Sonntag, 17. März 2013

Rattenfänger - Epistolae Obscurorum Virorum

Label: Dark Essence Records

Cover-Art:




1. Coelo Affixus Sed Terris Omnibus Sparsus - Intro
2. Grimorium Verum
3. Victa Lacet Virtus
4. Nunc Scio Tenebris Lux
5. Allegoria De Gula Et Luxuria
6. Clausae Patent
7. Deest Remedii Locus, Ubi, Quae Vitia Fuerunt, Mores Fiunt
8. Regno, Regnavi, Regnabo


So, einmal im Monat muss es hier einfach weitergehen. Und bei der nächsten Band würde ich zu gern euer Stirnrunzeln beim Lesen des Bandnamens sehen :D
Auch ich war sehr skeptisch als mir ein Kumpel diese Band empfahl (danke nochmal an Sönke für den megageilen Tipp!) und habe wirklich nicht so einen Kracher erwartet. Denn hier haben wir es nicht mit einer fürchterlichen Mittelalter-Rock-Band zu tun, sondern mit fetten Midtempo-Death Metal der alten Schule, wie er massiver und brachialer kaum sein kann! Ja ihr habt richtig gehört, hier geht es richtig derb zur Sache und das Ganze hört sich an, als hätten alte Bolt Thrower mit ganz alten Grave und Funebrarum korpuliert! Allein wegen dem fetten Riffing und den ultratiefen und voluminösen Vocals solltet ihr mal ein Ohr riskieren! Auch Vergleiche zum letzten Putrevore-Output oder dem grandiosen Debüt der texanischen Bolt Thrower-Fanatiker „War Master“ zwängen sich gerade auf.
Alles wirklich keine schlechten Referenzen! Das Ganze klingt noch verwunderlicher, wenn man mal schaut, welche Wurzeln die Band hat. Das ukrainische Quartett musiziert nämlich sonst ausschließlich in Black Metal-Kapellen von denen Drudkh (übrigens 1:1 die gleiche Besetzung!) und Dark Ages wohl die Bekannteren sein dürften. Und gerade Black Metal scheint hier zu keiner Sekunde durch, sondern von vorne bis hinten feinster Brachial-Death Metal!
Neben den genannten Vergleichsbands wird’s bei „Clausae Patent“ am Anfang schleppend-doomig und gegen Ende gar punkig-rumpelig und man fühlt sich an Benediction oder schwedische Crust-Bands erinnert, während der vorletzte Song gar ein paar Hypocrisy-Reminiszenzen zu ihren Glanzzeiten beinhaltet.
Worum es schlussendlich lyrisch geht, lässt sich nur erahnen, denn Texte sind leider keine abgedruckt. Glaubt man aber der Biographie des Labels, sind alle Texte auf Latein verfasst (die Titel lassen es erahnen) und man hat sich wohl an mittelalterlichen Lyrikern orientiert. Ob's stimmt werden wir wohl nie erfahren ;)
Es ist mir auf jeden Fall schleierhaft wie mir ein derart starkes Death Metal-Release letztes Jahr durch die Lappen gehen konnte, denn ein solch brachiales Debüt habe ich wirklich schon lange nicht mehr gehört! Dies ist nicht nur dem songdienlichen Songwriting oder den fetten Vocals geschuldet, sondern auch der herrlichen Breitwand-Produktion, die ordentlich druckvoll daherkommt, aber nicht überproduziert wirkt. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die vier Jungs sich weiterhin dem Death Metal widmen und auch in Zukunft ähnlich heftige Brocken unter's Volk werfen, denn auch wenn man sich bei einigen Bands Inspiration geholt hat, klingt das Ganze nicht nach einem müden Abklatsch der genannten Bands, sondern tönt frisch und hat eine eigene Note. Ich bin wirklich gespannt, was man von den Jungs noch hören wird! Das Teil bekommt ihr bei so gut wie jedem Metal-Dealer eures Vertrauens und gehört in jede ernstzunehmende Death Metal-Sammlung!


 






Dienstag, 5. Februar 2013

Crucifixion – Desert of shattered Hopes

Label: Mausoleum Records

Cover-Art:



1. Desert of Shattered Hopes
2. Binding of Dragons
3. Home of the Lonesome Wanderers
4. Black Mourning
5. Remembering the Dead (Intro)
6. Sick Are the Shadows of Reality
7. Descendants Thereafter
8. Tomorrow Is the End
9. Woods for the Suicides


Nach langer Durststrecke geht’s hier endlich mal weiter, ich gelobe Besserung mit den Zeitabständen zwischen den einzelnen Reviews.
Dafür stelle ich euch jetzt ein ganz besonderes Schmankerl vor, das einen gänzlich eigenen Sound besitzt und leider auch mal wieder nicht die Bekanntheit erlangt hat, die es eigentlich verdient hätte.
Die Rede ist vom 1993er Debüt-Album der vier Texaner Crucifixion, denen es hier gelungen ist ein äußerst düsteres, aber gleichzeitig auch sehr brutales und dennoch sehr melodisches Death Metal-Album aufzunehmen.
Die Jungs mit dem invertierten Logo haben sich ganz dem Tod, Deibel und dem Bösen verschrieben und zelebrieren ihre düstere musikalische Messe förmlich und verleihen der sowieso schon düsteren Musik noch mit diversen Keyboard-Einsprengseln, Schreien gequälter Seelen und äußerst fulminanten Leads und Soli noch mehr Ausdruck!
Verneigt man sich beim einen Song noch vor Morbid Angel oder Sadistic Intent wird an anderen Stellen auch mal gern Deicide, Vital Remains oder gar Death (die Soli!) zitiert. Dies wird vermengt mit der typischen düsteren Brachialität texanischer Kombos, wie wir es von Infernal Dominion oder Imprecation gewohnt sind. Und dennoch sind all diese Vergleiche nur ungefähre Anhaltspunkte, denn verwunderlicherweise kreieren die Jungs einen vollkommen eigenständigen Sound und haben ein echtes Händchen um zwischen infernalischer, stumpfer Raserei und filigranen Düster-Melodien hin- und herzuwechseln, wie ich es so noch von keiner anderen Band gehört habe! Egal ob Highspeed-Baller-Parts, stampfende Walz-Elemente, Mid-Tempo-Melodie-Abschnitte oder gar Akkustik-Intermezzi: Hier ist alles vertreten, was ich mir von einem dunklen und bedrohlichen Death Metal-Album wünsche!
Über den infernalisch sägenden Gitarren und dem bollernden Drums thront der schön hallige Growl-Gesang von Bassist Danny und rundet die perfekte Finsternis-Vertonung nur noch ab.
Lediglich die etwas leise und drucklose Produktion wird hier dem hohen Anspruch nicht gerecht. Zwar sind alle Instrumente gleich akzentuiert und es herrscht ein herrlich analoger Klang vor, jedoch muss man den Volume-Regler arg aufreißen und auch den Equalizer ein wenig bemühen. Ist dies geschehen, sollte aber jeder Freund von Blaspherian, Infernal Dominion, Imprecation, Vital Remains, Sadistic Intent oder Deicide aufhorchen und ordentlich die Matte kreisen lassen! Besser kann man satanischen Death Metal kaum spielen!
Abgerundet wird dies noch durch ein schönes Cover von dem unbekannten Künstler Phillip Karger, das mich an die Immolation-Werke von Andreas Marschall erinnert.
Wirklich schade, dass dieses Album im Jahre 1993 in der damaligen Veröffentlichungsflut hoffnungslos untergegangen ist. Während man in Europa wohl einen recht guten Vertrieb hatte, tat sich bis 1995 im Rest der Welt wohl gar nichts (erst da wurde die Scheibe auch in den USA released), weswegen es die Jungs wohl auch nie über den Geheimtipp-Status hinaus gebracht haben. Man nahm noch ein weiteres Album mit dem Titel „Path less taken“ auf, das dem Debüt in nichts nachstand aber auch kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Dieses Album scheint auf jeden Fall wesentlich rarer zu sein als das Debüt und steht auch noch auf meiner must-have-list. Wenn also jemand weiß wo man dieses noch zu erschwinglichen Kursen bekommen kann, soll er sich bitte direkt bei mir melden ;)
Das Debüt bekommt man übrigens bei den üblichen Verdächtigen (Discogs, Amazon.com, Ebay etc.) für Kurse zwischen 10€ und 25€. Greift zu, solange es noch Exemplare gibt!
Es ist übrigens leider nichts über den Verbleib der Band bekannt und niemand weiß so recht ob es jemals noch ein Lebenszeichen der Texaner geben wird. Ich würde es mir wünschen...






Montag, 7. Januar 2013

Desecrator – Subconscious Release

Label: R.K.T. Records (re-released by Mosh Tuneage)

Cover-Art (Dan Seagrave!):


1. Subconscious Release
2. Nothing Changes Anything
3. Ineffectual Condition
4. Repressive Acceptance
5. Killing Joke
6. Insult to Intelligence/Deadline
7. The Suffering


Im neuen Jahr geht es direkt mit einem wahren Kleinod des stumpfen Old School Death Metals weiter und gleichzeitig feiere ich hier auch die Premiere mit der ersten britischen Band in diesem Blog :D
Gerade mal drei Monate nach dem ähnlich betitelten und auch ähnlich tönenden Debüt der Birminghamer Urgesteine Benediction veröffentlichte im Januar 1991 eine junge Band aus der quasi-Nachbarmetropole Nottingham ihr Debüt, das sich echt gewaschen hat und das bis heute leider ein Geheimtipp-Dasein fristet.
Die Rede ist von dem Trio Desecrator, das sich 1989 gründete und nach einer 1-Track Promo mit einem fulminanten Debüt aufwarten konnte, das sich echt gewaschen hat!
Stellt euch vor ganz alte Death werden mit Autopsy, ganz alten Massacre und Benediction vermischt. Nun vermenge man dies ein wenig mit der schwedischen Rotzigkeit der ganz frühen Tage (im letzten Song wird gar ganz doll der Stockholmer Schule gehuldigt!) und ihr habt in etwa eine Vorstellung welch Gebräu uns die drei Briten hier ausschenken!
Erwartet keine Melodien, erwartet keine technische Virtuosität, hier regiert die Axt im Walde und der Knüppel wird nur selten in den Sack gepackt!
Die Jungs sind auch bestimmt nicht die besten Songwriter der Welt und auch der Sound ist eigentlich nichts Besonderes. Dennoch sprüht diese Scheibe einen dermaßen sympathisch naiven Charme aus, dass man sich dem als Old School Death Metal-Fan nicht entziehen kann. Denn die Jungs verstehen es wirklich groovige Riffs zu fabrizieren, die man zwar so ähnlich schon hier und da gehört hat, aber sofort ins Ohr gehen, so dass man augenblicklich im Moshpit das Tanzbein schwingen möchte :D
Hört euch nur mal das Mosh-Monster „Killing Joke“ an und ihr wisst in etwa was ich meine! Man kann fast sagen, die Jungs haben den Durchschnitts-Death Metal derart perfektioniert, dass das Ganze schon wieder außergewöhnlich genial ist *g* Quasi das Album, das Benediction immer schreiben wollten, aber nie geschrieben haben ^^
Solch megastumpfe aber dennoch äußerst effektive Musik hört man heute wirklich nur noch ganz selten! Und auch wenn die Songs allesamt ein wenig länger gehen, wird es in den knapp 42 Minuten zu keiner Sekunde langweilig, da man das stumpfe Treiben stets mit kleinen Überraschungen garniert, was sich in gelegentlichen Soli oder Akkustik-Einschüben äußert, die sich hervorragend ins restliche Soundgefüge einmischen!
Einziges Manko dieses Albums ist der enorm monotone Drumsound, der leider auch noch sehr in den Vordergrund gemischt ist. Das punkige Spiel von Drummer Lee Hawke ist zu Beginn ja noch erfrischend anders, aber spätestens nach drei Songs fängt es an zu nerven, da außer Uffta-Uffta-Beats, gelegentlichen Fills und Breaks fast keine Abwechslung zu hören ist. Ein nicht unwesentliches Manko, das aber durch den restlichen Charme der Platte durchaus wieder wett gemacht wird.
Das großartige Artwork stammt übrigens von niemand geringeren als dem Cover-Gott Dan Seagrave und erinnert ein wenig an den Stil des legendären „Altars of madness“-Covers. Kleine Anekdote am Rande: Selbiges Cover wurde später auch nochmal auf einer Bootleg-Picture-Vinyl-Version von Morbid Angels Demo „Abominations of desolation“ verwendet. Ein Schelm der Böses dabei denkt *g*
„Subconscious Release" erschien übrigens damals nur auf Vinyl in einer kleinen Auflage von 500 Stück und es ist ein Wunder, dass man trotzdem bei allen einschlägigen Quellen die Original-LP problemlos für Kurse zwischen 30€ und 50€ bekommen kann. Dennoch bevorzuge ich hier die Re-Release-Version auf CD, die letztes Jahr via "Mosh Tuneage" herauskam (http://www.moshtuneage.bigcartel.com/pr ... release-cd). Hier ist nicht nur der Sound um einiges fetter, sondern das Album wurde noch durch vier weitere Demo-Songs erweitert, die kurz nach dem Album aufgenommen wurden, aber nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Und hier übertreffen die Jungs glatt ihr Debüt, mischen noch ein wenig finnische Düsternis, Durchschlagskraft und Gesang ganz alter Vader und dezent doomige Klänge hinzu. Das Ganze wird sogar noch in einem fetteren Soundgewand präsentiert als das Album und auch Drummer Lee hat ein wenig dazugelernt ;) Greift zu, solange es dieses Re-Release noch gibt und erfreut euch an einer erfrischend unbeschwerten Death Metal-CD die zu Unrecht nie den Erfolg einfahren konnte, der ihr eigentlich seit jeher zustand.
Und entschuldigt die Soundqualität der Songschnipsel, die Songs des Albums stammen von der Vinyl-Version.
Subconscious Release:



4-Track-Demo:

Dienstag, 18. Dezember 2012

Dusk - Dusk

Label: Cyber Music

Cover-Art:


1. Envision the Terror
2. Element of Symmetry
3. Begotten Interlude
4. Dreamscape
5. Consigned to Oblivion
6. Mourning Shadow


Nach viel zu langer Pause geht es endlich mit dem versprochenen Death/Doom-Klassiker weiter und glaubt mir, das Warten hat sich gelohnt!
Denn heute geht es um eine außergewöhnliche Scheibe, die sich nur sehr schwer beschreiben lässt und bei der mir Vergleiche mit anderen Bands wirklich sehr schwer fallen. Die Rede ist von der legendären, selbstbetitelten Debüt-EP der amerikanischen Death/Doom-Band Dusk, die im Jahr 1993 das Licht der Welt erblickte und im darauffolgenden Jahr nach einem Demo mit diesem fulminanten Debüt aufwarten konnte!
Besonders zur derzeitigen, düsteren Jahreszeit dürfte der finstere, bedrückende und hoffnungslose Death Metal der Amis besonders gut zünden und euch ohne Probleme in seinen Bann ziehen.
Doch vorab seid gewarnt: Wer absolute Berührungsängste mit Keyboards hat, sollte mit Vorsicht an die Sache herangehen. Denn auch wenn jeglicher Keyboard-Ton (in der Masse übrigens gar nicht sooo viele) bedacht eingesetzt wurde und sich perfekt in die Musik einfügt, ist es dennoch ein wichtiger Bestandteil der Musik und könnte evtl. dem ein oder anderen sauer aufstoßen. Doch wie gut das Ganze hierher passt, belegt allein schon die Tatsache, dass ich als absoluter Keyboardhasser dieses Meisterwerk bedingungslos abfeiere ;)
Mit eben einem solchen Keyboard-Part wird die EP dann auch als Intro des Songs „Envision the Terror“ eingeleitet, bevor es dann an allen Ecken und Enden richtig zur Sache geht. Ja es gibt sie wirklich die Ballerparts und schweren Walzparts, denn auch wenn es immer mal wieder doomig zur Sache geht, handelt es sich hier trotzdem noch um eine Death Metal-Scheibe. Zwar weder im klassichen amerikanischen Sinne noch im klassischen schwedischen Sinne aber vielleicht ein wenig im britischen Stile. Denn ganz alte My Dying Bride oder Paradise Lost aus Demo-Tagen kommen mir durchaus hier und da in den Sinn, treffen das Ganze aber noch nicht so ganz. Man mische noch etwas Decomposed, ein klitzekleine Prise Disembowelment und einen ganz kleinen Schuss Winter hinzu und fertig ist ein ganz besonderer Cocktail, wobei diese ungefähre Darstellung das Ganze nur sehr vage beschreibt.
Im Gegensatz zu den genannten Bands hält man die Songs aber kurz und kompakt und selbst die langsamsten Doom-Parts wirken nie langatmig oder gar langweilig und immer dann wenn man nicht damit rechnet wird sogar mal richtig aufs Gaspedal getreten. Die Jungs haben definitiv ihren eigenen Stil und man fragt sich wirklich, warum man ihnen nicht mehr Aufmerksamkeit entgegen gebracht hat. Egal ob nun die fetten Gitarren mit Wiedererkennungswert, die tiefen Vocals mit ihrer Brutalität, das superabwechslungsreiche und wirklich anspruchsvolle Drumming oder die wohldosierten Keyboard-Parts: Hier ist alles vorhanden, was eine echt außergewöhnliche und coole Scheibe ausmachen sollte. Ja sogar die Produktion tönt angenehm fett und druckvoll und hat einen absoluten Wiedererkennungswert! Auf jeden Fall eine Scheibe, die es verdient hat noch einmal ausgegraben zu werden!
Nach dieser viel zu kurzen EP (nach gerade mal knapp 27 Minuten ist das Spektakel auch leider schon wieder vorbei) brachte man ein Jahr später noch das nicht minder gute Debüt-Album „Majestic thou in ruin“ heraus, wobei man hier die Doom-Elemente noch etwas ausbaute und das Ganze noch etwas epischer und zähfließender daherkommt.
Nach diesem Album verließ Sänger und Bassist Steve Crane die Band, da er tatsächlich zum Christentum konvertierte und als Missionar nach Afrika ging! Wahrscheinlich zerbrach daran schließlich die Band, denn man nahm zwar noch ein weiteres Album im Jahre 1997 auf, dieses wurde aber erst posthum im Jahre 2005 als Split mit der Band Aphotic unter dem Namen „Slumber“ veröffentlicht. Aphotic ist übrigens die Nachfolge-Band von Dusk und hier hat man die Keyboard-Parts noch weiter ausgebaut aber leider auch die Brachialität und Düsternis von Dusk deutlich zurückgeschraubt. Alle drei Releases von Dusk sind jedoch bedingungslos zu empfehlen und gehören in jede gut sortierte Sammlung von Freunden düsteren Death Metals! So genial die Scheiben sind, so rar sind sie auch. Die EP taucht hier und da als Deadstock bei Ebay oder Discogs auf (danke nochmal an Frank, der mir die Scheibe für 'nen guten Kurs überlassen hat, schaut mal Discogs, ab und an stellt er nochmal eine rein) und auch die Compilation mit der EP und dem Album gibt es hier und da mal für Kurse ab 30€, während man die Split mit Aphotic auch schon mal für unter 10€ bekommt. Egal wie viel man auch bezahlt, hier lohnt sich jeder Cent!






Dienstag, 4. Dezember 2012

Crusher – Corporal Punishment

Label: Noise (lizensiert an Semetery)

Cover-Art:


1. Collective Hypnosis
2. Corporal Punishment
3. Fury Settles
4. Sense of Powerlessness
5. All For a Holy Cause
6. Adventure for Sale
7. Actions Speak Louder Than Words
8. Infanticide
9. Immigrant Exploitation
10. Profit of a Billion Deaths
11. Modernism Keeps Killing


Bevor es beim nächsten Mal mit einem großartigen Death/Doom-Klassiker weitergeht, gibt es nun noch einmal schnörkellos was auf die Fresse mit einer äußerst kurzweiligen und intensiven Scheibe.
Wir bleiben nämlich in den frühen Neunzigern und kommen zu einem ungestümen und äußerst rohen Werk Death Metals aus unserem Nachbarland, dem schönen Frankreich!
Gegründet unter dem Namen Frayeurs benannte sich das Quintett aus Mulhouse aus dem Dreiländereck im Jahre 1992 in Crusher um und fröhnte anstatt des anfänglichen Hardcore-Punk nun ungestümen Death Metal, der sich wohl am ehesten mit den amerikanischen Pionieren und diversen britischen Bands vergleichen lässt.
Ganz besonders Napalm Death zur Harmony Corruption-Phase oder Benedictions Frühwerke klingen immer wieder durch und werden mit einer ordentlichen Portion alter Massacre oder früher Death formvollendet, so dass ein äußerst rotziger und punkig tönender Death Metal entsteht, bei dem brutale Moshpits eigentlich Pflichtprogramm sein sollten ;)
Auch wenn die Jungs wirklich stellenweise ziemlich stumpf daherbolzen (Baphomet lassen nicht selten grüßen!), schafft man es immer wieder mit interessanten Soli und unvorhersehbaren Geschwindigkeitswechseln zu begeistern und driftet trotz wenig wirklich hervorstechender Songs nie in Mittelmäßigkeit ab.
Die Scheibe lebt auf jeden Fall von ihrem hohen Aggressionslevel und es gibt ständig eins vors Fressbrett und selten wird dem Hörer eine Verschnaufpause gegönnt.
Entgegen der brutalen Musik und dem stumpfen Metzelcover (das Cover stellt lediglich einen Ausschnitt einer ausgeweideten und aufgehängten Leiche dar) wird hier aber nicht über Mord, Horror und Totschlag gesungen, sondern man widmet sich sozialkritischen Themen, was 1992 noch weitestgehend ein Novum war und wohl noch aus alten Hardcore-Tagen stammte. Wer also Blastbeats, fetten Growls, anprangernden Texten und stumpfen Gewemmse nicht abgeneigt ist, sollte hier ein Ohr riskieren, zumal die Produktion schön warm und authentisch tönt, eben so wie es sich für ein schönes 90er-Jahre Werk gehört. ^^
Zwar handelt es sich hier nicht um einen innovativen Klassiker mit jeder Menge Hits, aber durchaus um eine enorm energiegeladene Scheibe bei der man schön die Sau rauslassen kann und die nichts als verbrannte Erde zurücklässt.
Das Teil gibt es bei den altbekannten Quellen für Kurse zwischen 10€ und 20€. Gebt euch einen Ruck, als Freund aggressiver Töne kann man sein Geld sicherlich schlechter investieren ;)
Diesem Album folgte übrigens im darauffolgenden Jahr noch eine EP mit dem Titel „Act II: Undermine“ die dem Debüt in nichts nachsteht und noch durch ein cooles Discharge-Cover aufgewertet wurde. Ebenfalls ein musthave! Danach hörte man leider nie wieder etwas von dem französischen Quintett...



Dienstag, 13. November 2012

Nuctemeron – A time the world forgot

Label: Wild Rags Records

Cover-Art:


1. Intro/Human Experiment
2. What Have I Become
3. The Rapist
4. Explorer's Return
5. Perversions of a Holy Man
6. Return to the Temple of God/Outro


Nach unserem letzten Ausflug in die Gegenwart geht es nun wieder zurück in die glorreichen 90er, wo im Jahre 1992 in Arizona eine ungestüme Death Metal Band gegründet wurde, die zwei Jahre später ein oberamtliches Debüt-Album herausbrachte, dem heutzutage leider kaum mehr Beachtung geschenkt wid. Die Rede ist vom knapp halb-stündigen Werk „a time the world forgot“, das vom amerikanischen Kultlabel Wild Rags Records veröffentlicht wurde, deren talent-scouts ja u.a. solch illustre Bands wie z.B. Dying Fetus oder Sadistic Intent entdeckt haben und auch hier einen guten Riecher für rohen Death Metal mit eigenen Charakter bewiesen haben.
Es fällt mir nämlich hier einmal mehr ausgesprochen schwer Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen, da der düstere, oftmals von Doom-Elementen angereicherte Sound des Quintetts recht eigenständig tönt. Da er hier und da wie ein Bastard aus europäischen Finster-Death Bands (Finnland ftw!) und brutalen Ami-Bands daherkommt, kann der Sound wohl am ehesten als eine Mischung aus Adramelech, Purtenance, Cianide und Baphomet bezeichnet werden, was das Ganze aber nur im groben Ansatz beschreibt!
Walzende Doom-Parts mit geradezu finnischen Leads wechseln sich mit herrlich rumpeligen Blastattacken und fetten Moshparts ab, dass es eine wahre Wonne ist!
Die Midtempo- und Doom-Parts machen aber den Haupteil aus und tragen nicht unwesentlich zur finsteren Ausrichtung des Albums bei. Immer wieder schön, wie mit simplen Mitteln eine wirklich böse und bedrohliche Atmosphäre erschaffen werden kann!
Entgegen der düsteren Elemente gibt’s hier übrigens plumpe Guts 'n Gore-Thematik nach Schema F und lediglich der böse Rausschmeißer „Return to the temple of god“ kann dann auch mit entsprechender Lyrik aufwarten.
Nur der kurze Song „Perversions of a holy man“ fällt übrigens mit seinen grindigen Elementen musikalisch vollkommen aus dem Rahmen und darf aufgrund seiner hysterischen und nervigen Kreischvocals leider als Totalausfall gewertet werden. Diesen Ausfall machen dann aber fünf durch und durch coole Songs (okay, das nervige, viel zu lange Outro und überflüssige Keyboard-Intros müssen auch noch abgezogen werden) wieder voll und ganz wett, so dass es bei knappen 25 Minuten rohen Düster Death Metals bleibt, der besonders durch seine schleppenden Elemente, die coolen Melodien und megafinstere Vocals punkten kann!
Wenn man sich das Bandfoto in der CD ansieht ist es mir übrigens einmal mehr absolut schleierhaft, wie solch junge und harmlos aussehende Teenager (übrigens mit Mädel am Bass!) derart böse Musik zelebrieren können, wirklich bemerkenswert. Kurz nach diesem Album löste sich die Band auch schon wieder auf und man hörte nie wieder etwas von dem Quintett :(
Ich kann auf jeden Fall nur jedem Freund düsterer und schleppender Klänge dieses Werk ans Herz legen. Wenn man gut die Augen aufhält, kann man das Teil hier und da schon mal für Kurse zwischen 15 und 20€ bei Ebay oder Discogs abstauben und auch Dark Descent hat immer mal wieder günstige Deadstocks im Angebot! Sollte man im Regal stehen haben :)





Dienstag, 6. November 2012

Backyard Mortuary – Lure of the occult

Label: Eigenproduktion

Cover-Art:


1. Last Rites
2. Beyond the Grave
3. Mutation
4. Diseased
5. Deprivation
6. Macabre Butchery
7. Lure of the Occult
8. Demon's Blood


Heute soll die Reise einmal mehr ins ferne Australien gehen, wo erst vor kurzem eine junge Band ihr Debüt veröffentlicht hat, das mich schier aus den Socken gehauen hat! Ihr habt richtig gehört: Heute wird keine Leiche aus den frühen 90ern ausgegraben, sondern ein Release das im Sommer diesen Jahres herausgekommen ist, man soll mir schließlich nicht nachsagen ich sei altbacken und der Nachwuchs würde zu kurz kommen ;) Vor allem nicht wenn man ein dermaßen fulminantes Debüt hinlegt wie dieses Quintett! Danke an der Stelle hier auch nochmal an den Martin von Sulphur Aeon für den Tipp mit den Jungs!
Die fünf Jungs aus Sydney, die die Band 2002 ins Leben riefen haben sich zwar dem Death Metal der alten Schule verschrieben, nähern sich der Thematik jedoch anders als viele andere heutige Vertreter diesen Genres!
Denn während sich massig Bands daran versuchen ihren schwedischen Idolen nachzueifern oder einen Incantation-hear-a-like-contest zu gewinnen, beschreiten die fünf Australier hier einen anderen Weg. Man mixt nämlich viel eher einige Elemente amerikanischer Bands mit europäischen Vertretern der Zunft und mische noch ganz dezent ein paar Brutal Death-Riffs in den Cocktail und fertig ist eine frische Old School Death-Mischung, die sich gewaschen hat!
Stellt euch vor ganz alte Death und Massacre korpulieren mit ganz alten Morbid Angel, Cannibal Corpse, Gorguts und Asphyx und auch ein paar brutalere Bands ala Suffocation, Disgorge und Pyrexia geben ihre Saat hinzu und ihr könnt euch in etwa vorstellen wie das Ganze klingt! Klingt nach einer wilden Mischung und im Endeffekt entspricht das Endprodukt dem auch und es wird ein ziemlich eigener Stil manifestiert, der sich durch ein Höchstmaß an Abwechslungsreichtum definiert. Denn von geradezu doomigen Riffs über fette, stampfende Moshparts hinzu rasanten Geballer ist hier alles vertreten was man sich als Ami-Death-Fan wünscht und man umschifft ausgelutschte Schweden-Death-Elemente sehr gekonnt! Nehmt nur beispielsweise den Titeltrack! Hier gibt es genau den versprochenen Abwechslungsreichtum und noch viel mehr! Bolt Thrower-Leads, Monstrosity-Geshredder und Massacre-Grooves machen für mich persönlich auf jeden Fall immer sehr gute Songs aus ;)
Der Song „Macabre butchery“ geht dann sogar nochmal ganz andere Wege und hat nicht nur dezente Brutal Death-Riffs sondern sogar einen waschechten Slam-Part, mit dem man so nicht gerechnet hätte. Vor allem hätte man nicht damit gerechnet, dass er so gut mit dem anderen Material harmoniert, wirklich sehr erfrischend!
Es ist auf jeden Fall nicht einfach in Worte zu fassen was hier alles passiert und man sollte sich das Ganze am besten einfach mal selbst anhören! Auf jeden Fall sind die Jungs zusammen mit Skeletal Remains momentan die Retro-Kings, haben hier aber doch etwas mehr eine eigene Note als die Amis.
Die Produktion rundet das äußerst positive Gesamtbild übrigens entsprechend ab und kann durch eine erdige und fett tönende 90er-Jahre Produktion punkten, die auch so aus den Morrisound-Studios hätte stammen können. Auf jeden Fall ein musthave für Fans abwechslungsreichen Old School-Death Metals!
Die CD bekommt ihr leider nur entweder direkt über die Band (backyardmortuary@hotmail.com) oder das kleine australische Label Grindhead Records (http://www.grindheadrecords.com). Wirklich eine Schande, dass sich bei dem Talent noch kein Label erbarmt hat! Aber wer weiß was sich hier noch in Zukunft tut! Erfolg wäre den Jungs auf jeden Fall zu wünschen! Meine uneingeschränkte Kaufempfehlung habt ihr!




Dienstag, 30. Oktober 2012

Accidental Suicide - Deceased

Label:  Deaf Records (lizensiert durch Grind Core Records)
Cover-Art:


1. Misery Hunt
2. The Life I Hate
3. Morbid Indulgence
4. Flesh Parade
5. Unknown
6. Method of Murder
7. Agony of Rebirth
8. Homicidal Entrails
9. My Dangling Corpse
10. To Eat the Heart


Heute stöbern wir mal wieder tief im amerikanischen Underground der Früh-Neunziger und graben eine ganz besondere Perle aus, die zur damaligen Zeit vollkommen zu Unrecht im Sumpf der Veröffentlichungsflut untergegangen ist! Die Rede ist von Accidental Suicide aus Milwaukee, die im Jahre 1992 ein bemerkenswertes Debüt herausgebracht haben, das sich gewaschen hat!
Auch wenn man sich stellenweise bei uralten Death, Massacre oder auch Autopsy bedient, schafft man es doch einen recht eigenen Stil zu kreieren, der immer wieder zwischen schleppend doomigen Parts und rohen Auf-die-Fresse-Passagen hin und herpendelt! Stellt euch einfach eine Mischung aus den amerikanischen Underground-Genies Baphomet, Morta Skuld, Gutted (alle drei in Vergangenheit hier ja schon an anderer Stelle besprochen) und den guten alten Autopsy vor und ihr habt in etwa eine Vorstellung was euch hier erwartet.
Es dürfte auf jeden Fall jeder Fan der etwas stumpferen und brutalen Töne auf seine Kosten kommen und man fragt sich wirklich warum man nie mehr von den Jungs gehört hat.
Das Quintett ist nämlich stets um Abwechslung bemüht und bringt viele Tempo-Wechsel und unvorhersehbare Elemente ein, so dass es nie langweilig wird.
Wirklich eine Schande, dass zur Hochzeit des Death Metals kein Erfolg eingefahren werden konnte. Die Band gründete sich übrigens bereits 1989 als fast noch alle Mitglieder Jungendliche waren und man damaligen aufstrebenden Bands wie Morbid Angel, Autopsy oder den Nachbarn Viogression nacheiferte.
Nach zwei mir unbekannten Demos wurden die Jungs von Deaf Records/Peaceville unter Vertrag genommen, die zusammen mit Grind Core Records das Debüt-Album unter die Leute brachten.
Die Produktion ist übrigens ziemlich rau und ruppig gehalten. Man kann sogar fast von einer Rumpel-Produktion sprechen ;) Nichtsdestotrotz hört man alles heraus und irgendwie passt das Ganze herrlich zur sympathisch-naiven und rohen Ausrichtung des Albums.
Das kultige und megahässliche Cover wurde übrigens von Sänger Ed gezeichnet, der leider wohl noch während der Arbeiten an den Aufnahmen des Albums einen schweren Autounfall erlitt der aber glücklicherweise nicht dem Bandnamen entsprechend ausging und die Band angeblich mehr zusammenschweißte.
Nichtsdestotrotz hörte man nach diesem Album nie wieder etwas von den Jungs und selbst eine komplett aufgenommene EP mit dem Titel „Erotic dead“ aus dem Jahre 1993 sollte nie das Licht der Welt erbklicken :( Angeblich hat man sogar danach noch ein Album aufgenommen, das ebenfalls aus Faulheit nie veröffentlicht wurde. Man kann nur hoffen, dass sich dem nochmal einer annimmt, die Songs von besagter EP sind nämlich neulich auf der offiziellen Reverbnation-Seite (http://www.reverbnation.com/accidentalsuicideofficial) veröffentlicht worden und tönen trotz ungewohnten Gesangs ziemlich genial! Der Aktivität bei Facebook zu urteilen scheint sich bei den Jungs neuerdings eh etwas zu tun, vielleicht erwartet uns ja hier auch mal wieder eine Reunion?
Das Album gibt es auf jeden Fall hier und da bei Ebay, Amazon und Discogs für Preise um die 20€ und wenn man Glück hat auch schon mal weniger. Ich habe neulich bei Ebay unverschämtes Glück gehabt und habe tatsächlich eine Erstauflage für 5€ ersteigern können, haltet also einfach mal die Augen auf, es lohnt sich!




Montag, 15. Oktober 2012

Cruciform - Atavism

Label: Warhead Records

Cover-Art:
 


1. Prologue
2. Sanctuary
3. Reduced to Dust
4. Necropolis
5. Proboscis
6. I, to the Heavens Shall Lift My Eyes


Endlich geht’s mal wieder weiter. Dieses Mal mit einem ganz besonderen Schmankerl aus Downunder, das im Jahre 1993 das Licht der Welt erblickte und Death Metal mit doomigen Klängen zelebriert, wie er böser und zäher kaum sein kann!
Die Rede ist vom einzigen Lebenszeichen des Quartetts aus Sydney, das in Form einer EP über das australische Kleinst-Label „Warhead Records“ herauskam und im Underground bis heute in den höchsten Tönen gelobt wird!
In knapp einer halben Stunde bekommt man hier das volle Brett geboten und als Freund von Old School Death Metal mit stampfenden Doom-Parts kann man hier den Kopf nur schwerlich ruhig halten! Das Ganze wird äußerst souverän und vielschichtig vorgetragen und von Bolt Thrower-Stampfern über böse, finnische Uptempo-Parts wie sie Convulse oder Purtenance nicht besser hinbekommen hätten, bis hin zu megazähen Doom-Lava-Riffs (alte My Dying Bride, Autopsy oder ganz alte Paradise Lost lassen grüßen) gibt es hier das volle Programm!
Dem Doom wird hier aber auf jeden Fall am meisten gehuldigt und zu diesem Zeitpunkt dürften die Jungs mit dieser Mischung ziemlich allein dagestanden haben! Man hat es hier als mit echten Vorreitern zu tun, die bestimmt nicht wenige Bands nachhaltig beeinflusst haben dürften!
Die Jungs verstehen es trotz simplen Songwritings die Songs sehr spannend und vielseitig zu gestalten und man scheut sich auch nicht immer mal wieder geniale Leads, Soli oder gar cleane Gitarren einzustreuen. Wie gut die Jungs an ihrer Gitarre sind, wird direkt im Opener „Sanctuary“ deutlich, der an ein leider viel zu langes Keyboard-Intro anknüpft. Dieses Intro wird aber von der ersten Sekunde an vergessen, wenn man den Nacken im Takt des Openers knacken lässt. Brutale Vocals (Drummer, Bassist und Gitarrist teilen sich den Gesang!), geile Melodien, fette Grooves, feiste Straight-forward-Parts und zähe Doom-Riffs machen direkt klar, wohin die Reise gehen soll und schon hier ist direkt alles vereint, was die einzigartige Musik der vier Australier ausmacht! Auch der zweite Song „reduced to dust“ schlägt in die gleiche Kerbe und kann nach einem böse-melodischen Part gar mit einem heftigen Blastbeat (Bolt Thrower zu Realm of Chaos-Zeiten lassen grüßen!) punkten, bevor man wieder auf die Bremse tritt und den Hammer of doom wieder gewaltig schwingt!
Weiter geht es mit dem ultracoolen Epos „Necropolis“ bei dem man nicht nur Bolt Thrower huldigt, sondern auch finnische Töne anschlägt. Generell klingt die ganze Scheibe extrem europäisch und auch das darauffolgende „Proboscis“ haut ordentlich rein und hinterlässt nichts als verbrannte Erde! Ein weiteres Highlight hat man sich für den Schluss aufgespart, denn im Rausschmeißer „I, to the Heavens Shall Lift My Eyes“ zieht man nochmal alle Register und vereint alles was die eigenständige Mischung der Jungs ausmacht!
Auch die Produktion ist für solch ein Underground-Werk mehr als amtlich und jedes Instrument ist klar wahrzunehmen und gleichberechtigt präsentiert. Wirklich jammerschade, dass sich die Jungs 1995 nach einer mir unbekannten 2-Song-Promo auflösten :( Noch tragischer ist das Ganze, wenn man bedenkt, dass das britische Kult-Label Earache die EP und die Promo für sich entdeckten, das Ganze für großartig befanden und die Jungs vom Fleck weg signen wollten. Leider war es da jedoch schon zu spät :(
Es besteht aber noch Hoffnung, denn just in diesem Sommer haben sich die Jungs reformiert und wollen im nächsten Jahr die ersten Gigs bestreiten!
Vielleicht gibt es dann ja auch das langersehnte Re-Release der längst vergriffenen Rarität, die bei Ebay immer jenseits der 40€ weggeht. Wie gut, dass ich letztens Glück hatte und sie nach langer Suche etwas günstiger erstehen konnte (danke nochma an Lukasz ^^).
Auf jeden Fall ein kleiner Klassiker, der definitiv mehr Beachtung verdient!






Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ulcerate Fester - Sonatorrek

Label: Cyber Music

Cover-Art:


1. The Myth
2. Sonatorrek
3. Immortal
4. New World
5. Since Existence Of Mankind
6. The Stench Of Bloodshed
7. Agony
8. Sonatorrek (live)



Kommen wir heute zu einer außergewöhnlichen Scheibe, die ich selbst erst vor kurzem entdeckt habe, die aber aus meiner Sammlung nicht mehr wegzudenken ist. Die Rede ist von einem Album, das hier die Meinungen spalten wird und bestimmt nicht jedem gefallen wird. Denn auch wenn die Jungs aus Holland Death Metal spielen, haben sie hier eine vollkommen andere Herangehensweise an diese Materie als alle anderen hier von mir besprochenen Bands. Und zwar geht es um das Debüt-Album „Sonatorrek“, das die fünf Holländer im Jahre 1995 auf die Welt losließen und das bis heute weitgehend unentdeckt ein Nischendasein fristen musste.
Stellt euch vor, man mischt die Melodien von Amorphis, gibt ein wenig Melodien alter Paradise Lost hinzu, vermenge dies mit der Traurigkeit alter Katatonia und gebe einen Schuß Progressivität mittlerer Edge of Sanity hinzu und fertig ist ein ganz eigener Mix, dessen genaue Stilausrichtung mit dieser Beschreibung eigentlich nicht einmal annähernd genau getroffen wird. Die Jungs haben nämlich wirklich eine vollkommen eigenen Sound und der Vergleich soll nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen, was euch hier erwartet.
Die Songs sind fast ausschließlich im Midtempo gehalten und besonders die melodischen Lead-Gitarren prägen den eigensinnigen Sound. Zwar gibt es mit „Immortal“ und „the stench of bloodshed“ auch zwei ziemlich coole, abwechslungsreiche Old-School-Death Metal-Klopper, aber diese Seite stellt nur einen Teil der Vielseitigkeit des Quintetts dar. Eher repräsentativ sind die extrem melodischen Songs wie „New World“ das mit einer wirklich großartigen Melodie startet, die den eher schleppenden Song immer wieder bereichert oder der eher vertrackte, gewöhnungsbedürftige Titeltrack mit seinem ungewöhnlichen Drum-Groove und extrem eingängigen Melodien oder das supertraurige, aber gleichzeitig auch schöne „Since Existence Of Mankind“ das ein bißchen was von alten My Dying Bride hat.
Das Ganze ist bestimmt nicht jedermanns Sache, aber mir läuft die Platte überraschend gut rein, was ich mir nur damit erklären kann, dass die Jungs mit ihrer unbeschreiblichen Mischung etwas gänzlich Eigenes geschaffen haben und wirklich verdammt gute Songwriter mit einem Händchen für eingängige Songs sind.
Auch der Sound ist hier für diese Art der Musik absolut perfekt, da jedes Instrument absolut klar herauszuhören ist und absolut gleichberechtigt platziert wurde! Ja sogar das großartige Bass-Spiel ist zu jedem Zeitpunkt herauszuhören und das Ganze wird in einem authentischen, warmen Sound präsentiert. Auf jeden Fall handelt es sich hier um eine rundum bemerkenswerte Platte, die man zwar nicht zu jedem Zeitpunkt hören kann, die aber besonders an den dunklen Tagen des Jahres ihre volle Wirkung entfalten dürfte! Ein wahrer Geheimtipp! Warum man als Bonus den Titeltrack in einer Live-Studio-Aufnahme nochmal aufs Album gepackt hat ist mir jedoch schleierhaft...
Die Jungs die sich übrigens bereits 1990 gründeten, nahmen nach diesem Debüt noch ein weiteres, mir unbekanntes Album auf und lösten sich leider kurz darauf auf.
Die Scheibe stellt auf jeden Fall scheinbar eine absolute Rarität dar und ich habe sie erst einmal bei Ebay gesehen und musste dort für 25€ direkt zuschlagen. Haltet einfach mal die Augen offen, ich könnte mir vorstellen, dass man sie in „Aussortier-Grabbelkisten“ bestimmt für einen günstigeren Kurs bekommen dürfte!