Death Metal, meine große Passion und ein Fass ohne Boden...
Man glaubt einen guten Überblick über das vielleicht vielfältigste Subgenre der Welt zu haben und jedes Mal wird man eines Besseren belehrt und findet stets Neues oder längst Vergessenes. Dieser kleine Blog handelt von derartigen Entdeckungen und versucht euch das näher zu bringen, das oft auf meinem Plattenteller landet und oft auch fernab der üblichen Standards ist.
Label: Eigenproduktion Cover-Art: 1. Multiverse 2. Planet Eater 3. Alien Intervention 4. Eye of Wicked Sight 5. Uknown Disease 6. Terror From Beyond 7. Crawling From the Crypt 8. Beneath the Flesh
Heute
geht es weiter mit einer Band, die das hier vorgestellte Debüt-Album
nicht 1993 oder gar 1991 herausgebracht hat, sondern letzte Woche
Ja wahrscheinlich sind die Mitglieder dieser jungen Band gerade mal in
der Zeit geboren worden, als Scheiben wie „Leprosy“ oder „From beyond“
das Licht der Welt erblickten, aber das tut der Sache keinen Abbruch, da
die Scheibe derart Death Metal atmet, dass man meinen mag die Jungs
sind schon seit Jahrzehnten dabei! Aber darf ich ein Album das hier
gerade mal ein paar Tage rotiert überhaupt schon an dieser Stelle
besprechen? Ja ich darf, weil mich das Teil vom ersten Durchlauf an voll
aus den Socken gehauen hat und jeder wissen soll wie sehr die Scheibe
rockt! Die drei Niederländer haben nämlich mit ihrem herrlich rohen,
ungestümen und frischen Ami-Death Metal von der ersten Note an
überzeugt, so dass ich mir direkt das Album über deren Bandcamp-Seite
kaufen musste (http://ecocide-osdm.bandcamp.com/)
und nicht enttäuscht wurde. Für 7,50€ inkl. Versand und als
Direktdownload obendrauf kann man da echt nicht meckern und da können
sich so manche Underground-Bands eine Scheibe von abschneiden! Eine
holländische Band die den gleichen Namen trägt wie das grandiose
Polluted Inheritance-Debüt kann ja schon gar nicht schlecht klingen und
siehe da, es gibt nicht nur im Namen Parallelen! Denn genau wie die
Kultband aus Zeeland eifern die drei Jungs aus Haarlem den
amerikanischen Helden nach und zitieren alte Death, Massacre und auch
schon mal alte Cannibal Corpse, dass es eine wahre Freude ist! Hier
mengt man noch die Rotzigkeit und Brutalität von Vomitory bei und fertig
ist eine explosive Mischung die bei Freunden roher Klänge sofort zünden
sollte! Es werden fette Grooves und Moshparts aus dem Ärmel
geschüttelt, als hätte das Trio sein Lebtag nichts anderes gemacht und
jeder Song ist schmissig und geht sofort ins Bein! Wer hier die Füße und
vor allem den Kopf stillhält, dem ist echt nicht mehr zu helfen! Das
fängt mit dem ersten Riff von „Planet Eater“ an und hört mit dem
herrlichen straight-forward-Stampf-Part in „Beneath the flesh“ auf. Die
Jungs verstehen es auf jeden Fall eingängige Songs mit
Wiedererkennungswert zu schreiben und auch die druckvolle, transparente
aber zugleich auch sehr warme Produktion kommt den drei Holländern
wahrlich zu Gute, da sie keine Details verbirgt und dem geneigten Hörer
den heftigen Death Metal mit voller Wucht präsentiert! Die Gitarren
sägen tief und messerscharf, das Drumming peitscht ordentlich nach
vorne, der Bass brummt angenehm akzentuiert und der brutale, tiefe, aber
stets verständliche Gesang ist hier nur das i-Tüpfelchen! Besonderer
Anspieltipp ist hier das megafette „Terror from beyond“ (http://ecocide-osdm.bandcamp.com/track/ ... rom-beyond)
wo die Massacre- und Vomitory-Parallelen sehr offensichtlich sind, das
aber nicht als copycat-Vorwurf sondern als Lob verstanden werden dürfen,
da sich wohl noch keine Band so glaubwürdig vor diesen Meistern
verbeugt hat! Wer jetzt hier Melodien, vertrackte Soli, virtuosen
Einfallsreichtum oder anspruchsvolle Texte sucht, ist gänzlich fehl am
Platz und darf weitergehen! Alle anderen sollten schleunigst 7,50€
zusammenkratzen und die Jungs supporten, sie haben es echt verdient (und
versenden die CDs auch blitzschnell)! Außer dem ein wenig billig
aussehenden Cover gibt es hier wahrlich nichts zu meckern und ich bin
mir sicher, dass diese Scheibe hier noch oft rotieren wird und drücke
die Daumen, dass sich da bald ein Label findet!
1. Human Abattoir 2. Humble Abode 3. Dearly Beloved 4. Relish the Blood
Weiter
geht es mit einer ganz besonders heftigen, musikalischen
Achterbahnfahrt, die dieses Mal aus dem fernen Australien stammt. Die
Rede ist vom ersten Lebenszeichen des Quintetts aus Melbourne unter dem
Namen Abramelin. Die Jungs konnten nämlich bereits in den frühen 90ern
Erfolge unter dem Namen Acheron einfahren (zwei Demos und eine legendäre
EP) und entschlossen sich 1994 dazu ihren Namen zu ändern, nachdem die
amerikanischen Acheron immer populärer wurden. Und auf ihrem Debüt
unter neuem Namen perfektionierten die Jungs ihren Sound derart, dass
man die fünf Australier fortan zur Speerspitze des australischen Death
Metals zählen durfte. Das Quintett schaffte es nämlich eine ganz
eigene Mischung aus europäischen Melodien, amerikanischer Brutalität und
australischer Exotik zu kreieren! Stellt euch nur einmal vor ganz alte
Grave würden mit ganz alten Suffocation und Broken Hope korpulieren und
auch finnische Bands wie Abhorrence, Demigod oder Purtenance geben ihre
Saat hinzu und ihr habt die ganz spezielle Mischung der verrückten
Australier! Dies wird auch direkt im großartigen Opener „human
abattoir“ offensichtlich, der mit einem Filmintro aus John Carpenters
Klassiker „Das Ding“ langsam Fahrt aufnimmt, bevor schließlich nach
knapp 1,5 Minuten förmlich die Hölle losbricht! Ultratief gestimmte
Gitarren treffen auf abgrundtiefe Gurgelvocals und herrlich rumpeliges
Drumming, das besonders durch seine herrliche Töcker-Snare auffällt, die
sich nicht selten in Blastbeat-Orgien austobt! Die ganz besondere
Kunst der Jungs ist es aber im totalen Chaos die Handbremse zu ziehen,
gen Europa zu blicken (vor allem Schweden und Finnland) und griffige
Riffs und Melodien auszupacken! Das ganze garniert mit dem australischen
Wahnsinn und der amerikanischen Brutalität macht auf jeden Fall eine
ganz eigene Mischung aus, so dass jeder Schuss ein Treffer ist und die
knapp 23 Minuten leider viel zu schnell umgehen. Das Ganze klingt auf
jeden Fall herrlich roh, brutal und mitunter auch naiv (die Soli und
Melodien sind stellenweise nicht ganz so gerade *g*), was dem Ganzen
aber eine ganz besondere und vor allem auch sympathische Note gibt. Die
absolute Krönung dieser großartigen EP ist aber der Song „Dearly
beloved“ mit seinem stampfenden Anfang und dem großartigen
Finnen-Mittelpart, bei dem die Handbremse voll angezogen wird und eine
herrlich schmissige Düster-Melodie ausgepackt wird, dass sich mir sofort
die Nackenhaare aufstellen und ich vor meinem geistigen Auge fiese
Sumpf-Monster aus dem Nebel erheben Ganz großes Tennis auf jeden Fall! Die
Produktion ist auf jeden Fall sehr naturbelassen und warm, lässt aber
trotz aller Rumpeligkeit keine Details vermissen und nichts geht unter.
Lyrisch gibt es die typischen Death Metal-Horror-Stories, bei denen es
auch schon mal etwas derber hergeht... Das Cover ist übrigens ein
Ausschnitt des Gemäldes „Witches at their incantations“ von Salvator
Rosa und fängt die düstere Grund-Stimmung des Albums perfekt ein! Dieses
Motiv ist generell sehr bei Metal-Bands beliebt, da nach Abramelin u.a.
Infernal Torment, Vultur und Ancient Rites auch Ausschnitte
verwendeten, wobei Abramelin die Vorreiter gewesen sein dürften Nach
dieser EP folgte ein selbstbetiteltes Album, das den Stil der EP
fortführte aber auch Experimente wagte, die schließlich sogar in einem
Dead can dance-Cover gipfelten. Das Album ist zwar auch stark, aber das
Rohe und Ungestüme der EP war hier nicht mehr zu finden. Lyrisch legte
man auf jeden Fall noch eine Schippe drauf und in Australien wurde das
Album sogar auf den Index gesetzt! 2000 folgte dann noch ein finales
Album, bei dem aber nur noch Sänger Simon und Gitarrist Tim mitwirkten
und das von einer furchtbar klinischen Produktion und einem
schlecht-prgrammierten Drumcomputer geprägt wurde. Kurz danach wurde die
Band dann auch zu Grabe getragen. Alle drei Lebenszeichen der Band
sind heutzutage auf jeden Fall gesuchte Raritäten und sind
dementsprechend nur sehr schwer zu bekommen. Sowohl Album als auch EP
gehen schon mal für 70€ und mehr über die Theke und ich bin sehr froh
die EP für einen guten Kurs bekommen zu haben. Sollte man auf jeden Fall als Freund von außergewöhnlichen Old School Death Metal haben!
Label: With your teeth records (sowohl die Erstpressung auf Vinyl/Tape als auch das CD-Re-Release)
Cover-Art: 1. Vomit Pool 2. Hatred and Pain 3. Spawns of Human Waste 4. Mutilation 5. Corpus Rottus 6. Intensified Gore 7. Reversed Prayer 8. Bigotry
Heute
geht es über den großen Teich nach Wilmigton, Delaware, wo sich im
Jahre 1989 vier Jungs zusammenfanden, um herrlich stumpfen
straight-forward Ami-Death Metal zu zelebrieren! Nach einem eher
dilettantischen Demo mit einem absolut unterirdischen Sound (als
Bonustracks auf dem CD-Re-Release enthalten) konnten die Jungs den
Durchbruch im lokalen Underground erst mit ihrer 7“ „Intensified Gore“
schaffen, die über das kleine Label „with your teeth Records“ von
Deceased-Mastermind King Fowley herausgebracht wurde. Der Gute
glaubte an die Band und sah das Potential, das die beiden Songs inne
hatten und bot dem Quartett einen Deal für ein volles Album an, das im
Jahre 1991 in Form einer Vinyl- und Tape-Veröffentlichung das Licht der
Welt erblickte. Und hier wird direkt beim ersten Song klar, wo der Hammer hängt! Stellt
euch vor man paare alte Obituary mit Cannibal Corpse zu „Eaten back to
life“-Zeiten, mische ein wenig uralte Six Feet Under in das Gemisch und
fertig ist herrlich stumpfer Ami-Death Metal, der gut nach vorne geht! Aufgepimpt
durch herrliche Terror-Gitarren-Soli, Bass-Soli und
Geschwindigkeits-Variationen gibt direkt der Opener einen perfekten
Einstieg und macht Lust auf mehr! Beim folgenden Song „Hatred and
pain“ zwängen sich dann die Cannibal Corpse-Vergleiche förmlich auf und
Klein-Leimy freut sich wie ein Schnee-König ob der Brutalität und des
Grooves, was man heutzutage bei den berühmten Amis so sehr vermisst! Auf
jeden Fall zeigen auch die folgenden Songs, dass man mit eher simplen
Mitteln (manchmal glaubt man wirklich Allen West hätte hier die Gitarren
eingespielt!) fetzigen und kurzweiligen Death Metal zelebrieren kann,
ohne auch nur einmal Melodien sprechen zu lassen oder technisch zu
werden. Und dennoch bleiben die Songs stets spannend, da das Songwriting
abwechslungsreich gestaltet ist, oft die Geschwindigkeit variiert wird
und man mit einem enorm kraftvollen Gesang und schmissigen Riffs punkten
kann! Die Produktion ist absolut typisch für eine Ami-Band aus
dieser Zeit und könnte auch so direkt aus den Morrisound Studios kommen.
Das Ganze ist zwar alles andere als klar und transparent, hat aber
ordentlich Druck und allein der geile Gitarrensound haut den stärksten
Affen vom Baum! Jedem Ami-Fan sollte hier auf jeden Fall das Herz
aufgehen! Nachdem letztes Jahr der Drummer Kevin gestorben ist, hat
man beschlossen ihm zu Ehren dieses lang vergessene Album zum ersten Mal
auf CD zu releasen und hat neben dem ersten Demo noch als Bonus den
Song „Smell/Dark winds of the netherworlds“ von einer uralten
Compilation beigefügt, der dem Album in nichts nachsteht und eine
ordentliche Terrorizer-Note hat. Zudem gibt es noch Liner-Notes von
Sänger Brian. Der Sound des Re-Releases unterscheidet sich übrigens von der Vinyl-Variante. Weil
nämlich die Master-Tapes verschwunden sind, hat man sich die Songs von
verschiedenen Vinyl-Versionen zusammengesucht und das typische
Vinyl-Rauschen entfernt. Dass man es hier nicht mit einer richtig
gemasterten CD zu tun hat, merkt man nur gelegentlich anhand von
Knacksern oder kurzen Lautstärke-Schwankungen, die aber wirklich nicht
ins Gewicht fallen (die Youtube-Songs sind übrigens direkt vom Vinyl und
klingen um Längen schlechter als die CD-Variante). Wer also mit
Allen West-Bands ala Obituary, Lowbrow oder Southwicked und uralten
Cannibal Corpse oder Grave Descent etwas anfangen kann, sollte hier mal
die Augen und Ohren offen halten! Ich habe mir meine Kopie bei Hells
Headbangers für einen enorm günstigen Kurs bestellt, aber auch Raul von
Memento Mori wird wohl demnächst einige CDs am Start haben. Hier heißt
es schnell zugreifen, bevor das Re-Release wieder vergriffen ist!
Label: Unisound Records (re-released durch Dark Descent und The Crypt als „Mcmxci-Mcmxciv“ mit allen Demos)
Cover-Art:
Original
Re-Release
1. Elohim 2. Tales from the Tomb 3. Brain Access 4. Timeless (instrumental) 5. Screaming in Phobia 6. Enkelbiljetten (G-Anx cover) 7. Indication Vitalis 8. Soul Incest 9. Spräng Skiten 10. Towards the Endless Throne 11. Lepra (instrumental) 12. The Final Conflict (The Pornoflute Pt. II) 13. Splenium for Nyktophobia
Es
ist 1994. Die Schweden-Death-Vorreiter Entombed, Grave und Dismember
und viele andere Bands beschreiten neue Wege und der schwedische Death
Metal hat seine Glanzzeit längst hinter sich gebracht und der Lack ist
ab. Dass sich aber zu dieser Zeit im Underground einiges regt und es
energiegeladene Scheiben voller Leben und Brutalität gibt, die sich eher
auf das Rohe und Ungestüme konzentrieren, als auf neuartige
Experimente, bewiesen hier bereits Bands wie EXCRUCIATE, MOONDARK oder
in diesem Falle UNCANNY, die mich mit ihrem einzigen Album sofort in
ihren Bann gezogen haben. Denn hier wird eine Form des Schweden-Death
Metals zelebriert, wie ich ihn immer am Liebsten gehabt habe: straight
forward, nicht zu rumpelig, ausgestattet mit feinen Leads und einer
schön klaren Produktion, die sich von Sunlight-Einheitsbrei abhebt und
gesegnet ist mit einem herrlich tiefen, aber auch sehr gut
verständlichen Gesang, wie es leider nur die wenigsten hinkriegen. Ja
man könnte fast meinen ich spreche hier von den guten alten Edge of
Sanity. Und in der Tat, beim ersten Durchlauf fielen mir direkt
Parallelen zu den Edge of Sanity-Erstwerken auf. Denn nicht nur klingt
Sänger Jens verdächtig wie Meister Swanö, nein die Jungs verstehen es
auch geschickt Melodien in den Vordergrund zu stellen, ohne dass das
Ganze weichgespült oder cheesy klingt. Dass Meister Swanö hier auch noch
an den Reglern saß, beim Instrumental „Timeless“ (EoS pur!) ein Solo
beisteuerte und sich auch um das Remixing und Remastern kümmerte, rundet
das Ganze noch perfekt ab. Ein Schelm wer Böses dabei denkt Der
Sound ist auf jeden Fall absolut perfekt und für diese Zeit
überraschend druckvoll und zugleich transparent. Jedes Instrument ist
klar herauszuhören und selbst der Bass ist absolut gleichberechtigt!
Eine absolute Blaupause wie Schweden-Death-Produktionen zu klingen
haben! Die fünf Jungs aus Avesta kloppen die 13 Songs auf jeden Fall
mit Leichtigkeit in knapp 38 Minuten runter und man ist schon nach dem
ersten Durchlauf gewillt die Repeat-Taste zu drücken, so herrlich
erfrischend und professionell tönt dieses großartige Debüt! Stellt
euch vor ganz alte Edge of Sanity paaren sich mit God Macabre, Gorement
und Excruciate und ihr habt in etwa eine Vorstellung was euch hier
erwartet! Zwar gibt es mit dem crustigen Klopper „Spräng Skiten“ oder
dem Industrial(!)-Song „Lepra“ auch zwei etwas experimentellere Stücke
zu verzeichnen, aber ähnlich wie bei Edge of Sanity fügen sich diese
vermeintlichen Fremdkörper perfekt in das restliche Material ein. Zu
schade, dass es (bislang) bei diesem einen Album blieb, denn nach dem
Release löste sich die Band auf. Erst im Jahre 2008, als Daniel Ekeroth
(der übrigens mit fast der kompletten Uncanny-Mannschaft gemeinsam bei
Dellamorte musizierte) Bands für seinen Jubiläumsgig zu Gunsten seines
„Swedish Death Metal“-Buches suchte, taten sich die Jungs wieder
zusammen und proben seitdem wieder regelmäßig und konnten im letzten
Jahr mit einer coolen 7“ punkten. Man darf gespannt sein, was da noch so
kommt Die
Jungs sind übrigens alle auch kein unbeschriebenes Blatt und so tummeln
sich hier Mitglieder von Demonical, Moondark, Dellamorte, Centinex,
Interment, Katatonia etc. pp. was wohl auch etwas über die Qualität der
Musik aussagen dürfte Bei
der „Mcmxci-Mcmxciv“-Compilation gibt es neben dem Album noch die zwei
Demos und den Uncanny-Teil der Uncanny/Ancient Rites-Split zu hören.
Hier hat zwar das Album klar die Nase vorn, aber man kann ganz gut
erkennen, wo die Reise einmal hingehen sollte. Die Compilation gibt es
als schicke 3-LP im dicken Gatefold, das aber schon lange restlos
ausverkauft ist, während die 2-CD von Dark Descent noch (!) für kleines
Geld bei den Händlern eures Vertrauens abzustauben ist. Nicht lange
überlegen, sondern direkt zugreifen, ein must-have für
Schweden-Tod-Fans!
1.Submit to Earth 2.Succeeding the Reign 3.Barriers 4.Vaporized 5.Anatomy Catastrophe 6.Left to Rot 7.Devious Conceptions 8.The Beast Within 9.Addiction 10.Born in Amity 11.Poor Rich Man
Heute
fliegen wir wieder zurück ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um
einer Band aus Texas zu huldigen, die sich bereits 1989 gründete und es
leider nie schaffte ein komplettes Album aufzunehmen, was auch der Grund
sein dürfte, dass die Band nur den wenigsten bekannt sein dürfte.
Anfang 2013 wurden aber endlich alle drei Demos der Band als remasterte
Compilation wiederveröffentlicht und endlich bekommen die Jungs die
Aufmerksamkeit, die ihnen bislang verwehrt blieb. Die Jungs aus Dallas
zelebrierten auf ihrem ersten, selbstbetitelten Demo noch brutalen
Thrash Metal, der am ehesten an Solstice, Demolition Hammer, Devastation
oder Incubus erinnerte, aber schon eine derart ordentliche Death
Metal-Note hatte, dass man es nicht als reinen Thrash Metal abtun
konnte. Auf ihrem legendären Demo „Barriers“ von 1992 hatten die
Jungs schließlich ihren eigenen Stil gefunden und verschrieben sich dem
brutalen Ami-Death, wo fett stampfende Mosh-Parts mit technischer
Finesse und dezenten Melodien vermengt wurden! Das Ganze hört sich an
wie ein Bastard aus Suffocation, Cannibal Corpse, Disincarnate,
Immolation und Baphomet und rumpelt herrlich roh und brutal aus den
Boxen Meint
man an manchen Stellen die Jungs überschlagen sich förmlich, wird einem
prompt das Gegenteil bewiesen, indem filigrane Melodien und vertrackte
Technik-Parts aus dem Ärmel geschüttelt werden, als sei es ganz
selbstverständlich. Und eben diese Mischung aus naiv-sympathischen
Stumpfsinn und filigranen Parts macht den Charme dieser Compilation aus!
Denn auf allen Demos beweisen die Jungs, dass sie wissen was sie tun
und behalten stets ein spannendes Songwriting bei! Das Intro des
Titelsongs des Barriers-Demos ist übrigens nicht aus einem Film und
entstammt auch keinem Keyboard, sondern wurde tatsächlich eigens von
einigen Musikern des Dallas Symphony-Orchesters eingespielt, was
sicherlich nicht gerade alltäglich für eine Demoband ist... Generell
markieren die fünf Songs dieses Demos den Höhepunkt des Schaffens der
Texaner, da hier die Musik direkt auf den Punkt kommt, mächtige
Moshparts bietet und stets überraschende Wendungen mit sich bringt, die
das Ganze frisch und spannend hält. Auch die Produktion ist hier wohl
am professionellsten gelungen, da sie alle Instrumente gleichberechtigt
in Szene setzt und auch druckvoll und authentisch tönt. Zwar wirkt das
Schlagzeug etwas holprig, aber das hat man von Demos aus den frühen
90ern schon schlimmer gehört Das
Teil konnte die Jungs laut Liner-Notes auch international etablieren
und so konnten die Texaner sogar einen Platten-Deal mit JL America an
Land ziehen. Hierüber sollte ihr Debüt-Album „Visions of Nihilism“
(daher der Compilation-Titel) erscheinen, doch leider kam es nicht dazu,
da sich im Jahre 1995 die Wege der Mitglieder trennten und jeder neue
Projekte in Angriff nahm. Die Compilation zeigt aber ganz gut, was
aus den Jungs hätte werden können und ist einmal mehr ein Zeugnis davon,
welche Talente damals ein Underground-Dasein fristeten, ohne dass kaum
jemand davon Notiz nahm. Sollte man als Ami-Death Metal-Fan auf jeden
Fall sein eigen nennen! Das Teil bekommt man noch zu guten Kursen bei
den üblichen Verdächtigen wie Ebay, Discogs oder auch bei FDA. Schnell
zugreifen, bevor es zu spät ist
Label: Thrash Records (Re-Released durch Cryptorium Records)
Cover-Art:
Original Cover
Re-Release-Cover
1. Blood Runs Free 2. Raise the Dead 3. False Paradise 4. Shreds Left Behind 5. Death Remains 6. Into the Decay 7. Calls from the Beyond 8. Bloodshed
Es
war hier schon lange nicht mehr schwedisch, von daher wird es Zeit
anlässlich zum Re-Release dieser längst vergessenen Perle einmal mehr
ins Land der Elche zu reisen. Dieses Mal ist die Rede von Mega Slaughter
aus Göteborg, die 1991 ihr Debüt über das französische Label Thrash
Records in LP-Form unter das Volk warfen. Im Gegensatz zu fast allen
anderen Vertretern aus der zweitgrößten Stadt Schwedens zelebriert das
Quintett hier keinen filigranen Melodic Death Metal, sondern tönt eher
böse, stumpf und amerikanisch. Hier gibt es feinen Massacre-Groove,
stumpfes Autopsy-Gebolze, jede Menge uralte Death und Possessed, aber
eben auch schwedisches Gesäge verziert mit den typischen
Horrorfilm-Keyboards und dezenten Melodien. Man entsagt jedoch
produktionstechnisch vollkommen dem typischen Sunlight-Sound und setzt
ähnlich wie damals Authorize, Epitaph, Mastication, Excruciate oder
Crematory eher auf einen anderen Gitarrensound, der weder schwedisch
noch amerikanisch tönt und scheinbar das logische Bindeglied zwischen
beiden Stilen zu sein scheint. Man tönt dadurch auf jeden Fall
wesentlich bedrohlicher, fieser und angepisster als die gängigen
Vertreter aus Stockholm und kann durch den sympathisch-naiven Charme,
der in der Simplizität der Musik begründet ist, noch zusätzlich punkten. Es
rumpelt nämlich ganz gewaltig im Karton und von feisten Uffta-Parts
über fett groovende Mosh-Monster hinzu rasend-schnellen
Uptempo-Abschnitten ist hier alles an Bord, was eine schöne 90er Jahre
Death Metal-Scheibe benötigt! Fette Growls, markerschütternde Schreie,
dilettantische Terror-Soli und ganz viel Hall lassen hier auf jeden Fall
jeden Old School-Jünger mit den Ohren schlackern Die
Produktion ist nämlich typisch für diese Zeit und tönt wie immer
angenehm warm und authentisch und in den langsamen Passagen herrlich
transparent. Nur in den schnelleren Parts wird es ab und an etwas
matschiger, da gibt es aber wahrlich schlimmere Vertreter der Zunft. Man
kloppt hier auf jeden Fall eine knappe Dreiviertelstunde famosen Death
Metal runter, der zwar den Death Metal schon damals nicht revolutioniert
hat, aber durch die geschickte Fusion aus Übersee-Brutalität und
Skandinavien-Gesäge ein zutiefst kurzweiliges Vergnügen darstellt, das
man auf jeden Fall mal gehört haben sollte! Nach diesem Album brachte man noch im selben Jahr ein 3-Track-Demo heraus, welches das Album noch um ein Vielfaches toppte (http://www.youtube.com/watch?v=6G7foqb7Uns)
und wo man sich noch böser aber auch gereifter zeigte, bevor man sich
schließlich auflöste. Dieses grandiose Demo findet sich ebenso wie die
beiden vorangegangenen Demos (die nur was für Komplettisten sind)
zusammen mit dem Album auf der überaus schönen Re-Release-Box von
Cryptorium Records erstmals auf Doppel-CD! Generell ist diese Box ein
wahres Musthave! Man verpasste dem Album ein zeitgemäßeres Cover für
das sich niemand Geringeres als Joe Petagno (u.a. Motörhead, Marduk,
Incantation, Angelcorpse etc.) verantwortlich zeigte, packte noch einen
Patch und ein Poster und neben erwähnter Demo-Collection-CD außerdem
noch ein 40-seitiges Booklet mit Linernotes, Fotos und Flyern bei, die
diese Collection schon jetzt zu einem Klassiker machen! Hier heißt es
schnell zugreifen (bekommt man auf der Homepage von Cryptorium: http://www.cryptorium.se)!
Und lasst lieber die Finger von der Einzel-CD-Version von Arsenal of
Glory aus dem Jahre 2007! Hierbei handelt es sich nämlich um ein
Bootleg, das nie von der Band abgesegnet wurde! Solltet ihr jedoch je
die Vinyl-Version von Thrash-Records in die Finger kriegen, überlegt
nicht lange, da dies über kurz oder lang eine ordentliche Wertanlage
werden dürfte!
1. Eternal Storms Of Hate 2. Where No Reality Reigns 3. Enchanted By Mortal Fears
So,
bevor der Monat zu Ende geht, soll es doch hier mal wieder ein
Lebenszeichen geben. Und nein, es geht hier nicht um die neue Band von
Ex-Iced Earth-Sirene Tim "Ripper" Owens, sondern um schön stumpfen
Brutalo-Death Metal, wie er schöner und rumpeliger kaum sein kann Die
Rede ist von den drei Briten "Beyond Fear", die nur drei kurze Jahre
existierten und postmortem im Jahre 1997 eine Mini-CD mit drei Songs
veröffentlichten, die es echt in sich hatte! In einer knappen halben
Stunde (ja, ihr habt richtig gelesen, die drei Songs haben alle
Überlänge!) werden hier alle Register gezogen und es gibt von rumpeligen
Balstbeats, über fette Midtempo-Passagen hinzu dezenten Melodien und
Soli alles was das Old School-Death Metal-Herz erfreut! Erfreulicherweise
orientiert man sich auch hauptsächlich an amerkanischen Bands und so
zelebriert man eine stumpfe Mischung aus Suffocation und alten Massacre,
kann aber dennoch mit eigener Note punkten! Ab und an tönen aber
doch mal die britischen Wurzeln durch und eine Prise Napalm Death und
Benediction sind nicht zu verleugnen, was dem ganzen Reigen aber
durchaus gut tut Das
Riffing bleibt auf jeden Fall stets simpel und man merkt den Jungs ihr
Alter durchaus an (das Bandfoto suggeriert, dass die Jungs während der
Aufnahmen wahrscheinlich nicht mal 20 waren). Die fehlende technische
Virtuosität wird jedoch durch unbändige Energie und hohe Spielfreude
100fach wett gemacht und so ist es gerade die gewisse Naivität und
Aggression, die den Charme dieser Scheibe ausmacht! Der Gesang klingt
übrigens überraschend brutal und heftig und kann sich durchaus mit den
Großen im Genre messen und weiß voll und ganz zu überzeugen! Die
Produktion ist absolut naturbelassen und alles tönt herrlich analog.
Dennoch ist jedes Instrument wohl akzentuiert und der Sound ist
überraschend druckvoll! Eine wirklich rundum gelungene Scheibe, bei
der es mich jedes Mal nach einem Durchlauf in den Fingern zuckt erneut
auf Play zu drücken! Wirklich sehr schade, dass man nie wieder etwas von
den Jungs gehört hat und auch die beiden vorangegangenen Demos den
meisten (inklusive mir) unbekannt sein dürfte. Wahrlich eine Schande,
denn hier schlummerte wirklich Talent! Die Scheibe ist übrigens
extrem rar und ich habe sie noch nie bei Ebay oder ähnlichen Markplätzen
gesehen. Ihr könnt euch also vorstellen, wie glücklich ich war, als ich
sie letzten Monat nach ewig langer Suche durch Zufall auf einem Konzert
erstanden habe! ^^ Danke hier nochmal an Dani von Revenge
Productions, der mir dieses Kleinod für einen äußest fairen Kurs
überlassen hat! Du weißt gar nicht, wie glücklich du Klein-Leimy damit
gemacht hast Wenn ihr also mal die Gelegenheit habt, greift sofort zu, ihr werdet es nicht bereuen!
1. Coelo Affixus Sed Terris Omnibus Sparsus - Intro 2. Grimorium Verum 3. Victa Lacet Virtus 4. Nunc Scio Tenebris Lux 5. Allegoria De Gula Et Luxuria 6. Clausae Patent 7. Deest Remedii Locus, Ubi, Quae Vitia Fuerunt, Mores Fiunt 8. Regno, Regnavi, Regnabo
So,
einmal im Monat muss es hier einfach weitergehen. Und bei der nächsten
Band würde ich zu gern euer Stirnrunzeln beim Lesen des Bandnamens sehen
Auch
ich war sehr skeptisch als mir ein Kumpel diese Band empfahl (danke
nochmal an Sönke für den megageilen Tipp!) und habe wirklich nicht so
einen Kracher erwartet. Denn hier haben wir es nicht mit einer
fürchterlichen Mittelalter-Rock-Band zu tun, sondern mit fetten
Midtempo-Death Metal der alten Schule, wie er massiver und brachialer
kaum sein kann! Ja ihr habt richtig gehört, hier geht es richtig derb
zur Sache und das Ganze hört sich an, als hätten alte Bolt Thrower mit
ganz alten Grave und Funebrarum korpuliert! Allein wegen dem fetten
Riffing und den ultratiefen und voluminösen Vocals solltet ihr mal ein
Ohr riskieren! Auch Vergleiche zum letzten Putrevore-Output oder dem
grandiosen Debüt der texanischen Bolt Thrower-Fanatiker „War Master“
zwängen sich gerade auf. Alles wirklich keine schlechten Referenzen!
Das Ganze klingt noch verwunderlicher, wenn man mal schaut, welche
Wurzeln die Band hat. Das ukrainische Quartett musiziert nämlich sonst
ausschließlich in Black Metal-Kapellen von denen Drudkh (übrigens 1:1
die gleiche Besetzung!) und Dark Ages wohl die Bekannteren sein dürften.
Und gerade Black Metal scheint hier zu keiner Sekunde durch, sondern
von vorne bis hinten feinster Brachial-Death Metal! Neben den
genannten Vergleichsbands wird’s bei „Clausae Patent“ am Anfang
schleppend-doomig und gegen Ende gar punkig-rumpelig und man fühlt sich
an Benediction oder schwedische Crust-Bands erinnert, während der
vorletzte Song gar ein paar Hypocrisy-Reminiszenzen zu ihren Glanzzeiten
beinhaltet. Worum es schlussendlich lyrisch geht, lässt sich nur
erahnen, denn Texte sind leider keine abgedruckt. Glaubt man aber der
Biographie des Labels, sind alle Texte auf Latein verfasst (die Titel
lassen es erahnen) und man hat sich wohl an mittelalterlichen Lyrikern
orientiert. Ob's stimmt werden wir wohl nie erfahren Es
ist mir auf jeden Fall schleierhaft wie mir ein derart starkes Death
Metal-Release letztes Jahr durch die Lappen gehen konnte, denn ein solch
brachiales Debüt habe ich wirklich schon lange nicht mehr gehört! Dies
ist nicht nur dem songdienlichen Songwriting oder den fetten Vocals
geschuldet, sondern auch der herrlichen Breitwand-Produktion, die
ordentlich druckvoll daherkommt, aber nicht überproduziert wirkt. Ich
hoffe auf jeden Fall, dass die vier Jungs sich weiterhin dem Death Metal
widmen und auch in Zukunft ähnlich heftige Brocken unter's Volk werfen,
denn auch wenn man sich bei einigen Bands Inspiration geholt hat,
klingt das Ganze nicht nach einem müden Abklatsch der genannten Bands,
sondern tönt frisch und hat eine eigene Note. Ich bin wirklich gespannt,
was man von den Jungs noch hören wird! Das Teil bekommt ihr bei so gut
wie jedem Metal-Dealer eures Vertrauens und gehört in jede
ernstzunehmende Death Metal-Sammlung!
1. Desert of Shattered Hopes 2. Binding of Dragons 3. Home of the Lonesome Wanderers 4. Black Mourning 5. Remembering the Dead (Intro) 6. Sick Are the Shadows of Reality 7. Descendants Thereafter 8. Tomorrow Is the End 9. Woods for the Suicides
Nach
langer Durststrecke geht’s hier endlich mal weiter, ich gelobe
Besserung mit den Zeitabständen zwischen den einzelnen Reviews. Dafür
stelle ich euch jetzt ein ganz besonderes Schmankerl vor, das einen
gänzlich eigenen Sound besitzt und leider auch mal wieder nicht die
Bekanntheit erlangt hat, die es eigentlich verdient hätte. Die Rede
ist vom 1993er Debüt-Album der vier Texaner Crucifixion, denen es hier
gelungen ist ein äußerst düsteres, aber gleichzeitig auch sehr brutales
und dennoch sehr melodisches Death Metal-Album aufzunehmen. Die Jungs
mit dem invertierten Logo haben sich ganz dem Tod, Deibel und dem Bösen
verschrieben und zelebrieren ihre düstere musikalische Messe förmlich
und verleihen der sowieso schon düsteren Musik noch mit diversen
Keyboard-Einsprengseln, Schreien gequälter Seelen und äußerst
fulminanten Leads und Soli noch mehr Ausdruck! Verneigt man sich beim
einen Song noch vor Morbid Angel oder Sadistic Intent wird an anderen
Stellen auch mal gern Deicide, Vital Remains oder gar Death (die Soli!)
zitiert. Dies wird vermengt mit der typischen düsteren Brachialität
texanischer Kombos, wie wir es von Infernal Dominion oder Imprecation
gewohnt sind. Und dennoch sind all diese Vergleiche nur ungefähre
Anhaltspunkte, denn verwunderlicherweise kreieren die Jungs einen
vollkommen eigenständigen Sound und haben ein echtes Händchen um
zwischen infernalischer, stumpfer Raserei und filigranen Düster-Melodien
hin- und herzuwechseln, wie ich es so noch von keiner anderen Band
gehört habe! Egal ob Highspeed-Baller-Parts, stampfende Walz-Elemente,
Mid-Tempo-Melodie-Abschnitte oder gar Akkustik-Intermezzi: Hier ist
alles vertreten, was ich mir von einem dunklen und bedrohlichen Death
Metal-Album wünsche! Über den infernalisch sägenden Gitarren und dem
bollernden Drums thront der schön hallige Growl-Gesang von Bassist Danny
und rundet die perfekte Finsternis-Vertonung nur noch ab. Lediglich
die etwas leise und drucklose Produktion wird hier dem hohen Anspruch
nicht gerecht. Zwar sind alle Instrumente gleich akzentuiert und es
herrscht ein herrlich analoger Klang vor, jedoch muss man den
Volume-Regler arg aufreißen und auch den Equalizer ein wenig bemühen.
Ist dies geschehen, sollte aber jeder Freund von Blaspherian, Infernal
Dominion, Imprecation, Vital Remains, Sadistic Intent oder Deicide
aufhorchen und ordentlich die Matte kreisen lassen! Besser kann man
satanischen Death Metal kaum spielen! Abgerundet wird dies noch
durch ein schönes Cover von dem unbekannten Künstler Phillip Karger, das
mich an die Immolation-Werke von Andreas Marschall erinnert. Wirklich
schade, dass dieses Album im Jahre 1993 in der damaligen
Veröffentlichungsflut hoffnungslos untergegangen ist. Während man in
Europa wohl einen recht guten Vertrieb hatte, tat sich bis 1995 im Rest
der Welt wohl gar nichts (erst da wurde die Scheibe auch in den USA
released), weswegen es die Jungs wohl auch nie über den
Geheimtipp-Status hinaus gebracht haben. Man nahm noch ein weiteres
Album mit dem Titel „Path less taken“ auf, das dem Debüt in nichts
nachstand aber auch kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
Dieses Album scheint auf jeden Fall wesentlich rarer zu sein als das
Debüt und steht auch noch auf meiner must-have-list. Wenn also jemand
weiß wo man dieses noch zu erschwinglichen Kursen bekommen kann, soll er
sich bitte direkt bei mir melden Das
Debüt bekommt man übrigens bei den üblichen Verdächtigen (Discogs,
Amazon.com, Ebay etc.) für Kurse zwischen 10€ und 25€. Greift zu,
solange es noch Exemplare gibt! Es ist übrigens leider nichts über
den Verbleib der Band bekannt und niemand weiß so recht ob es jemals
noch ein Lebenszeichen der Texaner geben wird. Ich würde es mir
wünschen...
Im
neuen Jahr geht es direkt mit einem wahren Kleinod des stumpfen Old
School Death Metals weiter und gleichzeitig feiere ich hier auch die
Premiere mit der ersten britischen Band in diesem Blog Gerade
mal drei Monate nach dem ähnlich betitelten und auch ähnlich tönenden
Debüt der Birminghamer Urgesteine Benediction veröffentlichte im Januar
1991 eine junge Band aus der quasi-Nachbarmetropole Nottingham ihr
Debüt, das sich echt gewaschen hat und das bis heute leider ein
Geheimtipp-Dasein fristet. Die Rede ist von dem Trio Desecrator, das
sich 1989 gründete und nach einer 1-Track Promo mit einem fulminanten
Debüt aufwarten konnte, das sich echt gewaschen hat! Stellt euch vor
ganz alte Death werden mit Autopsy, ganz alten Massacre und Benediction
vermischt. Nun vermenge man dies ein wenig mit der schwedischen
Rotzigkeit der ganz frühen Tage (im letzten Song wird gar ganz doll der
Stockholmer Schule gehuldigt!) und ihr habt in etwa eine Vorstellung
welch Gebräu uns die drei Briten hier ausschenken! Erwartet keine
Melodien, erwartet keine technische Virtuosität, hier regiert die Axt im
Walde und der Knüppel wird nur selten in den Sack gepackt! Die Jungs
sind auch bestimmt nicht die besten Songwriter der Welt und auch der
Sound ist eigentlich nichts Besonderes. Dennoch sprüht diese Scheibe
einen dermaßen sympathisch naiven Charme aus, dass man sich dem als Old
School Death Metal-Fan nicht entziehen kann. Denn die Jungs verstehen es
wirklich groovige Riffs zu fabrizieren, die man zwar so ähnlich schon
hier und da gehört hat, aber sofort ins Ohr gehen, so dass man
augenblicklich im Moshpit das Tanzbein schwingen möchte Hört
euch nur mal das Mosh-Monster „Killing Joke“ an und ihr wisst in etwa
was ich meine! Man kann fast sagen, die Jungs haben den
Durchschnitts-Death Metal derart perfektioniert, dass das Ganze schon
wieder außergewöhnlich genial ist *g* Quasi das Album, das Benediction
immer schreiben wollten, aber nie geschrieben haben ^^ Solch
megastumpfe aber dennoch äußerst effektive Musik hört man heute wirklich
nur noch ganz selten! Und auch wenn die Songs allesamt ein wenig länger
gehen, wird es in den knapp 42 Minuten zu keiner Sekunde langweilig, da
man das stumpfe Treiben stets mit kleinen Überraschungen garniert, was
sich in gelegentlichen Soli oder Akkustik-Einschüben äußert, die sich
hervorragend ins restliche Soundgefüge einmischen! Einziges Manko
dieses Albums ist der enorm monotone Drumsound, der leider auch noch
sehr in den Vordergrund gemischt ist. Das punkige Spiel von Drummer Lee
Hawke ist zu Beginn ja noch erfrischend anders, aber spätestens nach
drei Songs fängt es an zu nerven, da außer Uffta-Uffta-Beats,
gelegentlichen Fills und Breaks fast keine Abwechslung zu hören ist. Ein
nicht unwesentliches Manko, das aber durch den restlichen Charme der
Platte durchaus wieder wett gemacht wird. Das großartige Artwork
stammt übrigens von niemand geringeren als dem Cover-Gott Dan Seagrave
und erinnert ein wenig an den Stil des legendären „Altars of
madness“-Covers. Kleine Anekdote am Rande: Selbiges Cover wurde später
auch nochmal auf einer Bootleg-Picture-Vinyl-Version von Morbid Angels
Demo „Abominations of desolation“ verwendet. Ein Schelm der Böses dabei
denkt *g* „Subconscious Release" erschien übrigens damals nur auf
Vinyl in einer kleinen Auflage von 500 Stück und es ist ein Wunder, dass
man trotzdem bei allen einschlägigen Quellen die Original-LP problemlos
für Kurse zwischen 30€ und 50€ bekommen kann. Dennoch bevorzuge ich
hier die Re-Release-Version auf CD, die letztes Jahr via "Mosh Tuneage"
herauskam (http://www.moshtuneage.bigcartel.com/pr ... release-cd).
Hier ist nicht nur der Sound um einiges fetter, sondern das Album wurde
noch durch vier weitere Demo-Songs erweitert, die kurz nach dem Album
aufgenommen wurden, aber nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten.
Und hier übertreffen die Jungs glatt ihr Debüt, mischen noch ein wenig
finnische Düsternis, Durchschlagskraft und Gesang ganz alter Vader und
dezent doomige Klänge hinzu. Das Ganze wird sogar noch in einem fetteren
Soundgewand präsentiert als das Album und auch Drummer Lee hat ein
wenig dazugelernt
Greift zu, solange es dieses Re-Release noch gibt und erfreut euch an
einer erfrischend unbeschwerten Death Metal-CD die zu Unrecht nie den
Erfolg einfahren konnte, der ihr eigentlich seit jeher zustand. Und entschuldigt die Soundqualität der Songschnipsel, die Songs des Albums stammen von der Vinyl-Version.Subconscious Release: