Dienstag, 4. Dezember 2012

Crusher – Corporal Punishment

Label: Noise (lizensiert an Semetery)

Cover-Art:


1. Collective Hypnosis
2. Corporal Punishment
3. Fury Settles
4. Sense of Powerlessness
5. All For a Holy Cause
6. Adventure for Sale
7. Actions Speak Louder Than Words
8. Infanticide
9. Immigrant Exploitation
10. Profit of a Billion Deaths
11. Modernism Keeps Killing


Bevor es beim nächsten Mal mit einem großartigen Death/Doom-Klassiker weitergeht, gibt es nun noch einmal schnörkellos was auf die Fresse mit einer äußerst kurzweiligen und intensiven Scheibe.
Wir bleiben nämlich in den frühen Neunzigern und kommen zu einem ungestümen und äußerst rohen Werk Death Metals aus unserem Nachbarland, dem schönen Frankreich!
Gegründet unter dem Namen Frayeurs benannte sich das Quintett aus Mulhouse aus dem Dreiländereck im Jahre 1992 in Crusher um und fröhnte anstatt des anfänglichen Hardcore-Punk nun ungestümen Death Metal, der sich wohl am ehesten mit den amerikanischen Pionieren und diversen britischen Bands vergleichen lässt.
Ganz besonders Napalm Death zur Harmony Corruption-Phase oder Benedictions Frühwerke klingen immer wieder durch und werden mit einer ordentlichen Portion alter Massacre oder früher Death formvollendet, so dass ein äußerst rotziger und punkig tönender Death Metal entsteht, bei dem brutale Moshpits eigentlich Pflichtprogramm sein sollten ;)
Auch wenn die Jungs wirklich stellenweise ziemlich stumpf daherbolzen (Baphomet lassen nicht selten grüßen!), schafft man es immer wieder mit interessanten Soli und unvorhersehbaren Geschwindigkeitswechseln zu begeistern und driftet trotz wenig wirklich hervorstechender Songs nie in Mittelmäßigkeit ab.
Die Scheibe lebt auf jeden Fall von ihrem hohen Aggressionslevel und es gibt ständig eins vors Fressbrett und selten wird dem Hörer eine Verschnaufpause gegönnt.
Entgegen der brutalen Musik und dem stumpfen Metzelcover (das Cover stellt lediglich einen Ausschnitt einer ausgeweideten und aufgehängten Leiche dar) wird hier aber nicht über Mord, Horror und Totschlag gesungen, sondern man widmet sich sozialkritischen Themen, was 1992 noch weitestgehend ein Novum war und wohl noch aus alten Hardcore-Tagen stammte. Wer also Blastbeats, fetten Growls, anprangernden Texten und stumpfen Gewemmse nicht abgeneigt ist, sollte hier ein Ohr riskieren, zumal die Produktion schön warm und authentisch tönt, eben so wie es sich für ein schönes 90er-Jahre Werk gehört. ^^
Zwar handelt es sich hier nicht um einen innovativen Klassiker mit jeder Menge Hits, aber durchaus um eine enorm energiegeladene Scheibe bei der man schön die Sau rauslassen kann und die nichts als verbrannte Erde zurücklässt.
Das Teil gibt es bei den altbekannten Quellen für Kurse zwischen 10€ und 20€. Gebt euch einen Ruck, als Freund aggressiver Töne kann man sein Geld sicherlich schlechter investieren ;)
Diesem Album folgte übrigens im darauffolgenden Jahr noch eine EP mit dem Titel „Act II: Undermine“ die dem Debüt in nichts nachsteht und noch durch ein cooles Discharge-Cover aufgewertet wurde. Ebenfalls ein musthave! Danach hörte man leider nie wieder etwas von dem französischen Quintett...



Dienstag, 13. November 2012

Nuctemeron – A time the world forgot

Label: Wild Rags Records

Cover-Art:


1. Intro/Human Experiment
2. What Have I Become
3. The Rapist
4. Explorer's Return
5. Perversions of a Holy Man
6. Return to the Temple of God/Outro


Nach unserem letzten Ausflug in die Gegenwart geht es nun wieder zurück in die glorreichen 90er, wo im Jahre 1992 in Arizona eine ungestüme Death Metal Band gegründet wurde, die zwei Jahre später ein oberamtliches Debüt-Album herausbrachte, dem heutzutage leider kaum mehr Beachtung geschenkt wid. Die Rede ist vom knapp halb-stündigen Werk „a time the world forgot“, das vom amerikanischen Kultlabel Wild Rags Records veröffentlicht wurde, deren talent-scouts ja u.a. solch illustre Bands wie z.B. Dying Fetus oder Sadistic Intent entdeckt haben und auch hier einen guten Riecher für rohen Death Metal mit eigenen Charakter bewiesen haben.
Es fällt mir nämlich hier einmal mehr ausgesprochen schwer Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen, da der düstere, oftmals von Doom-Elementen angereicherte Sound des Quintetts recht eigenständig tönt. Da er hier und da wie ein Bastard aus europäischen Finster-Death Bands (Finnland ftw!) und brutalen Ami-Bands daherkommt, kann der Sound wohl am ehesten als eine Mischung aus Adramelech, Purtenance, Cianide und Baphomet bezeichnet werden, was das Ganze aber nur im groben Ansatz beschreibt!
Walzende Doom-Parts mit geradezu finnischen Leads wechseln sich mit herrlich rumpeligen Blastattacken und fetten Moshparts ab, dass es eine wahre Wonne ist!
Die Midtempo- und Doom-Parts machen aber den Haupteil aus und tragen nicht unwesentlich zur finsteren Ausrichtung des Albums bei. Immer wieder schön, wie mit simplen Mitteln eine wirklich böse und bedrohliche Atmosphäre erschaffen werden kann!
Entgegen der düsteren Elemente gibt’s hier übrigens plumpe Guts 'n Gore-Thematik nach Schema F und lediglich der böse Rausschmeißer „Return to the temple of god“ kann dann auch mit entsprechender Lyrik aufwarten.
Nur der kurze Song „Perversions of a holy man“ fällt übrigens mit seinen grindigen Elementen musikalisch vollkommen aus dem Rahmen und darf aufgrund seiner hysterischen und nervigen Kreischvocals leider als Totalausfall gewertet werden. Diesen Ausfall machen dann aber fünf durch und durch coole Songs (okay, das nervige, viel zu lange Outro und überflüssige Keyboard-Intros müssen auch noch abgezogen werden) wieder voll und ganz wett, so dass es bei knappen 25 Minuten rohen Düster Death Metals bleibt, der besonders durch seine schleppenden Elemente, die coolen Melodien und megafinstere Vocals punkten kann!
Wenn man sich das Bandfoto in der CD ansieht ist es mir übrigens einmal mehr absolut schleierhaft, wie solch junge und harmlos aussehende Teenager (übrigens mit Mädel am Bass!) derart böse Musik zelebrieren können, wirklich bemerkenswert. Kurz nach diesem Album löste sich die Band auch schon wieder auf und man hörte nie wieder etwas von dem Quintett :(
Ich kann auf jeden Fall nur jedem Freund düsterer und schleppender Klänge dieses Werk ans Herz legen. Wenn man gut die Augen aufhält, kann man das Teil hier und da schon mal für Kurse zwischen 15 und 20€ bei Ebay oder Discogs abstauben und auch Dark Descent hat immer mal wieder günstige Deadstocks im Angebot! Sollte man im Regal stehen haben :)





Dienstag, 6. November 2012

Backyard Mortuary – Lure of the occult

Label: Eigenproduktion

Cover-Art:


1. Last Rites
2. Beyond the Grave
3. Mutation
4. Diseased
5. Deprivation
6. Macabre Butchery
7. Lure of the Occult
8. Demon's Blood


Heute soll die Reise einmal mehr ins ferne Australien gehen, wo erst vor kurzem eine junge Band ihr Debüt veröffentlicht hat, das mich schier aus den Socken gehauen hat! Ihr habt richtig gehört: Heute wird keine Leiche aus den frühen 90ern ausgegraben, sondern ein Release das im Sommer diesen Jahres herausgekommen ist, man soll mir schließlich nicht nachsagen ich sei altbacken und der Nachwuchs würde zu kurz kommen ;) Vor allem nicht wenn man ein dermaßen fulminantes Debüt hinlegt wie dieses Quintett! Danke an der Stelle hier auch nochmal an den Martin von Sulphur Aeon für den Tipp mit den Jungs!
Die fünf Jungs aus Sydney, die die Band 2002 ins Leben riefen haben sich zwar dem Death Metal der alten Schule verschrieben, nähern sich der Thematik jedoch anders als viele andere heutige Vertreter diesen Genres!
Denn während sich massig Bands daran versuchen ihren schwedischen Idolen nachzueifern oder einen Incantation-hear-a-like-contest zu gewinnen, beschreiten die fünf Australier hier einen anderen Weg. Man mixt nämlich viel eher einige Elemente amerikanischer Bands mit europäischen Vertretern der Zunft und mische noch ganz dezent ein paar Brutal Death-Riffs in den Cocktail und fertig ist eine frische Old School Death-Mischung, die sich gewaschen hat!
Stellt euch vor ganz alte Death und Massacre korpulieren mit ganz alten Morbid Angel, Cannibal Corpse, Gorguts und Asphyx und auch ein paar brutalere Bands ala Suffocation, Disgorge und Pyrexia geben ihre Saat hinzu und ihr könnt euch in etwa vorstellen wie das Ganze klingt! Klingt nach einer wilden Mischung und im Endeffekt entspricht das Endprodukt dem auch und es wird ein ziemlich eigener Stil manifestiert, der sich durch ein Höchstmaß an Abwechslungsreichtum definiert. Denn von geradezu doomigen Riffs über fette, stampfende Moshparts hinzu rasanten Geballer ist hier alles vertreten was man sich als Ami-Death-Fan wünscht und man umschifft ausgelutschte Schweden-Death-Elemente sehr gekonnt! Nehmt nur beispielsweise den Titeltrack! Hier gibt es genau den versprochenen Abwechslungsreichtum und noch viel mehr! Bolt Thrower-Leads, Monstrosity-Geshredder und Massacre-Grooves machen für mich persönlich auf jeden Fall immer sehr gute Songs aus ;)
Der Song „Macabre butchery“ geht dann sogar nochmal ganz andere Wege und hat nicht nur dezente Brutal Death-Riffs sondern sogar einen waschechten Slam-Part, mit dem man so nicht gerechnet hätte. Vor allem hätte man nicht damit gerechnet, dass er so gut mit dem anderen Material harmoniert, wirklich sehr erfrischend!
Es ist auf jeden Fall nicht einfach in Worte zu fassen was hier alles passiert und man sollte sich das Ganze am besten einfach mal selbst anhören! Auf jeden Fall sind die Jungs zusammen mit Skeletal Remains momentan die Retro-Kings, haben hier aber doch etwas mehr eine eigene Note als die Amis.
Die Produktion rundet das äußerst positive Gesamtbild übrigens entsprechend ab und kann durch eine erdige und fett tönende 90er-Jahre Produktion punkten, die auch so aus den Morrisound-Studios hätte stammen können. Auf jeden Fall ein musthave für Fans abwechslungsreichen Old School-Death Metals!
Die CD bekommt ihr leider nur entweder direkt über die Band (backyardmortuary@hotmail.com) oder das kleine australische Label Grindhead Records (http://www.grindheadrecords.com). Wirklich eine Schande, dass sich bei dem Talent noch kein Label erbarmt hat! Aber wer weiß was sich hier noch in Zukunft tut! Erfolg wäre den Jungs auf jeden Fall zu wünschen! Meine uneingeschränkte Kaufempfehlung habt ihr!




Dienstag, 30. Oktober 2012

Accidental Suicide - Deceased

Label:  Deaf Records (lizensiert durch Grind Core Records)
Cover-Art:


1. Misery Hunt
2. The Life I Hate
3. Morbid Indulgence
4. Flesh Parade
5. Unknown
6. Method of Murder
7. Agony of Rebirth
8. Homicidal Entrails
9. My Dangling Corpse
10. To Eat the Heart


Heute stöbern wir mal wieder tief im amerikanischen Underground der Früh-Neunziger und graben eine ganz besondere Perle aus, die zur damaligen Zeit vollkommen zu Unrecht im Sumpf der Veröffentlichungsflut untergegangen ist! Die Rede ist von Accidental Suicide aus Milwaukee, die im Jahre 1992 ein bemerkenswertes Debüt herausgebracht haben, das sich gewaschen hat!
Auch wenn man sich stellenweise bei uralten Death, Massacre oder auch Autopsy bedient, schafft man es doch einen recht eigenen Stil zu kreieren, der immer wieder zwischen schleppend doomigen Parts und rohen Auf-die-Fresse-Passagen hin und herpendelt! Stellt euch einfach eine Mischung aus den amerikanischen Underground-Genies Baphomet, Morta Skuld, Gutted (alle drei in Vergangenheit hier ja schon an anderer Stelle besprochen) und den guten alten Autopsy vor und ihr habt in etwa eine Vorstellung was euch hier erwartet.
Es dürfte auf jeden Fall jeder Fan der etwas stumpferen und brutalen Töne auf seine Kosten kommen und man fragt sich wirklich warum man nie mehr von den Jungs gehört hat.
Das Quintett ist nämlich stets um Abwechslung bemüht und bringt viele Tempo-Wechsel und unvorhersehbare Elemente ein, so dass es nie langweilig wird.
Wirklich eine Schande, dass zur Hochzeit des Death Metals kein Erfolg eingefahren werden konnte. Die Band gründete sich übrigens bereits 1989 als fast noch alle Mitglieder Jungendliche waren und man damaligen aufstrebenden Bands wie Morbid Angel, Autopsy oder den Nachbarn Viogression nacheiferte.
Nach zwei mir unbekannten Demos wurden die Jungs von Deaf Records/Peaceville unter Vertrag genommen, die zusammen mit Grind Core Records das Debüt-Album unter die Leute brachten.
Die Produktion ist übrigens ziemlich rau und ruppig gehalten. Man kann sogar fast von einer Rumpel-Produktion sprechen ;) Nichtsdestotrotz hört man alles heraus und irgendwie passt das Ganze herrlich zur sympathisch-naiven und rohen Ausrichtung des Albums.
Das kultige und megahässliche Cover wurde übrigens von Sänger Ed gezeichnet, der leider wohl noch während der Arbeiten an den Aufnahmen des Albums einen schweren Autounfall erlitt der aber glücklicherweise nicht dem Bandnamen entsprechend ausging und die Band angeblich mehr zusammenschweißte.
Nichtsdestotrotz hörte man nach diesem Album nie wieder etwas von den Jungs und selbst eine komplett aufgenommene EP mit dem Titel „Erotic dead“ aus dem Jahre 1993 sollte nie das Licht der Welt erbklicken :( Angeblich hat man sogar danach noch ein Album aufgenommen, das ebenfalls aus Faulheit nie veröffentlicht wurde. Man kann nur hoffen, dass sich dem nochmal einer annimmt, die Songs von besagter EP sind nämlich neulich auf der offiziellen Reverbnation-Seite (http://www.reverbnation.com/accidentalsuicideofficial) veröffentlicht worden und tönen trotz ungewohnten Gesangs ziemlich genial! Der Aktivität bei Facebook zu urteilen scheint sich bei den Jungs neuerdings eh etwas zu tun, vielleicht erwartet uns ja hier auch mal wieder eine Reunion?
Das Album gibt es auf jeden Fall hier und da bei Ebay, Amazon und Discogs für Preise um die 20€ und wenn man Glück hat auch schon mal weniger. Ich habe neulich bei Ebay unverschämtes Glück gehabt und habe tatsächlich eine Erstauflage für 5€ ersteigern können, haltet also einfach mal die Augen auf, es lohnt sich!




Montag, 15. Oktober 2012

Cruciform - Atavism

Label: Warhead Records

Cover-Art:
 


1. Prologue
2. Sanctuary
3. Reduced to Dust
4. Necropolis
5. Proboscis
6. I, to the Heavens Shall Lift My Eyes


Endlich geht’s mal wieder weiter. Dieses Mal mit einem ganz besonderen Schmankerl aus Downunder, das im Jahre 1993 das Licht der Welt erblickte und Death Metal mit doomigen Klängen zelebriert, wie er böser und zäher kaum sein kann!
Die Rede ist vom einzigen Lebenszeichen des Quartetts aus Sydney, das in Form einer EP über das australische Kleinst-Label „Warhead Records“ herauskam und im Underground bis heute in den höchsten Tönen gelobt wird!
In knapp einer halben Stunde bekommt man hier das volle Brett geboten und als Freund von Old School Death Metal mit stampfenden Doom-Parts kann man hier den Kopf nur schwerlich ruhig halten! Das Ganze wird äußerst souverän und vielschichtig vorgetragen und von Bolt Thrower-Stampfern über böse, finnische Uptempo-Parts wie sie Convulse oder Purtenance nicht besser hinbekommen hätten, bis hin zu megazähen Doom-Lava-Riffs (alte My Dying Bride, Autopsy oder ganz alte Paradise Lost lassen grüßen) gibt es hier das volle Programm!
Dem Doom wird hier aber auf jeden Fall am meisten gehuldigt und zu diesem Zeitpunkt dürften die Jungs mit dieser Mischung ziemlich allein dagestanden haben! Man hat es hier als mit echten Vorreitern zu tun, die bestimmt nicht wenige Bands nachhaltig beeinflusst haben dürften!
Die Jungs verstehen es trotz simplen Songwritings die Songs sehr spannend und vielseitig zu gestalten und man scheut sich auch nicht immer mal wieder geniale Leads, Soli oder gar cleane Gitarren einzustreuen. Wie gut die Jungs an ihrer Gitarre sind, wird direkt im Opener „Sanctuary“ deutlich, der an ein leider viel zu langes Keyboard-Intro anknüpft. Dieses Intro wird aber von der ersten Sekunde an vergessen, wenn man den Nacken im Takt des Openers knacken lässt. Brutale Vocals (Drummer, Bassist und Gitarrist teilen sich den Gesang!), geile Melodien, fette Grooves, feiste Straight-forward-Parts und zähe Doom-Riffs machen direkt klar, wohin die Reise gehen soll und schon hier ist direkt alles vereint, was die einzigartige Musik der vier Australier ausmacht! Auch der zweite Song „reduced to dust“ schlägt in die gleiche Kerbe und kann nach einem böse-melodischen Part gar mit einem heftigen Blastbeat (Bolt Thrower zu Realm of Chaos-Zeiten lassen grüßen!) punkten, bevor man wieder auf die Bremse tritt und den Hammer of doom wieder gewaltig schwingt!
Weiter geht es mit dem ultracoolen Epos „Necropolis“ bei dem man nicht nur Bolt Thrower huldigt, sondern auch finnische Töne anschlägt. Generell klingt die ganze Scheibe extrem europäisch und auch das darauffolgende „Proboscis“ haut ordentlich rein und hinterlässt nichts als verbrannte Erde! Ein weiteres Highlight hat man sich für den Schluss aufgespart, denn im Rausschmeißer „I, to the Heavens Shall Lift My Eyes“ zieht man nochmal alle Register und vereint alles was die eigenständige Mischung der Jungs ausmacht!
Auch die Produktion ist für solch ein Underground-Werk mehr als amtlich und jedes Instrument ist klar wahrzunehmen und gleichberechtigt präsentiert. Wirklich jammerschade, dass sich die Jungs 1995 nach einer mir unbekannten 2-Song-Promo auflösten :( Noch tragischer ist das Ganze, wenn man bedenkt, dass das britische Kult-Label Earache die EP und die Promo für sich entdeckten, das Ganze für großartig befanden und die Jungs vom Fleck weg signen wollten. Leider war es da jedoch schon zu spät :(
Es besteht aber noch Hoffnung, denn just in diesem Sommer haben sich die Jungs reformiert und wollen im nächsten Jahr die ersten Gigs bestreiten!
Vielleicht gibt es dann ja auch das langersehnte Re-Release der längst vergriffenen Rarität, die bei Ebay immer jenseits der 40€ weggeht. Wie gut, dass ich letztens Glück hatte und sie nach langer Suche etwas günstiger erstehen konnte (danke nochma an Lukasz ^^).
Auf jeden Fall ein kleiner Klassiker, der definitiv mehr Beachtung verdient!






Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ulcerate Fester - Sonatorrek

Label: Cyber Music

Cover-Art:


1. The Myth
2. Sonatorrek
3. Immortal
4. New World
5. Since Existence Of Mankind
6. The Stench Of Bloodshed
7. Agony
8. Sonatorrek (live)



Kommen wir heute zu einer außergewöhnlichen Scheibe, die ich selbst erst vor kurzem entdeckt habe, die aber aus meiner Sammlung nicht mehr wegzudenken ist. Die Rede ist von einem Album, das hier die Meinungen spalten wird und bestimmt nicht jedem gefallen wird. Denn auch wenn die Jungs aus Holland Death Metal spielen, haben sie hier eine vollkommen andere Herangehensweise an diese Materie als alle anderen hier von mir besprochenen Bands. Und zwar geht es um das Debüt-Album „Sonatorrek“, das die fünf Holländer im Jahre 1995 auf die Welt losließen und das bis heute weitgehend unentdeckt ein Nischendasein fristen musste.
Stellt euch vor, man mischt die Melodien von Amorphis, gibt ein wenig Melodien alter Paradise Lost hinzu, vermenge dies mit der Traurigkeit alter Katatonia und gebe einen Schuß Progressivität mittlerer Edge of Sanity hinzu und fertig ist ein ganz eigener Mix, dessen genaue Stilausrichtung mit dieser Beschreibung eigentlich nicht einmal annähernd genau getroffen wird. Die Jungs haben nämlich wirklich eine vollkommen eigenen Sound und der Vergleich soll nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen, was euch hier erwartet.
Die Songs sind fast ausschließlich im Midtempo gehalten und besonders die melodischen Lead-Gitarren prägen den eigensinnigen Sound. Zwar gibt es mit „Immortal“ und „the stench of bloodshed“ auch zwei ziemlich coole, abwechslungsreiche Old-School-Death Metal-Klopper, aber diese Seite stellt nur einen Teil der Vielseitigkeit des Quintetts dar. Eher repräsentativ sind die extrem melodischen Songs wie „New World“ das mit einer wirklich großartigen Melodie startet, die den eher schleppenden Song immer wieder bereichert oder der eher vertrackte, gewöhnungsbedürftige Titeltrack mit seinem ungewöhnlichen Drum-Groove und extrem eingängigen Melodien oder das supertraurige, aber gleichzeitig auch schöne „Since Existence Of Mankind“ das ein bißchen was von alten My Dying Bride hat.
Das Ganze ist bestimmt nicht jedermanns Sache, aber mir läuft die Platte überraschend gut rein, was ich mir nur damit erklären kann, dass die Jungs mit ihrer unbeschreiblichen Mischung etwas gänzlich Eigenes geschaffen haben und wirklich verdammt gute Songwriter mit einem Händchen für eingängige Songs sind.
Auch der Sound ist hier für diese Art der Musik absolut perfekt, da jedes Instrument absolut klar herauszuhören ist und absolut gleichberechtigt platziert wurde! Ja sogar das großartige Bass-Spiel ist zu jedem Zeitpunkt herauszuhören und das Ganze wird in einem authentischen, warmen Sound präsentiert. Auf jeden Fall handelt es sich hier um eine rundum bemerkenswerte Platte, die man zwar nicht zu jedem Zeitpunkt hören kann, die aber besonders an den dunklen Tagen des Jahres ihre volle Wirkung entfalten dürfte! Ein wahrer Geheimtipp! Warum man als Bonus den Titeltrack in einer Live-Studio-Aufnahme nochmal aufs Album gepackt hat ist mir jedoch schleierhaft...
Die Jungs die sich übrigens bereits 1990 gründeten, nahmen nach diesem Debüt noch ein weiteres, mir unbekanntes Album auf und lösten sich leider kurz darauf auf.
Die Scheibe stellt auf jeden Fall scheinbar eine absolute Rarität dar und ich habe sie erst einmal bei Ebay gesehen und musste dort für 25€ direkt zuschlagen. Haltet einfach mal die Augen offen, ich könnte mir vorstellen, dass man sie in „Aussortier-Grabbelkisten“ bestimmt für einen günstigeren Kurs bekommen dürfte!




 

Dienstag, 25. September 2012

Experiment Fear - Assuming The Godform

Label: Massacre Records

Cover-Art:




1. Thy Will Is Strong
2. Assuming The Godform
3. Shallow Disbelief
4. Comatose
5. Existence Denied
6. Jester of The Anxious
7. ...Thy Flesh Is Weak
8.Give Us This Day
9. Compelled
10. Cryopsy Incomplete
11. In Extremis
12. Judgement of The Dead
13. The Passing


Wir bleiben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und machen heute mit „Experiment Fear“ mit einer Band aus Wisconsin weiter, die im Jahre 1995 ein äußerst vielversprechendes, recht technisches Death Metal-Album via Massacre Records herausbrachte, das bis heute zu Unrecht von vielen übersehen wurde.
Die Jungs gründeten sich bereits im Jahre 1989 und brachten '91 und '93 zwei Demos heraus. Zur Urbesetzung gehört übrigens niemand Geringeres als Jeff Loomis von Nevermore, der die Band jedoch nach dem ersten Demo verließ um sich der legendären Power/Thrash-Metal-Band anzuschließen, die ja bekanntlich im Jahre 1992 ihr erstes Demo veröffentlichte.
Ich könnte mir auf jeden Fall gut vorstellen, dass sein prägnanter, eigensinniger Gitarrensound Experiment Fear nicht unwesentlich beeinflusst hat, da die Jungs auf dem Album stellenweise den typischen technischen und treibenden Stil zelebrieren, den Nevermore einige Jahre später perfektionieren sollten.
Ansonsten haben die vier Jungs (die übrigens den Bandfotos nach zu urteilen zum Zeitpunkt der Aufnahme echt Jungspunde waren! Wie alt die wohl bei der Bandgründung waren? :-o ) aber gar nichts mit Nevermore zu tun und spielen ziemlich brutalen, heftigen Death Metal amerikanischer Bauart, der mich nicht selten an die beiden Erstwerke von Oppressor erinnert! Auch Broken Hope dürften nicht unwesentlichen Einfluss auf das Quartett gehabt haben, was sich spätestens bei dem Gastauftritt von Joe Ptacek in den Songs „Compelled“ und „Jester of the anxious“ quasi aufdrängt ;)
Es gibt auf jeden Fall von Anfang an eins aufs Fressbrett und von fiesem, technischen Geballer über erstaunlich thrashige und sogar melodische Parts bis hin zu mächtig groovenden Midtempo-Parts gibt es hier alles, was einem schon bei Oppressor die Freudentränen in die Augen getrieben hat! Die Jungs musizieren hier auf einem erstaunlich hohen Level und hier sitzt wirklich jede Note! Aufgepeppt wird der brutale Reigen stets durch melodische Soli, die stellenweise so sehr nach James Murphy tönen (z.B. bei „Cryopsy Incomplete“), dass man meinen könnte, der Meister selbst wäre hier am Werk gewesen! Meinen tiefsten Respekt hierfür! Aufgelockert wird das Ganze zwischendurch immer durch stimmige Akustik-Parts, die sich erstaunlich gut in das Inferno einfügen!
Die fette Produktion von Brian Griffin (u.a. Produzent der Broken Hope- und Oppressor-Alben und auch Lead-Gitarrist von Broken Hope!) tut hier ihr übriges und knallt uns die Songs dieses überdurchschnittlichen Albums äußerst druckvoll und warm entgegen!
Es ist mir wirklich unbegreiflich, warum den Jungs nicht der große Wurf gelungen ist und man hoffnungslos untergegangen ist. Wahrscheinlich weil man bei Massacre nur eine kleine Band von vielen war und nicht den Support entgegengebracht bekommen hat, der ihnen eigentlich zustand. Mit einem anständigen Label im Rücken und einer etwas ansprechenderen Verpackung (Logo und Artwork sind ja wohl ein Witz!) hätte man locker im heutigen Death Metal-Zirkus ganz vorne mitmischen können! Was mich aber noch mehr wundert, ist die Tatsache, dass man das Album überall für 2-5€ hintergeworfen bekommt und das Teil nicht als rarer Geheimtipp gehandelt wird. Äußerst kurios! Lasst euch demzufolge nicht die Gelegenheit entgehen und ersteigert für wenig Geld 40 Minuten feinsten US-Death Metals! Kaufpflicht! Die Jungs scheinen übrigens noch zu existieren und auch wenn man nach diesem Album außer einer mir unbekannten 3-Track-Promo nichts mehr heruasgebracht hat, besteht noch Hoffnung, dass der lang verwehrte Erfolg sich doch noch einstellt!






Dienstag, 18. September 2012

Sorrow – Hatred and disgust

Label: Roadrunner Records (Re-Release durch Metal Mind Productions)

Cover-Art:

1.Insatiable
2. Forced Repression
3. Illusion of Freedom
4. Human Error
5. Separative Adjectives
6. Unjustified Reluctance


Heute geht es weiter mit einer amerikanischen Band, die hier auch mal wieder ein wenig aus dem Rahmen fällt, da hier kein reinrassiger Death Metal zelebriert wird, sondern dem Doom/Death gefröhnt wird, wie er mir ganz besonders gut reinläuft! 

Die Rede ist vom 1992er Debüt-Album „Hatred and disgust“ der vier New Yorker Sorrow, die für diese Zeit ein äußerst bemerkenswertes und einzigartiges Album herausgebracht haben, das eine völlig eigene Handschrift trägt und nur schwer mit anderen Bands vergleichbar ist.
Die Jungs gingen aus der Thrash-Metal-Band Apparition hervor, die sich bereits 1988 gründete. Nach einigen eher kläglichen ersten Geh-Versuchen in Form von zwei rumpeligen Demos änderte man 1991 den Namen in „Sorrow“ und nahm die EP „Forgotten sunrise“ auf.
Diese EP sollte eigentlich ein Album werden, was aber daran scheiterte, dass Sänger und Bassist Andy einen schweren Unfall hatte und nicht alle Songs aufnehmen konnte. Erst im Jahre 1992 als er wieder voll auf dem Damm war, wurde mit dem hier besprochenen Album das leider einzige full-length-Lebenszeichen der Band veröffentlicht. Und das was sich auf der genialen EP schon andeutete (übrigens als Bonus auf dem Re-Release enthalten!) wurde auf dem Album perfektioniert! Man mixte typischen New York-Death Metal mit seinem Groove und der Brutalität mit doomigen Klängen und heraus kam eine Mischung, die ich immer als „Suffocation auf Doom“ tituliere!
Der Vergleich kommt auch nicht von ungefähr, da die beiden Bands eine tiefe Freundschaft verband und man mit Chris Richards sogar für kurze Zeit den Bassisten teilte!
Suffocation waren es auch, die den Jungs den Vertrag bei Roadrunner einbrachten, da man wohl von den Suffocation-Jungs zu einer Party von Roadrunner eingeladen wurde, wo Drummer Mike ganz dreist den Rough-Mix der „Forgotten sunrise“-EP in die Anlage knallte und nur sagte: „Das ist meine Band!“ 

Doch zurück zur Musik: Direkt beim ersten Song „Insatiable“ zeigt man, wohin der Weg geht und es werden brutal-zähe Riffs auf den geneigten Hörer losgelassen, dass es eine wahre Wonne ist! Groove, Doom, brutale Vocals und gelegentliche Uptempo-Parts bestimmten den Grundsound der vier Jungs aus New York City!
Aufgepimpt durch diverse Soli, treibende Midtempo-Parts und gelegentliche Melodien bekommt man hier einiges geboten und man entdeckt stetig Neues.
Stellt euch einfach vor man mischt die langsamen Parts von Autopsy mit dem Groove und der Brutalität früher Suffocation, gebe ein bißchen den Schmerz und die Trauer von Winter und alten Paradise Lost hinzu und fertig ist ein außergewöhnliches Death/Doom-Album.
Man unterscheidet sich auf jeden Fall nicht nur musikalisch stark von typischen Death Metal-Bands, da es lyrisch nicht um Guts, Gore und Satan geht, sondern um Politik, sozialkritische Themen, Religion oder persönliche Kämpfe. Auch artworktechnisch geht man einen anderen Weg und kommt nicht mit einem Seagrave-Cover daher (wie es das Label eigentlich wollte), sondern kann eines der ersten Hiro Takahashi-Artworks überhaupt aufweisen! Auch die Produktion (bei der sich das Label lieber eine typische Scott Burns-Produktion gewünscht hätte) unterscheidet sich extrem von anderen US-Death Metal-Produktionen der 90er Jahre! Es gibt nämlich keinen glattpolierten Sound mit fetten Gitarren sondern einen ziemlich schmutzigen, basslastigen Sound, bei dem die Gitarren leider ein wenig zu sehr im Hintergrund zu vernehmen sind. Doch auch hier gilt wie schon bei einigen anderen zuvor besprochenen 90er-Death Metal-Scheiben: Einfach bei voller Lautstärke genießen!

Das Album bekommt ihr übrigens für humane Kurse als Re-Release hinterhergeworfen und ich kann nur jedem, der etwas für langsamen Death Metal übrig hat, empfehlen dieses Album zu kaufen, bevor das limitierte Re-Release auch wieder vergriffen ist! Wirklich schade, dass Roadrunner die Band im Jahre 1993 hat fallen lassen, denn aus den Jungs hätte wirklich etwas werden können. Aber das Quartett hatte wohl einfach zu sehr seinen eigenen Kopf und hat nichts auf Death Metal-Klischees gegeben, was Produktion, CD-Cover, Lyrics, Songwriting und das wohl furchtbarste Bandfoto der Death Metal-Geschichte beweisen:   >>>KLICK<<<
So oder so: ein einzigartiges Must-Have!



Montag, 10. September 2012

Electrocution – Inside the unreal

Label: Contempo Records (Re-Release durch Goregorecords)


Original-Artwork
Re-Release-Artwork

1. Premature Burial
2. Rising of Infection
3. They Died Without Crosses
4. Growing into the Flesh (Bleed to Death)
5. Body's Decay
6. Ghost of Past
7. Under the Wings Only Remains
8. Back to the Leprosy Death
9. Behind the Truth
10. Bells of the End


Heute geht unsere Reise nach Italien, wo im Jahre 1993 (also eigentlich genau zur richtigen Zeit) eine junge Band aus Bologna ihr Debüt-Album veröffentlichte, das so sehr den Spirit des amerikanischen Death Metal atmet, dass man meinen könnte, man habe es hier mit einer Florida-Kapelle zu tun!
Nach drei Demos und drei Jahren Band-Bestehen servieren uns die vier Italiener hier einen wahren Florida-Leckerbissen, der sich durchaus mit den Großen des Genres messen kann!
Stellt euch vor, man mischt die Durchschlagskraft von Death's „Leprosy“ mit der technischen Raffinesse und dem Geschick für zwingende Riffs von Gorguts' „Considered dead“, vermenge dies mit der „Auf-die-Fresse“-Attitüde und den Vocals von Cannibal Corpse's Debüt und garniere dies mit thrashigen Riffs alter Sepultura und gebe als i-Tüpfelchen noch ein paar Slayer-Soli hinzu und ihr habt das perfekte Ami-Death-Album! Ich weiß, das hört sich ziemlich hochtrabend an und klingt zu schön um wahr zu sein, aber mit jedem weiteren Durchlauf erschließen sich neue Details und man kann noch mehr Vergleiche ziehen. Wer's nicht glaubt, sollte sich einfach mal „Ghost of past“ anhören, der alles vereint, was Electrocution ausmacht.
Die Jungs beweisen wirklich Talent und wissen, wie man zwingende Songs mit hohen Aggressionslevel zu schreiben hat! Von treibenden Mosh-Riffs über walzende Midtempo-Parts hin zu brutal nach vorne ballernden Blastbeats gibt es alles was sich der Ami-Death-Fan wünscht. Das Salz in der Suppe sind dann noch die subtil eingestreuten Melodien, die herrlich disharmonischen Soli und auch die brutal ausgekotzten Vocals von Sänger und Gitarristen Mick passen wie die Faust aufs Auge.
Abgerundet wird das Ganze noch durch eine wunderbar warme und trotzdem kristallklare Produktion, die besonders in der remasterten Re-Release-Variante megafett klingt. Mehr Morrisound geht kaum!
Hört euch dieses kleine Meisterwerk einmal in Ruhe an und ihr wisst was ich meine.
Es ist mir schier unbegreiflich, wie eine derart talentierte Band von großen Labels übersehen werden konnte und im Release-Dschungel der Früh-Neunziger hoffnungslos untergehen konnte. Wahrlich eine Schande! Wie gut, dass sich heutzutage kleine Labels erbarmen und solche großartigen Underground-Perlen im neuen Glanz erstrahlen lassen!
Auf jeden Fall habe ich selten eine europäische Band gehört, die das Beste aus amerikanischen straight-forward Thrash Metal mit technischen straight-forward Death Metal derart perfekt vermischt. Sollte man als Ami-Death-Fan auf jeden Fall in seinem Regal stehen haben. Und greift bloß nicht zur teuren Original-Rarirtät, sondern gönnt euch ruhig das liebevoll aufgemachte Re-Release im Digipak, dass durch sein Remastering einen verdammt fetten und dennoch authentischen Sound verpasst bekommen hat, wie man auch sehr schön im Youtube-Vergleich hören kann. Aber beeilt euch, das Teil ist limitiert auf 500 Stück! Nach diesem Album veröffentlichten die Jungs noch zwei EPs, die angeblich ziemlich progressiv und anders als das Debüt klingen sollen, mir aber unbekannt sind. Dies waren dann auch die letzten Lebenszeichen, bevor man sich schließlich zum Ende der 90er auflöste. Hier würde ich mich über eine Auferstehung wirklich freuen, denn solch einen Sound gibt es heutzutage leider viel zu selten!




Dienstag, 4. September 2012

Sickening Gore – Destructive Reality

Label: Massacre Records

Cover-Art:


1. Ancestral Hate
2. Blood for Tears
3. Obscene Existence
4. Massacre of Innocents
5. Free of Conscience
6. Covered in Blood
7. Psychopathic Butchery
8. Suppression of Being


Aufgrund akuten Freizeitstresses ist es hier doch verdächtig ruhig geworden. Und damit ihr mich nicht vergesst, hab ich beschlossen ab jetzt hier wieder wöchentlich ein Album zu besprechen. Ich hoffe es kommt nichts dazwischen.

Eigentlich sollte es jetzt hier mit dem musikalisch absolut genialen Debüt-Album der Amis Evil Incarnate weitergehen, deren Review ich auch eigentlich schon fast fertig hatte. Nachdem mir aber am Wochenende ein Kumpel gesteckt hat, dass die politisch nicht so ganz koscher sind, habe ich mich mal genauer mit den Texten auseinandergesetzt und war schockiert mit welcher Vehemenz da Satanismus mit Antisemitismus vermixt wird! Sowas bekommt von mir absolut keinen Support und so is das Review mal direkt in die Tonne gewandert. Wirklich schade, dass man selbst beim Old School Death Metal inzwischen absolut genau schauen muss, was da so propagiert wird :(

Dafür geht es jetzt mit den politisch absolut sauberen Sickening Gore aus der schönen Schweiz weiter, die im Jahre 1994 einen absoluten Death Metal-Hammer veröffentlicht haben, der auch heutzutage nichts an seinem Reiz und seiner Durchlagskraft verloren hat.
Auf seinem einzigen Album macht das Quartett keine Gefangenen und huldigt ganz doll der alten Florida-Death Metal-Schule, dass es sich echt gewaschen hat! Stellt euch vor man stopft Massacre (davon ganz viel!), Benediction, Napalm Death zu Death Metal-Phase und Morgoth in einen Mixer, gibt noch eine Prise Terrorizer hinzu (die Blasts!), garniert das Ganze mit ein wenig Straight Forward-Thrash Metal, rührt kräftig um und fertig ist der perfekte Old School Death Metal-Mix!
Auch von der Produktion klingt das Ganze genauso wie man es aus den Morrisound Studio gewohnt ist und mir als alten Ami-Death-Fan geht da jedes Mal sofort das Herz auf :)
Bei den vier Schweizern geht es auf jeden Fall recht flott zur Sache und man haut einem eine halbe Stunde lang schön straight forward ohne Unterlass eins aufs Fressbrett! Zwar nimmt man auch immer mal wieder den Fuß vom Gaspedal aber Uptempo-Geboller dominiert hier schon.
Während der langsamen, groovigen Parts streut man auch gern ein paar Soli ein, die das Ganze angenehm auflockern und den Sound der Jungs aus Zürich echt bereichern. Bei den Groove-Parts ist es übrigens echt erstaunlich, wie nah die Jungs hier an Massacre aus Florida herankommen. Nicht nur durch die Grooves, sondern auch gesanglich erinnert man nicht selten an Kam Lee und seine Mannen. Wahrlich keine schlechte Referenzen :)
Leider löste man sich nach diesem Album klammheimlich auf und veröffentlichte nie mehr etwas.
Wirklich schade, da hier wirklich Potential da war und man für eine europäische Band erstaunlich amerikanisch klang.
Das Album bekommt ihr bei Ebay und Discogs noch für recht humane Preise, viel mehr als 20€ sollte man da nicht für bezahlen. Beeilt euch aber lieber, ich bin mir ziemlich sicher, dass auch hier die Preise recht schnell anziehen dürften, denn vor ein paar Jahren habe ich für das Teil keine 10€ bezahlt....