet keine Melodien, erwartet keine technische Virtuosität, hier regiert die Axt im Walde und der Knüppel wird nur selten in den Sack gepackt!
Die Jungs sind auch bestimmt nicht die besten Songwriter der Welt und auch der Sound ist eigentlich nichts Besonderes. Dennoch sprüht diese Scheibe einen dermaßen sympathisch naiven Charme aus, dass man sich dem als Old School Death Metal-Fan nicht entziehen kann. Denn die Jungs verstehen es wirklich groovige Riffs zu fabrizieren, die man zwar so ähnlich schon hier und da gehört hat, aber sofort ins Ohr gehen, so dass man augenblicklich im Moshpit das Tanzbein schwingen möchte :D
Hört euch nur mal das Mosh-Monster „Killing Joke“ an und ihr wisst in etwa was ich meine! Man kann fast sagen, die Jungs haben den Durchschnitts-Death Metal derart perfektioniert, dass das Ganze schon wieder außergewöhnlich genial ist *g* Quasi das Album, das Benediction immer schreiben wollten, aber nie geschrieben haben ^^
Solch megastumpfe aber dennoch äußerst effektive Musik hört man heute wirklich nur noch ganz selten! Und auch wenn die Songs allesamt ein wenig länger gehen, wird es in den knapp 42 Minuten zu keiner Sekunde langweilig, da man das stumpfe Treiben stets mit kleinen Überraschungen garniert, was sich in gelegentlichen Soli oder Akkustik-Einschüben äußert, die sich hervorragend ins restliche Soundgefüge einmischen!
Einziges Manko dieses Albums ist der enorm monotone Drumsound, der leider auch noch sehr in den Vordergrund gemischt ist. Das punkige Spiel von Drummer Lee Hawke ist zu Beginn ja noch erfrischend anders, aber spätestens nach drei Songs fängt es an zu nerven, da außer Uffta-Uffta-Beats, gelegentlichen Fills und Breaks fast keine Abwechslung zu hören ist. Ein nicht unwesentliches Manko, das aber durch den restlichen Charme der Platte durchaus wieder wett gemacht wird.
Das großartige Artwork stammt übrigens von niemand geringeren als dem Cover-Gott Dan Seagrave und erinnert ein wenig an den Stil des legendären „Altars of madness“-Covers. Kleine Anekdote am Rande: Selbiges Cover wurde später auch nochmal auf einer Bootleg-Picture-Vinyl-Version von Morbid Angels Demo „Abominations of desolation“ verwendet. Ein Schelm der Böses dabei denkt *g*
„Subconscious Release" erschien übrigens damals nur auf Vinyl in einer kleinen Auflage von 500 Stück und es ist ein Wunder, dass man trotzdem bei allen einschlägigen Quellen die Original-LP problemlos für Kurse zwischen 30€ und 50€ bekommen kann. Dennoch bevorzuge ich hier die Re-Release-Version auf CD, die letztes Jahr via "Mosh Tuneage" herauskam (http://www.moshtuneage.bigcartel.com/pr ... release-cd). Hier ist nicht nur der Sound um einiges fetter, sondern das Album wurde noch durch vier weitere Demo-Songs erweitert, die kurz nach dem Album aufgenommen wurden, aber nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Und hier übertreffen die Jungs glatt ihr Debüt, mischen noch ein wenig finnische Düsternis, Durchschlagskraft und Gesang ganz alter Vader und dezent doomige Klänge hinzu. Das Ganze wird sogar noch in einem fetteren Soundgewand präsentiert als das Album und auch Drummer Lee hat ein wenig dazugelernt ;) Greift zu, solange es dieses Re-Release noch gibt und erfreut euch an einer erfrischend unbeschwerten Death Metal-CD die zu Unrecht nie den Erfolg einfahren konnte, der ihr eigentlich seit jeher zustand.
Und entschuldigt die Soundqualität der Songschnipsel, die Songs des Albums stammen von der Vinyl-Version.
Subconscious Release:



4-Track-Demo: