Death Metal, meine große Passion und ein Fass ohne Boden...
Man glaubt einen guten Überblick über das vielleicht vielfältigste Subgenre der Welt zu haben und jedes Mal wird man eines Besseren belehrt und findet stets Neues oder längst Vergessenes. Dieser kleine Blog handelt von derartigen Entdeckungen und versucht euch das näher zu bringen, das oft auf meinem Plattenteller landet und oft auch fernab der üblichen Standards ist.
1. Coelo Affixus Sed Terris Omnibus Sparsus - Intro 2. Grimorium Verum 3. Victa Lacet Virtus 4. Nunc Scio Tenebris Lux 5. Allegoria De Gula Et Luxuria 6. Clausae Patent 7. Deest Remedii Locus, Ubi, Quae Vitia Fuerunt, Mores Fiunt 8. Regno, Regnavi, Regnabo
So,
einmal im Monat muss es hier einfach weitergehen. Und bei der nächsten
Band würde ich zu gern euer Stirnrunzeln beim Lesen des Bandnamens sehen
Auch
ich war sehr skeptisch als mir ein Kumpel diese Band empfahl (danke
nochmal an Sönke für den megageilen Tipp!) und habe wirklich nicht so
einen Kracher erwartet. Denn hier haben wir es nicht mit einer
fürchterlichen Mittelalter-Rock-Band zu tun, sondern mit fetten
Midtempo-Death Metal der alten Schule, wie er massiver und brachialer
kaum sein kann! Ja ihr habt richtig gehört, hier geht es richtig derb
zur Sache und das Ganze hört sich an, als hätten alte Bolt Thrower mit
ganz alten Grave und Funebrarum korpuliert! Allein wegen dem fetten
Riffing und den ultratiefen und voluminösen Vocals solltet ihr mal ein
Ohr riskieren! Auch Vergleiche zum letzten Putrevore-Output oder dem
grandiosen Debüt der texanischen Bolt Thrower-Fanatiker „War Master“
zwängen sich gerade auf. Alles wirklich keine schlechten Referenzen!
Das Ganze klingt noch verwunderlicher, wenn man mal schaut, welche
Wurzeln die Band hat. Das ukrainische Quartett musiziert nämlich sonst
ausschließlich in Black Metal-Kapellen von denen Drudkh (übrigens 1:1
die gleiche Besetzung!) und Dark Ages wohl die Bekannteren sein dürften.
Und gerade Black Metal scheint hier zu keiner Sekunde durch, sondern
von vorne bis hinten feinster Brachial-Death Metal! Neben den
genannten Vergleichsbands wird’s bei „Clausae Patent“ am Anfang
schleppend-doomig und gegen Ende gar punkig-rumpelig und man fühlt sich
an Benediction oder schwedische Crust-Bands erinnert, während der
vorletzte Song gar ein paar Hypocrisy-Reminiszenzen zu ihren Glanzzeiten
beinhaltet. Worum es schlussendlich lyrisch geht, lässt sich nur
erahnen, denn Texte sind leider keine abgedruckt. Glaubt man aber der
Biographie des Labels, sind alle Texte auf Latein verfasst (die Titel
lassen es erahnen) und man hat sich wohl an mittelalterlichen Lyrikern
orientiert. Ob's stimmt werden wir wohl nie erfahren Es
ist mir auf jeden Fall schleierhaft wie mir ein derart starkes Death
Metal-Release letztes Jahr durch die Lappen gehen konnte, denn ein solch
brachiales Debüt habe ich wirklich schon lange nicht mehr gehört! Dies
ist nicht nur dem songdienlichen Songwriting oder den fetten Vocals
geschuldet, sondern auch der herrlichen Breitwand-Produktion, die
ordentlich druckvoll daherkommt, aber nicht überproduziert wirkt. Ich
hoffe auf jeden Fall, dass die vier Jungs sich weiterhin dem Death Metal
widmen und auch in Zukunft ähnlich heftige Brocken unter's Volk werfen,
denn auch wenn man sich bei einigen Bands Inspiration geholt hat,
klingt das Ganze nicht nach einem müden Abklatsch der genannten Bands,
sondern tönt frisch und hat eine eigene Note. Ich bin wirklich gespannt,
was man von den Jungs noch hören wird! Das Teil bekommt ihr bei so gut
wie jedem Metal-Dealer eures Vertrauens und gehört in jede
ernstzunehmende Death Metal-Sammlung!
1. Desert of Shattered Hopes 2. Binding of Dragons 3. Home of the Lonesome Wanderers 4. Black Mourning 5. Remembering the Dead (Intro) 6. Sick Are the Shadows of Reality 7. Descendants Thereafter 8. Tomorrow Is the End 9. Woods for the Suicides
Nach
langer Durststrecke geht’s hier endlich mal weiter, ich gelobe
Besserung mit den Zeitabständen zwischen den einzelnen Reviews. Dafür
stelle ich euch jetzt ein ganz besonderes Schmankerl vor, das einen
gänzlich eigenen Sound besitzt und leider auch mal wieder nicht die
Bekanntheit erlangt hat, die es eigentlich verdient hätte. Die Rede
ist vom 1993er Debüt-Album der vier Texaner Crucifixion, denen es hier
gelungen ist ein äußerst düsteres, aber gleichzeitig auch sehr brutales
und dennoch sehr melodisches Death Metal-Album aufzunehmen. Die Jungs
mit dem invertierten Logo haben sich ganz dem Tod, Deibel und dem Bösen
verschrieben und zelebrieren ihre düstere musikalische Messe förmlich
und verleihen der sowieso schon düsteren Musik noch mit diversen
Keyboard-Einsprengseln, Schreien gequälter Seelen und äußerst
fulminanten Leads und Soli noch mehr Ausdruck! Verneigt man sich beim
einen Song noch vor Morbid Angel oder Sadistic Intent wird an anderen
Stellen auch mal gern Deicide, Vital Remains oder gar Death (die Soli!)
zitiert. Dies wird vermengt mit der typischen düsteren Brachialität
texanischer Kombos, wie wir es von Infernal Dominion oder Imprecation
gewohnt sind. Und dennoch sind all diese Vergleiche nur ungefähre
Anhaltspunkte, denn verwunderlicherweise kreieren die Jungs einen
vollkommen eigenständigen Sound und haben ein echtes Händchen um
zwischen infernalischer, stumpfer Raserei und filigranen Düster-Melodien
hin- und herzuwechseln, wie ich es so noch von keiner anderen Band
gehört habe! Egal ob Highspeed-Baller-Parts, stampfende Walz-Elemente,
Mid-Tempo-Melodie-Abschnitte oder gar Akkustik-Intermezzi: Hier ist
alles vertreten, was ich mir von einem dunklen und bedrohlichen Death
Metal-Album wünsche! Über den infernalisch sägenden Gitarren und dem
bollernden Drums thront der schön hallige Growl-Gesang von Bassist Danny
und rundet die perfekte Finsternis-Vertonung nur noch ab. Lediglich
die etwas leise und drucklose Produktion wird hier dem hohen Anspruch
nicht gerecht. Zwar sind alle Instrumente gleich akzentuiert und es
herrscht ein herrlich analoger Klang vor, jedoch muss man den
Volume-Regler arg aufreißen und auch den Equalizer ein wenig bemühen.
Ist dies geschehen, sollte aber jeder Freund von Blaspherian, Infernal
Dominion, Imprecation, Vital Remains, Sadistic Intent oder Deicide
aufhorchen und ordentlich die Matte kreisen lassen! Besser kann man
satanischen Death Metal kaum spielen! Abgerundet wird dies noch
durch ein schönes Cover von dem unbekannten Künstler Phillip Karger, das
mich an die Immolation-Werke von Andreas Marschall erinnert. Wirklich
schade, dass dieses Album im Jahre 1993 in der damaligen
Veröffentlichungsflut hoffnungslos untergegangen ist. Während man in
Europa wohl einen recht guten Vertrieb hatte, tat sich bis 1995 im Rest
der Welt wohl gar nichts (erst da wurde die Scheibe auch in den USA
released), weswegen es die Jungs wohl auch nie über den
Geheimtipp-Status hinaus gebracht haben. Man nahm noch ein weiteres
Album mit dem Titel „Path less taken“ auf, das dem Debüt in nichts
nachstand aber auch kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
Dieses Album scheint auf jeden Fall wesentlich rarer zu sein als das
Debüt und steht auch noch auf meiner must-have-list. Wenn also jemand
weiß wo man dieses noch zu erschwinglichen Kursen bekommen kann, soll er
sich bitte direkt bei mir melden Das
Debüt bekommt man übrigens bei den üblichen Verdächtigen (Discogs,
Amazon.com, Ebay etc.) für Kurse zwischen 10€ und 25€. Greift zu,
solange es noch Exemplare gibt! Es ist übrigens leider nichts über
den Verbleib der Band bekannt und niemand weiß so recht ob es jemals
noch ein Lebenszeichen der Texaner geben wird. Ich würde es mir
wünschen...
Im
neuen Jahr geht es direkt mit einem wahren Kleinod des stumpfen Old
School Death Metals weiter und gleichzeitig feiere ich hier auch die
Premiere mit der ersten britischen Band in diesem Blog Gerade
mal drei Monate nach dem ähnlich betitelten und auch ähnlich tönenden
Debüt der Birminghamer Urgesteine Benediction veröffentlichte im Januar
1991 eine junge Band aus der quasi-Nachbarmetropole Nottingham ihr
Debüt, das sich echt gewaschen hat und das bis heute leider ein
Geheimtipp-Dasein fristet. Die Rede ist von dem Trio Desecrator, das
sich 1989 gründete und nach einer 1-Track Promo mit einem fulminanten
Debüt aufwarten konnte, das sich echt gewaschen hat! Stellt euch vor
ganz alte Death werden mit Autopsy, ganz alten Massacre und Benediction
vermischt. Nun vermenge man dies ein wenig mit der schwedischen
Rotzigkeit der ganz frühen Tage (im letzten Song wird gar ganz doll der
Stockholmer Schule gehuldigt!) und ihr habt in etwa eine Vorstellung
welch Gebräu uns die drei Briten hier ausschenken! Erwartet keine
Melodien, erwartet keine technische Virtuosität, hier regiert die Axt im
Walde und der Knüppel wird nur selten in den Sack gepackt! Die Jungs
sind auch bestimmt nicht die besten Songwriter der Welt und auch der
Sound ist eigentlich nichts Besonderes. Dennoch sprüht diese Scheibe
einen dermaßen sympathisch naiven Charme aus, dass man sich dem als Old
School Death Metal-Fan nicht entziehen kann. Denn die Jungs verstehen es
wirklich groovige Riffs zu fabrizieren, die man zwar so ähnlich schon
hier und da gehört hat, aber sofort ins Ohr gehen, so dass man
augenblicklich im Moshpit das Tanzbein schwingen möchte Hört
euch nur mal das Mosh-Monster „Killing Joke“ an und ihr wisst in etwa
was ich meine! Man kann fast sagen, die Jungs haben den
Durchschnitts-Death Metal derart perfektioniert, dass das Ganze schon
wieder außergewöhnlich genial ist *g* Quasi das Album, das Benediction
immer schreiben wollten, aber nie geschrieben haben ^^ Solch
megastumpfe aber dennoch äußerst effektive Musik hört man heute wirklich
nur noch ganz selten! Und auch wenn die Songs allesamt ein wenig länger
gehen, wird es in den knapp 42 Minuten zu keiner Sekunde langweilig, da
man das stumpfe Treiben stets mit kleinen Überraschungen garniert, was
sich in gelegentlichen Soli oder Akkustik-Einschüben äußert, die sich
hervorragend ins restliche Soundgefüge einmischen! Einziges Manko
dieses Albums ist der enorm monotone Drumsound, der leider auch noch
sehr in den Vordergrund gemischt ist. Das punkige Spiel von Drummer Lee
Hawke ist zu Beginn ja noch erfrischend anders, aber spätestens nach
drei Songs fängt es an zu nerven, da außer Uffta-Uffta-Beats,
gelegentlichen Fills und Breaks fast keine Abwechslung zu hören ist. Ein
nicht unwesentliches Manko, das aber durch den restlichen Charme der
Platte durchaus wieder wett gemacht wird. Das großartige Artwork
stammt übrigens von niemand geringeren als dem Cover-Gott Dan Seagrave
und erinnert ein wenig an den Stil des legendären „Altars of
madness“-Covers. Kleine Anekdote am Rande: Selbiges Cover wurde später
auch nochmal auf einer Bootleg-Picture-Vinyl-Version von Morbid Angels
Demo „Abominations of desolation“ verwendet. Ein Schelm der Böses dabei
denkt *g* „Subconscious Release" erschien übrigens damals nur auf
Vinyl in einer kleinen Auflage von 500 Stück und es ist ein Wunder, dass
man trotzdem bei allen einschlägigen Quellen die Original-LP problemlos
für Kurse zwischen 30€ und 50€ bekommen kann. Dennoch bevorzuge ich
hier die Re-Release-Version auf CD, die letztes Jahr via "Mosh Tuneage"
herauskam (http://www.moshtuneage.bigcartel.com/pr ... release-cd).
Hier ist nicht nur der Sound um einiges fetter, sondern das Album wurde
noch durch vier weitere Demo-Songs erweitert, die kurz nach dem Album
aufgenommen wurden, aber nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten.
Und hier übertreffen die Jungs glatt ihr Debüt, mischen noch ein wenig
finnische Düsternis, Durchschlagskraft und Gesang ganz alter Vader und
dezent doomige Klänge hinzu. Das Ganze wird sogar noch in einem fetteren
Soundgewand präsentiert als das Album und auch Drummer Lee hat ein
wenig dazugelernt
Greift zu, solange es dieses Re-Release noch gibt und erfreut euch an
einer erfrischend unbeschwerten Death Metal-CD die zu Unrecht nie den
Erfolg einfahren konnte, der ihr eigentlich seit jeher zustand. Und entschuldigt die Soundqualität der Songschnipsel, die Songs des Albums stammen von der Vinyl-Version.Subconscious Release:
Cover-Art: 1. Envision the Terror 2. Element of Symmetry 3. Begotten Interlude 4. Dreamscape 5. Consigned to Oblivion 6. Mourning Shadow
Nach
viel zu langer Pause geht es endlich mit dem versprochenen
Death/Doom-Klassiker weiter und glaubt mir, das Warten hat sich gelohnt!
Denn heute geht es um eine außergewöhnliche Scheibe, die sich nur
sehr schwer beschreiben lässt und bei der mir Vergleiche mit anderen
Bands wirklich sehr schwer fallen. Die Rede ist von der legendären,
selbstbetitelten Debüt-EP der amerikanischen Death/Doom-Band Dusk, die
im Jahr 1993 das Licht der Welt erblickte und im darauffolgenden Jahr
nach einem Demo mit diesem fulminanten Debüt aufwarten konnte! Besonders
zur derzeitigen, düsteren Jahreszeit dürfte der finstere, bedrückende
und hoffnungslose Death Metal der Amis besonders gut zünden und euch
ohne Probleme in seinen Bann ziehen. Doch vorab seid gewarnt: Wer
absolute Berührungsängste mit Keyboards hat, sollte mit Vorsicht an die
Sache herangehen. Denn auch wenn jeglicher Keyboard-Ton (in der Masse
übrigens gar nicht sooo viele) bedacht eingesetzt wurde und sich perfekt
in die Musik einfügt, ist es dennoch ein wichtiger Bestandteil der
Musik und könnte evtl. dem ein oder anderen sauer aufstoßen. Doch wie
gut das Ganze hierher passt, belegt allein schon die Tatsache, dass ich
als absoluter Keyboardhasser dieses Meisterwerk bedingungslos abfeiere Mit
eben einem solchen Keyboard-Part wird die EP dann auch als Intro des
Songs „Envision the Terror“ eingeleitet, bevor es dann an allen Ecken
und Enden richtig zur Sache geht. Ja es gibt sie wirklich die
Ballerparts und schweren Walzparts, denn auch wenn es immer mal wieder
doomig zur Sache geht, handelt es sich hier trotzdem noch um eine Death
Metal-Scheibe. Zwar weder im klassichen amerikanischen Sinne noch im
klassischen schwedischen Sinne aber vielleicht ein wenig im britischen
Stile. Denn ganz alte My Dying Bride oder Paradise Lost aus Demo-Tagen
kommen mir durchaus hier und da in den Sinn, treffen das Ganze aber noch
nicht so ganz. Man mische noch etwas Decomposed, ein klitzekleine Prise
Disembowelment und einen ganz kleinen Schuss Winter hinzu und fertig
ist ein ganz besonderer Cocktail, wobei diese ungefähre Darstellung das
Ganze nur sehr vage beschreibt. Im Gegensatz zu den genannten Bands
hält man die Songs aber kurz und kompakt und selbst die langsamsten
Doom-Parts wirken nie langatmig oder gar langweilig und immer dann wenn
man nicht damit rechnet wird sogar mal richtig aufs Gaspedal getreten.
Die Jungs haben definitiv ihren eigenen Stil und man fragt sich
wirklich, warum man ihnen nicht mehr Aufmerksamkeit entgegen gebracht
hat. Egal ob nun die fetten Gitarren mit Wiedererkennungswert, die
tiefen Vocals mit ihrer Brutalität, das superabwechslungsreiche und
wirklich anspruchsvolle Drumming oder die wohldosierten Keyboard-Parts:
Hier ist alles vorhanden, was eine echt außergewöhnliche und coole
Scheibe ausmachen sollte. Ja sogar die Produktion tönt angenehm fett und
druckvoll und hat einen absoluten Wiedererkennungswert! Auf jeden Fall
eine Scheibe, die es verdient hat noch einmal ausgegraben zu werden! Nach
dieser viel zu kurzen EP (nach gerade mal knapp 27 Minuten ist das
Spektakel auch leider schon wieder vorbei) brachte man ein Jahr später
noch das nicht minder gute Debüt-Album „Majestic thou in ruin“ heraus,
wobei man hier die Doom-Elemente noch etwas ausbaute und das Ganze noch
etwas epischer und zähfließender daherkommt. Nach diesem Album
verließ Sänger und Bassist Steve Crane die Band, da er tatsächlich zum
Christentum konvertierte und als Missionar nach Afrika ging!
Wahrscheinlich zerbrach daran schließlich die Band, denn man nahm zwar
noch ein weiteres Album im Jahre 1997 auf, dieses wurde aber erst
posthum im Jahre 2005 als Split mit der Band Aphotic unter dem Namen
„Slumber“ veröffentlicht. Aphotic ist übrigens die Nachfolge-Band
von Dusk und hier hat man die Keyboard-Parts noch weiter ausgebaut aber
leider auch die Brachialität und Düsternis von Dusk deutlich
zurückgeschraubt. Alle drei Releases von Dusk sind jedoch bedingungslos
zu empfehlen und gehören in jede gut sortierte Sammlung von Freunden
düsteren Death Metals! So genial die Scheiben sind, so rar sind sie
auch. Die EP taucht hier und da als Deadstock bei Ebay oder Discogs auf
(danke nochmal an Frank, der mir die Scheibe für 'nen guten Kurs
überlassen hat, schaut mal Discogs, ab und an stellt er nochmal eine
rein) und auch die Compilation mit der EP und dem Album gibt es hier und
da mal für Kurse ab 30€, während man die Split mit Aphotic auch schon
mal für unter 10€ bekommt. Egal wie viel man auch bezahlt, hier lohnt
sich jeder Cent!
1. Collective Hypnosis 2. Corporal Punishment 3. Fury Settles 4. Sense of Powerlessness 5. All For a Holy Cause 6. Adventure for Sale 7. Actions Speak Louder Than Words 8. Infanticide 9. Immigrant Exploitation 10. Profit of a Billion Deaths 11. Modernism Keeps Killing
Bevor
es beim nächsten Mal mit einem großartigen Death/Doom-Klassiker
weitergeht, gibt es nun noch einmal schnörkellos was auf die Fresse mit
einer äußerst kurzweiligen und intensiven Scheibe. Wir bleiben
nämlich in den frühen Neunzigern und kommen zu einem ungestümen und
äußerst rohen Werk Death Metals aus unserem Nachbarland, dem schönen
Frankreich! Gegründet unter dem Namen Frayeurs benannte sich das
Quintett aus Mulhouse aus dem Dreiländereck im Jahre 1992 in Crusher um
und fröhnte anstatt des anfänglichen Hardcore-Punk nun ungestümen Death
Metal, der sich wohl am ehesten mit den amerikanischen Pionieren und
diversen britischen Bands vergleichen lässt. Ganz besonders Napalm
Death zur Harmony Corruption-Phase oder Benedictions Frühwerke klingen
immer wieder durch und werden mit einer ordentlichen Portion alter
Massacre oder früher Death formvollendet, so dass ein äußerst rotziger
und punkig tönender Death Metal entsteht, bei dem brutale Moshpits
eigentlich Pflichtprogramm sein sollten Auch
wenn die Jungs wirklich stellenweise ziemlich stumpf daherbolzen
(Baphomet lassen nicht selten grüßen!), schafft man es immer wieder mit
interessanten Soli und unvorhersehbaren Geschwindigkeitswechseln zu
begeistern und driftet trotz wenig wirklich hervorstechender Songs nie
in Mittelmäßigkeit ab. Die Scheibe lebt auf jeden Fall von ihrem
hohen Aggressionslevel und es gibt ständig eins vors Fressbrett und
selten wird dem Hörer eine Verschnaufpause gegönnt. Entgegen der
brutalen Musik und dem stumpfen Metzelcover (das Cover stellt lediglich
einen Ausschnitt einer ausgeweideten und aufgehängten Leiche dar) wird
hier aber nicht über Mord, Horror und Totschlag gesungen, sondern man
widmet sich sozialkritischen Themen, was 1992 noch weitestgehend ein
Novum war und wohl noch aus alten Hardcore-Tagen stammte. Wer also
Blastbeats, fetten Growls, anprangernden Texten und stumpfen Gewemmse
nicht abgeneigt ist, sollte hier ein Ohr riskieren, zumal die Produktion
schön warm und authentisch tönt, eben so wie es sich für ein schönes
90er-Jahre Werk gehört. ^^ Zwar handelt es sich hier nicht um einen
innovativen Klassiker mit jeder Menge Hits, aber durchaus um eine enorm
energiegeladene Scheibe bei der man schön die Sau rauslassen kann und
die nichts als verbrannte Erde zurücklässt. Das Teil gibt es bei den
altbekannten Quellen für Kurse zwischen 10€ und 20€. Gebt euch einen
Ruck, als Freund aggressiver Töne kann man sein Geld sicherlich
schlechter investieren Diesem
Album folgte übrigens im darauffolgenden Jahr noch eine EP mit dem
Titel „Act II: Undermine“ die dem Debüt in nichts nachsteht und noch
durch ein cooles Discharge-Cover aufgewertet wurde. Ebenfalls ein
musthave! Danach hörte man leider nie wieder etwas von dem französischen
Quintett...
1. Intro/Human Experiment 2. What Have I Become 3. The Rapist 4. Explorer's Return 5. Perversions of a Holy Man 6. Return to the Temple of God/Outro
Nach
unserem letzten Ausflug in die Gegenwart geht es nun wieder zurück in
die glorreichen 90er, wo im Jahre 1992 in Arizona eine ungestüme Death
Metal Band gegründet wurde, die zwei Jahre später ein oberamtliches
Debüt-Album herausbrachte, dem heutzutage leider kaum mehr Beachtung
geschenkt wid. Die Rede ist vom knapp halb-stündigen Werk „a time the
world forgot“, das vom amerikanischen Kultlabel Wild Rags Records
veröffentlicht wurde, deren talent-scouts ja u.a. solch illustre Bands
wie z.B. Dying Fetus oder Sadistic Intent entdeckt haben und auch hier
einen guten Riecher für rohen Death Metal mit eigenen Charakter bewiesen
haben. Es fällt mir nämlich hier einmal mehr ausgesprochen schwer
Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen, da der düstere, oftmals von
Doom-Elementen angereicherte Sound des Quintetts recht eigenständig
tönt. Da er hier und da wie ein Bastard aus europäischen Finster-Death
Bands (Finnland ftw!) und brutalen Ami-Bands daherkommt, kann der Sound
wohl am ehesten als eine Mischung aus Adramelech, Purtenance, Cianide
und Baphomet bezeichnet werden, was das Ganze aber nur im groben Ansatz
beschreibt! Walzende Doom-Parts mit geradezu finnischen Leads
wechseln sich mit herrlich rumpeligen Blastattacken und fetten Moshparts
ab, dass es eine wahre Wonne ist! Die Midtempo- und Doom-Parts
machen aber den Haupteil aus und tragen nicht unwesentlich zur finsteren
Ausrichtung des Albums bei. Immer wieder schön, wie mit simplen Mitteln
eine wirklich böse und bedrohliche Atmosphäre erschaffen werden kann! Entgegen
der düsteren Elemente gibt’s hier übrigens plumpe Guts 'n Gore-Thematik
nach Schema F und lediglich der böse Rausschmeißer „Return to the
temple of god“ kann dann auch mit entsprechender Lyrik aufwarten. Nur
der kurze Song „Perversions of a holy man“ fällt übrigens mit seinen
grindigen Elementen musikalisch vollkommen aus dem Rahmen und darf
aufgrund seiner hysterischen und nervigen Kreischvocals leider als
Totalausfall gewertet werden. Diesen Ausfall machen dann aber fünf durch
und durch coole Songs (okay, das nervige, viel zu lange Outro und
überflüssige Keyboard-Intros müssen auch noch abgezogen werden) wieder
voll und ganz wett, so dass es bei knappen 25 Minuten rohen Düster Death
Metals bleibt, der besonders durch seine schleppenden Elemente, die
coolen Melodien und megafinstere Vocals punkten kann! Wenn man sich
das Bandfoto in der CD ansieht ist es mir übrigens einmal mehr absolut
schleierhaft, wie solch junge und harmlos aussehende Teenager (übrigens
mit Mädel am Bass!) derart böse Musik zelebrieren können, wirklich
bemerkenswert. Kurz nach diesem Album löste sich die Band auch schon
wieder auf und man hörte nie wieder etwas von dem Quintett Ich
kann auf jeden Fall nur jedem Freund düsterer und schleppender Klänge
dieses Werk ans Herz legen. Wenn man gut die Augen aufhält, kann man das
Teil hier und da schon mal für Kurse zwischen 15 und 20€ bei Ebay oder
Discogs abstauben und auch Dark Descent hat immer mal wieder günstige
Deadstocks im Angebot! Sollte man im Regal stehen haben
1. Last Rites 2. Beyond the Grave 3. Mutation 4. Diseased 5. Deprivation 6. Macabre Butchery 7. Lure of the Occult 8. Demon's Blood
Heute
soll die Reise einmal mehr ins ferne Australien gehen, wo erst vor
kurzem eine junge Band ihr Debüt veröffentlicht hat, das mich schier aus
den Socken gehauen hat! Ihr habt richtig gehört: Heute wird keine
Leiche aus den frühen 90ern ausgegraben, sondern ein Release das im
Sommer diesen Jahres herausgekommen ist, man soll mir schließlich nicht
nachsagen ich sei altbacken und der Nachwuchs würde zu kurz kommen
Vor allem nicht wenn man ein dermaßen fulminantes Debüt hinlegt wie
dieses Quintett! Danke an der Stelle hier auch nochmal an den Martin von
Sulphur Aeon für den Tipp mit den Jungs! Die fünf Jungs aus Sydney,
die die Band 2002 ins Leben riefen haben sich zwar dem Death Metal der
alten Schule verschrieben, nähern sich der Thematik jedoch anders als
viele andere heutige Vertreter diesen Genres! Denn während sich
massig Bands daran versuchen ihren schwedischen Idolen nachzueifern oder
einen Incantation-hear-a-like-contest zu gewinnen, beschreiten die fünf
Australier hier einen anderen Weg. Man mixt nämlich viel eher einige
Elemente amerikanischer Bands mit europäischen Vertretern der Zunft und
mische noch ganz dezent ein paar Brutal Death-Riffs in den Cocktail und
fertig ist eine frische Old School Death-Mischung, die sich gewaschen
hat! Stellt euch vor ganz alte Death und Massacre korpulieren mit
ganz alten Morbid Angel, Cannibal Corpse, Gorguts und Asphyx und auch
ein paar brutalere Bands ala Suffocation, Disgorge und Pyrexia geben
ihre Saat hinzu und ihr könnt euch in etwa vorstellen wie das Ganze
klingt! Klingt nach einer wilden Mischung und im Endeffekt entspricht
das Endprodukt dem auch und es wird ein ziemlich eigener Stil
manifestiert, der sich durch ein Höchstmaß an Abwechslungsreichtum
definiert. Denn von geradezu doomigen Riffs über fette, stampfende
Moshparts hinzu rasanten Geballer ist hier alles vertreten was man sich
als Ami-Death-Fan wünscht und man umschifft ausgelutschte
Schweden-Death-Elemente sehr gekonnt! Nehmt nur beispielsweise den
Titeltrack! Hier gibt es genau den versprochenen Abwechslungsreichtum
und noch viel mehr! Bolt Thrower-Leads, Monstrosity-Geshredder und
Massacre-Grooves machen für mich persönlich auf jeden Fall immer sehr
gute Songs aus Der
Song „Macabre butchery“ geht dann sogar nochmal ganz andere Wege und
hat nicht nur dezente Brutal Death-Riffs sondern sogar einen waschechten
Slam-Part, mit dem man so nicht gerechnet hätte. Vor allem hätte man
nicht damit gerechnet, dass er so gut mit dem anderen Material
harmoniert, wirklich sehr erfrischend! Es ist auf jeden Fall nicht
einfach in Worte zu fassen was hier alles passiert und man sollte sich
das Ganze am besten einfach mal selbst anhören! Auf jeden Fall sind die
Jungs zusammen mit Skeletal Remains momentan die Retro-Kings, haben hier
aber doch etwas mehr eine eigene Note als die Amis. Die Produktion
rundet das äußerst positive Gesamtbild übrigens entsprechend ab und kann
durch eine erdige und fett tönende 90er-Jahre Produktion punkten, die
auch so aus den Morrisound-Studios hätte stammen können. Auf jeden Fall
ein musthave für Fans abwechslungsreichen Old School-Death Metals! Die CD bekommt ihr leider nur entweder direkt über die Band (backyardmortuary@hotmail.com) oder das kleine australische Label Grindhead Records (http://www.grindheadrecords.com).
Wirklich eine Schande, dass sich bei dem Talent noch kein Label erbarmt
hat! Aber wer weiß was sich hier noch in Zukunft tut! Erfolg wäre den
Jungs auf jeden Fall zu wünschen! Meine uneingeschränkte Kaufempfehlung
habt ihr!
Label: Deaf Records (lizensiert durch Grind Core Records) Cover-Art: 1. Misery Hunt 2. The Life I Hate 3. Morbid Indulgence 4. Flesh Parade 5. Unknown 6. Method of Murder 7. Agony of Rebirth 8. Homicidal Entrails 9. My Dangling Corpse 10. To Eat the Heart
Heute
stöbern wir mal wieder tief im amerikanischen Underground der
Früh-Neunziger und graben eine ganz besondere Perle aus, die zur
damaligen Zeit vollkommen zu Unrecht im Sumpf der Veröffentlichungsflut
untergegangen ist! Die Rede ist von Accidental Suicide aus Milwaukee,
die im Jahre 1992 ein bemerkenswertes Debüt herausgebracht haben, das
sich gewaschen hat! Auch wenn man sich stellenweise bei uralten
Death, Massacre oder auch Autopsy bedient, schafft man es doch einen
recht eigenen Stil zu kreieren, der immer wieder zwischen schleppend
doomigen Parts und rohen Auf-die-Fresse-Passagen hin und herpendelt!
Stellt euch einfach eine Mischung aus den amerikanischen
Underground-Genies Baphomet, Morta Skuld, Gutted (alle drei in
Vergangenheit hier ja schon an anderer Stelle besprochen) und den guten
alten Autopsy vor und ihr habt in etwa eine Vorstellung was euch hier
erwartet. Es dürfte auf jeden Fall jeder Fan der etwas stumpferen und
brutalen Töne auf seine Kosten kommen und man fragt sich wirklich warum
man nie mehr von den Jungs gehört hat. Das Quintett ist nämlich
stets um Abwechslung bemüht und bringt viele Tempo-Wechsel und
unvorhersehbare Elemente ein, so dass es nie langweilig wird. Wirklich
eine Schande, dass zur Hochzeit des Death Metals kein Erfolg
eingefahren werden konnte. Die Band gründete sich übrigens bereits 1989
als fast noch alle Mitglieder Jungendliche waren und man damaligen
aufstrebenden Bands wie Morbid Angel, Autopsy oder den Nachbarn
Viogression nacheiferte. Nach zwei mir unbekannten Demos wurden die
Jungs von Deaf Records/Peaceville unter Vertrag genommen, die zusammen
mit Grind Core Records das Debüt-Album unter die Leute brachten. Die Produktion ist übrigens ziemlich rau und ruppig gehalten. Man kann sogar fast von einer Rumpel-Produktion sprechen
Nichtsdestotrotz hört man alles heraus und irgendwie passt das Ganze
herrlich zur sympathisch-naiven und rohen Ausrichtung des Albums. Das
kultige und megahässliche Cover wurde übrigens von Sänger Ed
gezeichnet, der leider wohl noch während der Arbeiten an den Aufnahmen
des Albums einen schweren Autounfall erlitt der aber glücklicherweise
nicht dem Bandnamen entsprechend ausging und die Band angeblich mehr
zusammenschweißte. Nichtsdestotrotz hörte man nach diesem Album nie
wieder etwas von den Jungs und selbst eine komplett aufgenommene EP mit
dem Titel „Erotic dead“ aus dem Jahre 1993 sollte nie das Licht der Welt
erbklicken
Angeblich hat man sogar danach noch ein Album aufgenommen, das
ebenfalls aus Faulheit nie veröffentlicht wurde. Man kann nur hoffen,
dass sich dem nochmal einer annimmt, die Songs von besagter EP sind
nämlich neulich auf der offiziellen Reverbnation-Seite (http://www.reverbnation.com/accidentalsuicideofficial)
veröffentlicht worden und tönen trotz ungewohnten Gesangs ziemlich
genial! Der Aktivität bei Facebook zu urteilen scheint sich bei den
Jungs neuerdings eh etwas zu tun, vielleicht erwartet uns ja hier auch
mal wieder eine Reunion? Das Album gibt es auf jeden Fall hier und da
bei Ebay, Amazon und Discogs für Preise um die 20€ und wenn man Glück
hat auch schon mal weniger. Ich habe neulich bei Ebay unverschämtes
Glück gehabt und habe tatsächlich eine Erstauflage für 5€ ersteigern
können, haltet also einfach mal die Augen auf, es lohnt sich!
1. Prologue 2. Sanctuary 3. Reduced to Dust 4. Necropolis 5. Proboscis 6. I, to the Heavens Shall Lift My Eyes
Endlich
geht’s mal wieder weiter. Dieses Mal mit einem ganz besonderen
Schmankerl aus Downunder, das im Jahre 1993 das Licht der Welt erblickte
und Death Metal mit doomigen Klängen zelebriert, wie er böser und zäher
kaum sein kann! Die Rede ist vom einzigen Lebenszeichen des
Quartetts aus Sydney, das in Form einer EP über das australische
Kleinst-Label „Warhead Records“ herauskam und im Underground bis heute
in den höchsten Tönen gelobt wird! In knapp einer halben Stunde
bekommt man hier das volle Brett geboten und als Freund von Old School
Death Metal mit stampfenden Doom-Parts kann man hier den Kopf nur
schwerlich ruhig halten! Das Ganze wird äußerst souverän und
vielschichtig vorgetragen und von Bolt Thrower-Stampfern über böse,
finnische Uptempo-Parts wie sie Convulse oder Purtenance nicht besser
hinbekommen hätten, bis hin zu megazähen Doom-Lava-Riffs (alte My Dying
Bride, Autopsy oder ganz alte Paradise Lost lassen grüßen) gibt es hier
das volle Programm! Dem Doom wird hier aber auf jeden Fall am meisten
gehuldigt und zu diesem Zeitpunkt dürften die Jungs mit dieser Mischung
ziemlich allein dagestanden haben! Man hat es hier als mit echten
Vorreitern zu tun, die bestimmt nicht wenige Bands nachhaltig
beeinflusst haben dürften! Die Jungs verstehen es trotz simplen
Songwritings die Songs sehr spannend und vielseitig zu gestalten und man
scheut sich auch nicht immer mal wieder geniale Leads, Soli oder gar
cleane Gitarren einzustreuen. Wie gut die Jungs an ihrer Gitarre sind,
wird direkt im Opener „Sanctuary“ deutlich, der an ein leider viel zu
langes Keyboard-Intro anknüpft. Dieses Intro wird aber von der ersten
Sekunde an vergessen, wenn man den Nacken im Takt des Openers knacken
lässt. Brutale Vocals (Drummer, Bassist und Gitarrist teilen sich den
Gesang!), geile Melodien, fette Grooves, feiste Straight-forward-Parts
und zähe Doom-Riffs machen direkt klar, wohin die Reise gehen soll und
schon hier ist direkt alles vereint, was die einzigartige Musik der vier
Australier ausmacht! Auch der zweite Song „reduced to dust“ schlägt in
die gleiche Kerbe und kann nach einem böse-melodischen Part gar mit
einem heftigen Blastbeat (Bolt Thrower zu Realm of Chaos-Zeiten lassen
grüßen!) punkten, bevor man wieder auf die Bremse tritt und den Hammer
of doom wieder gewaltig schwingt! Weiter geht es mit dem ultracoolen
Epos „Necropolis“ bei dem man nicht nur Bolt Thrower huldigt, sondern
auch finnische Töne anschlägt. Generell klingt die ganze Scheibe extrem
europäisch und auch das darauffolgende „Proboscis“ haut ordentlich rein
und hinterlässt nichts als verbrannte Erde! Ein weiteres Highlight hat
man sich für den Schluss aufgespart, denn im Rausschmeißer „I, to the
Heavens Shall Lift My Eyes“ zieht man nochmal alle Register und vereint
alles was die eigenständige Mischung der Jungs ausmacht! Auch die
Produktion ist für solch ein Underground-Werk mehr als amtlich und jedes
Instrument ist klar wahrzunehmen und gleichberechtigt präsentiert.
Wirklich jammerschade, dass sich die Jungs 1995 nach einer mir
unbekannten 2-Song-Promo auflösten
Noch tragischer ist das Ganze, wenn man bedenkt, dass das britische
Kult-Label Earache die EP und die Promo für sich entdeckten, das Ganze
für großartig befanden und die Jungs vom Fleck weg signen wollten.
Leider war es da jedoch schon zu spät Es
besteht aber noch Hoffnung, denn just in diesem Sommer haben sich die
Jungs reformiert und wollen im nächsten Jahr die ersten Gigs bestreiten! Vielleicht
gibt es dann ja auch das langersehnte Re-Release der längst
vergriffenen Rarität, die bei Ebay immer jenseits der 40€ weggeht. Wie
gut, dass ich letztens Glück hatte und sie nach langer Suche etwas
günstiger erstehen konnte (danke nochma an Lukasz ^^). Auf jeden Fall ein kleiner Klassiker, der definitiv mehr Beachtung verdient!
1. The Myth 2. Sonatorrek 3. Immortal 4. New World 5. Since Existence Of Mankind 6. The Stench Of Bloodshed 7. Agony 8. Sonatorrek (live) Kommen
wir heute zu einer außergewöhnlichen Scheibe, die ich selbst erst vor
kurzem entdeckt habe, die aber aus meiner Sammlung nicht mehr
wegzudenken ist. Die Rede ist von einem Album, das hier die Meinungen
spalten wird und bestimmt nicht jedem gefallen wird. Denn auch wenn die
Jungs aus Holland Death Metal spielen, haben sie hier eine vollkommen
andere Herangehensweise an diese Materie als alle anderen hier von mir
besprochenen Bands. Und zwar geht es um das Debüt-Album „Sonatorrek“,
das die fünf Holländer im Jahre 1995 auf die Welt losließen und das bis
heute weitgehend unentdeckt ein Nischendasein fristen musste. Stellt
euch vor, man mischt die Melodien von Amorphis, gibt ein wenig Melodien
alter Paradise Lost hinzu, vermenge dies mit der Traurigkeit alter
Katatonia und gebe einen Schuß Progressivität mittlerer Edge of Sanity
hinzu und fertig ist ein ganz eigener Mix, dessen genaue Stilausrichtung
mit dieser Beschreibung eigentlich nicht einmal annähernd genau
getroffen wird. Die Jungs haben nämlich wirklich eine vollkommen eigenen
Sound und der Vergleich soll nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen,
was euch hier erwartet. Die Songs sind fast ausschließlich im
Midtempo gehalten und besonders die melodischen Lead-Gitarren prägen den
eigensinnigen Sound. Zwar gibt es mit „Immortal“ und „the stench of
bloodshed“ auch zwei ziemlich coole, abwechslungsreiche Old-School-Death
Metal-Klopper, aber diese Seite stellt nur einen Teil der
Vielseitigkeit des Quintetts dar. Eher repräsentativ sind die extrem
melodischen Songs wie „New World“ das mit einer wirklich großartigen
Melodie startet, die den eher schleppenden Song immer wieder bereichert
oder der eher vertrackte, gewöhnungsbedürftige Titeltrack mit seinem
ungewöhnlichen Drum-Groove und extrem eingängigen Melodien oder das
supertraurige, aber gleichzeitig auch schöne „Since Existence Of
Mankind“ das ein bißchen was von alten My Dying Bride hat. Das Ganze
ist bestimmt nicht jedermanns Sache, aber mir läuft die Platte
überraschend gut rein, was ich mir nur damit erklären kann, dass die
Jungs mit ihrer unbeschreiblichen Mischung etwas gänzlich Eigenes
geschaffen haben und wirklich verdammt gute Songwriter mit einem
Händchen für eingängige Songs sind. Auch der Sound ist hier für diese
Art der Musik absolut perfekt, da jedes Instrument absolut klar
herauszuhören ist und absolut gleichberechtigt platziert wurde! Ja sogar
das großartige Bass-Spiel ist zu jedem Zeitpunkt herauszuhören und das
Ganze wird in einem authentischen, warmen Sound präsentiert. Auf jeden
Fall handelt es sich hier um eine rundum bemerkenswerte Platte, die man
zwar nicht zu jedem Zeitpunkt hören kann, die aber besonders an den
dunklen Tagen des Jahres ihre volle Wirkung entfalten dürfte! Ein wahrer
Geheimtipp! Warum man als Bonus den Titeltrack in einer
Live-Studio-Aufnahme nochmal aufs Album gepackt hat ist mir jedoch
schleierhaft... Die Jungs die sich übrigens bereits 1990 gründeten,
nahmen nach diesem Debüt noch ein weiteres, mir unbekanntes Album auf
und lösten sich leider kurz darauf auf. Die Scheibe stellt auf jeden
Fall scheinbar eine absolute Rarität dar und ich habe sie erst einmal
bei Ebay gesehen und musste dort für 25€ direkt zuschlagen. Haltet
einfach mal die Augen offen, ich könnte mir vorstellen, dass man sie in
„Aussortier-Grabbelkisten“ bestimmt für einen günstigeren Kurs bekommen
dürfte!