Death Metal, meine große Passion und ein Fass ohne Boden...
Man glaubt einen guten Überblick über das vielleicht vielfältigste Subgenre der Welt zu haben und jedes Mal wird man eines Besseren belehrt und findet stets Neues oder längst Vergessenes. Dieser kleine Blog handelt von derartigen Entdeckungen und versucht euch das näher zu bringen, das oft auf meinem Plattenteller landet und oft auch fernab der üblichen Standards ist.
1. The Psycho Path 2. Feeding on Human Flesh 3. Behind the Veil 4. The Mask of Lunacy 5. Nothing Just a Dream 6. Day of Mourning
Weiter
geht es mit einer längst vergessenen Perle aus Kanada, die hier etwas
aus der Reihe tanzt, weil sie dem melodischeren Technik-Death Metal-Genre
zuzuordnen ist, was eigentlich gar nicht so meine Musik ist. Aber
irgendwie hat diese EP einen ganz besonderen Charme und trotz
melodischer und technischer Elemente ist das Teil ziemlich intensiv und
heavy und macht ordentlich Spaß! Nach zwei Demos stellte diese EP
1995 das erste richtige Release dar und man fragt sich wirklich, warum
den Jungs danach nie der Durchbruch gelang und kein richtiges Album
folgte. Denn man schafft es tatsächlich so etwas wie eine eigenen Note
mit ordentlichen Wiedererkennungswert zu schaffen. Zwar bedient man sich
hier und da bei amerikanischen Bands wie Death oder Morbid Angel, aber
man versteht es dies mit dem kanadischen Geschick für außergewöhnliches
Songwriting perfekt zu durchmixen, so dass ein vollkommen eigenes Gebräu
dabei rauskommt, was weder typisch kanadisch noch typisch amerikanisch
klingt. Neben technischen Parts, die aber stets songdienlich sind und
nie zum Selbstzweck verkommen, gibt es immer mal wieder Soli und
Melodien aber auch ordentliche Ballerparts und Suffocation-mäßige
Groove-Elemente. Es wird auf jeden Fall in den 25 Minuten nie
langweilig, was nicht nur an den herausragenden Musikern, sondern auch
an den mächtigen Vocals von Sänger Sébastien Croteau liegen dürfte, der
nicht nur enorm abwechslungreich tönt, sondern auch extrem kraftvolle
aber auch sehr gut verständliche Growls abliefert, was ja eine Kunst
ist, die nur die wenigsten beherrschen. Die Produktion ist auch
vorbildlich, da jedes Instrument wohl akzentuiert und natürlich in Szene
gesetzt wurde. Jedoch entfaltet sich die volle Kraft erst beim
Aufdrehen der Stereoanlage, da das ganze sehr leise abgemischt wurde. Bei
anständiger Lautstärke bleiben aber keine Death Metal-Wünsche offen und
man wünscht sich von ganzem Herzen, dass da doch noch ein Album folgen
mag. Nach dieser EP (die übrigens noch einen siebten Track hat, der
aber nur ein Piano-Outro ist) nahm man noch eine 3-Track-EP auf, in der
man sich wieder etwas zur Brutalität der Demo-Stücke zurückbesinnte, was
mir aber ehrlich gesagt bei den Jungs nie so gefallen hat. Zwar ist die
hier besprochene EP auch brutal und heavy, aber halt nicht derart
bissig wie die anderen Veröffentlichungen, wo mir ehrlich gesagt ein
wenig die eigene Note fehlt. Nach der zweiten EP löste sich das
Quartett aus Québec übrigens auf und seitdem hat man nur 2007 einen
einzigen Reunion-Gig zu Ehren des 25. jährigen Jubiläum der Québecer
Metal-Szene gespielt. Die EP ist übrigens damals von der Band selbst
veröffentlicht worden und nur sehr schwer zu bekommen. Wenn man aber bei
Ebay aufpasst, kann man das Teil ab und an schon mal für 25€ abgreifen
und hier lohnt sich wirklich jeder Cent! Ein Muss für Fans von
amerikanischen und kanadischen Death Metal!
1. Helel Ben-Shachar 2. Spreading Their Disease 3. Living Sin 4. Hate Them 5. You Pray to Nothing 6. Caressed by the Holy Man 7. House of Greed 8. Godless 9. When the War Comes 10. There Will Be No Heaven for Me 11. Luke 4:5-7 12. No One Escapes Us
Das
nächste Album werden wahrscheinlich die meisten hier kennen. Da dieser
Kracher für mich jedoch mit zu den bedeutendsten Alben des nicht mehr
ganz so jungen neuen Jahrtausends zählt und in der Veröffentlichungsflut
gnadenlos untergegangen ist, bekommt dieses Meisterstück einen Platz in
meiner persönlichen Hall of fame der unterbewertetesten Death
Metal-Alben! Was das schwedische Quintett nämlich im Jahre 2007 via
Metal Blade veröffentlichte, gehört wirklich zu den ganz großen Würfen
und das obwohl man sich ganz offensichtlich ziemlich dreist bei Legenden
wie Morbid Angel oder Deicide bedient hat. Doch fangen wir von vorne an: Entstanden aus der Asche der großartigen Defaced Creation (habe ich ganz am Anfang des Blogs reviewt!) formierte sich diese Combo 1999 und brachte 2001 mit
„Dark order“ eine amtliche EP heraus, die das was man mit Defaced
Creation begann logisch fortsetzte: Satanischen Ami-Death Metal ala
Deicide! Auf dieses erste Lebenszeichen folgte 2005 das Debüt-Album
„Bleeding the false“ über das Elite-Knüppel-Label „Unique Leader
Records“ und man perfektionierte seinen Stil und gab sich noch
wesentlich technischer als in Vergangenheit. König Blastbeat regierte
und es wurde einem regelrecht schwindelig bei all der Rasanz und
Brutalität. Zwei Jahre später sollten die Jungs jedoch ihr
persönliches „Master of Puppets“ schaffen, indem man das technische
Geschick der Vorgänger mit der Brachialität von Defaced Creation und
einer gehörigen Portion Groove vermengte, so dass ein wahrhaft rundes
Album herauskam! Gesegnet durch eine wahrlich göttliche Produktion
von Großmeister Dan Swanö (wohlmöglich die beste und fetteste Produktion
die dieses Jahrtausend bislang gesehen hat!), die durch ordentlichen
Druck und Transparenz gezeichnet ist, wird direkt schon mit dem Opener
klar gemacht, dass hier keine Gefangenen genommen werden! Megafette und
messerscharfe Riffs, schier unmenschliche Blastbeats und extrem variable
und wahrlich beeindruckende Growls drücken hier in Verbindung mit
extrem brachialen Grooves der Scheibe ihr ganz eigenes Trademark auf,
obwohl die ganze Scheibe eigentlich eine reine Hommage an die alten
Helden aus Florida ist! Dies scheint zwar besonders bei der „where the
slime lives“-Verneigung „you pray to nothing“ oder der
„Hatework“-Hommage „No one escapes us“ durch, aber dennoch sind die
Jungs weit davon entfernt wie ein billiges Plagiat zu klingen! Die
Schweden schaffen es nämlich die altbekannten Klänge derart frisch und
knackig darzubieten und ihren eigenen Stempel aufzudrücken, dass es eine
helle Freude ist und man den Jungs anmerkt, dass sie es ernst meinen
und wirklich mit ganzen Herzen darbieten! Man gibt sich auf jeden
Fall extrem abwechslungsreich und neben Grooves und Blastbeats gibt es
auch schöne Soli, subtile Melodien und herrlich stumpfe Mitgröhl-Texte
zu bestaunen! Und Hand aufs Herz, wer hat sich beim Hören dieses Albums
nicht auch schon dabei erwischt mit erhobener Faust voller Inbrunst
hohle Phrasen wie „Burn the church down - Burn it down“ oder „I believe
in Satan and he believes in me - Together we are as one to him I
offering“ mitzusingen? Seht
ihr, da ist sie wieder, die Faszination des Primitiven! Sänger Tommy
trägt die Texte aber auch derart gewaltvoll und glaubwürdig vor, dass
sie sich einfach direkt ins Hirn einbrennen. Ein Effekt den nur die
wenigsten Death Metal-Bands beherrschen. Man muss aber auch dazu sagen,
dass Aeon mit einem der besten Death Metal-Sänger überhaupt gesegnet
sind, der eine Stimmgewalt hat, die seinesgleichen sucht und auch live
absolut überzeugen kann! Wer also diesen Klassiker der Neuzeit noch
nicht sein eigen nennt, sollte sich mal einen Fünfer in die Hand nehmen
und bei Amazon oder Ebay zuschlagen! Besser kann man als Death Metal-Fan
sein Geld kaum investieren! 45 Minuten lang beste Unterhaltung! Wirklich
zu schade, dass der Nachfolger „Path of Fire“ dieses hohe Niveau nicht
annähernd halten konnte und man sich in zu aussagelosen und eintönigen
Songs verstrickte, die auch noch von einer unrunden Erik
Rutan-Produktion verschandelt wurden. Da kann man nur hoffen, dass
man sich in Zukunft auf alte Glanztaten zurückbesinnt, dass sie es
nämlich noch können beweisen sie auf Konzerten immer wieder!
Label: Thrash Records (re-released by Konqueror Records and The Crypt) Cover-Art:
1. Confused Mind 2. Endless Suffocation 3. Inhumation Postnatal 4. Eternal Incubation 5. Anatomical Self-Fertilization 6. Passage of Life 7. Sabbath in the Mortuary 8. Beyond the Circle
Ihr wolltet mehr Schweden-Death Metal? Ihr sollt mehr Schweden-Death Metal kriegen! Dieses
Mal mit einem ganz besonderen Vertreter der Zunft, der anders klingt
als vieles andere aus dem Ikea-Land. Ein wahrer Klassiker der auch heute
noch absolut einzigartig klingt! Auf ihrem Debüt-Album aus dem Jahre
1993 hat das Quintett nämlich trotz Genre-typischer
Sunlight-Studio-Produktion einen ziemlich eigenen Sound gefunden, der
sich von dem Sound der anderen Genre-Vertreter ala Dismember, Entombed,
God Macabre oder Grave doch ziemlich unterscheidet. Der typisch
„brezelnde“ Gitarren-Sound ist hier nämlich nicht so ausgeprägt wie bei
all den anderen Sunlight-Produktionen und auch sonst ist die Balance der
Instrumente vollkommen anders gelagert als man es sonst aus Schweden
gewohnt ist. Statt der dreckigen Breitwand-Gitarren stehen nämlich hier
die schön kehligen Grabes-Growls vom Mastication-Sänger Lars Levin im
Vordergrund und auch das exquisite und abwechslungsreiche Drumming ist
ziemlich weit nach vorne gemischt. Und dennoch hat das Ganze ohne Ende
Druck und tritt ordentlich Eier! Auch das Songwriting ist alles
andere als Schweden-typisch, ohne dabei amerikanisch oder finnisch zu
klingen. Es ist einfach wirklich schwierig in Worte zu fassen und schwer
mit anderen Bands zu vergleichen. Vor allem weil eben auch so viel in
den Songs passiert. Von Doom-Parts über groovende Mid-Tempo-Parts hin zu
absolut brutalen Blast-Attacken ist alles dabei. Man bekommt sogar hier
und da typisch schwedische Leads und Soli spendiert, dass ein
Höchstmaß an Abwechlung gegeben ist und man die Scheibe immer und immer
wieder hören möchte. Nehmt nur den coolen Opener „Confused Mind“ und ihr
wisst was ich meine! Auch vom technischen Geschick her muss man die
Jungs echt loben, da man gerade in den schnellen Passagen stellenweise
ordentlich frickelt ohne dabei jedoch den Song an sich aus den Augen zu
verlieren. Und gleichzeitig schafft man es dann auch wieder so stumpf
wie Grave zu ihren besten Zeiten zu klingen und haut einen Stampfer nach
dem anderen raus. Wenn man aber mal einen Blick auf das Lineup wirft,
wo sich unter anderen Leute von Grave, Therion, Carbonized, Mastication
oder Morpheus tummeln, erklärt sich derartige Death Metal-Kompetenz
recht schnell Diese
für mich absolut perfekt klingende Death Metal-Scheibe wird übrigens
noch abgerundet durch ein cooles Kristian Wåhlin-Cover das ganz
offensichtlich von Giger beeinflusst ist *g* Es werden auch immer
wieder einmal typisch-schwedische Keyboard-Parts und andere
atmosphärische Samples eingestrickt, die die bedrohliche Atmosphäre der
Scheibe noch unterstreichen. Stellt euch einfach mal vor Grave,
Entombed, God Macabre und Brutality hätten auf einer Gangbang-Party
unter heftigsten Drogeneinfluss ein gemeinsames Kind gezeugt und ihr
habt ungefähr eine Vorstellung wie Excruciate anno 1993 klangen: Brutal
und böse as fuck! Direkt nach dem Album hat sich die Band leider
aufgelöst was aber zum Glück nicht endgültig war, weil die Jungs sich
wohl vor einiger Zeit reformiert haben. Da kann man doch nur hoffen,
dass da in naher Zukunft nochmal was kommt! Momentan ist die Scheibe
übrigens noch recht einfach zu bekommen, da „The Crypt“ nochmal 500 LPs
im edlen 180 Gramm-Gatefold nachgepresst haben, das absolut hochwertig
und liebevoll gestaltet ist. Zudem gibt’s noch ein paar interessante
Liner-Notes, alle Texte und ein Poster mit dem geilen Artwork obendrauf.
Das Ganze gibt’s zwar nirgends für unter 25€ aber das ist immer noch
besser als 180€+ für die Erstauflage der CD hinzulegen, die ab und an mal bei
Ebay auftaucht Also
schlagt zu, solange es noch geht, beim letzten Mal war das Vinyl nämlich
innerhalb weniger Wochen ausverkauft (die erste Auflage hatte eine
Limitierung von 300 Stück). Ansonsten kursiert noch eine Compilation
mit dem „Passage of life“-Album und allen Demos der Band, die aber nicht
so schick aussieht und auch nur schwerlich zu bekommen ist. Komplettisten
kann ich auch noch die Neuauflage der Demos empfehlen, die als
schniekes Doppel-Gatefold über „The Crypt“ erschienen ist. Die Songs
sind da zwar noch nicht so ausgereift und fettklingend wie auf dem
Album, aber man kann schon erkennen wohin der Weg einmal gehen sollte. Ein musthave für alle Schweden-Death Fans die es brutal und abwechslungsreich mögen!
Label: Eigenproduktion (re-released durch Dreamtide/No Colours/Temple of darkness) Cover-Art:
1. The Shadowpath 2. Inside the Crypt 3. The Dawn for Our Race 4. Dimension of Dakness 5. Trespassing Into... The Abyss 6. Concealling the Dayligtht 7. World Devastator
Der
nun folgende Leckerbissen wird bestimmt nicht jedem schmecken und
dürfte die Geschmäcker spalten. Und damit meine ich nicht einmal dass
leider das dubiose Label No Colours für eine Re-Release-Version
verantwortlich ist (kauft lieber eine der anderen Versionen), sondern
die extrem rohe, zähe und brachiale Musik der Schweden. Aber warum nicht
auch mal was Kontroverses? Auf
diesem Demo von 1993 haben die vier Jungs aus Avesta nämlich eine
extrem düstere, zähe, brutale und auch recht rumpelige Gangart des
Schweden-Death Metals gewählt, die man so aus dem Ikea-Land gar nicht
kennt, die aber einen ganz besonderen Charme hat! Stellt euch vor,
man nimmt das Beste von Rippikoulu, vermenge dies mit Elementen von
Crypt of Kerberos und Rottrevore und gibt noch eine Prise Convulse und
Gorement hinzu und ihr könnt euch vorstellen, wie das leider einzige
Lebenszeichen von Moondark klingt! Die schwedische Herkunft klingt
nur in gelgentlichen Melodien durch und man könnte die Band auf jeden
Fall für einen finnischen Vertreter der Zunft halten. Hört euch einfach
mal den Oberknaller „Dimension of Darkness“ an und ihr wisst was ich
meine! Geschwindigkeitsmäßig bewegt man sich hauptsächlich im
Mid-Tempo-Bereich, scheut sich aber auch nicht mal richtig doomig zu
klingen (World Devastator) oder den ein oder anderen Uptempo-Part
einzustreuen. Man ist auf jeden Fall sehr bemüht eine wahrlich
beklemmende und düstere Atmosphäre zu schaffen, was durch die
schleppenden und drückenden Riffs, Soli, Leads, diverse Finster-Samples
und extrem unmenschliche Vocals (ziemlich viel Hall) äußerst gut
gelingt! Hier ist auf jeden Fall der Bandname Programm und man
sollte diese Scheibe am besten bei gedämmten Licht zur düsteren
Jahreszeit genießen. Für ein Demo ist der Sound (genauso wie schon
bei Rippikoulu) ziemlich gut und differenziert und kein Instrument kommt
zu kurz. Zwar rumpelt und scheppert es an allen Enden, aber das Ganze
tönt nie billig sondern stets authentisch und professionell. Und lasst
euch nicht vom Youtube-Sound irritieren, so schlimm klingt das nämlich
über einen richtigen Tonträger nicht Eine wirklich zu Unrecht untergegangene Perle der erst spät der Ruhm zuteil wird, der ihr eigentlich zusteht. Hier
spielen übrigens auch keine Unbekannten und so kennt man einige
Gesichter von solch namhaften Bands wie z.B. Interment, Demonical,
Dellamorte, Centinex oder gar Katatonia. Da freut man sich doch echt,
dass die Jungs wieder aktiv sind und man auf neue Glanztaten hoffen
darf! Ich bin schon sehr gespannt was da noch so kommen mag. Das
Re-Release des Demos von 1993 bekommt man beim Dealer seines Vertrauens
oder bei Ebay. Schlagt zu, solange es die LP noch gibt!
1. Bloodlust 2. Slowly Being Poisoned 3. Seaver And Spliced 4. Hypnotized 5. Mission To Kill 6. Pernicious 7. Spellbound 8. Blood In My Eyes 9. Child of Darkness 10. Illusions
Heute
führt uns unsere Reise mal wieder in die Niederlande, wo 1994 eine Band
gegründet wurde, die mich mit ihrem zweiten Album aus dem Jahre 2000
voll in ihren Bann ziehen konnte. Die Rede ist von dem 45-minütigen
Brachial-Happen „Bloodlust“ bei dem man herrlich amerikanisch
drauflosholzt und keine Gefangenen macht! Brutales
Straight-forward-Geballer wechselt sich mit fetten Mid-Tempo-Stampfern
und eingängigen Melodien ab, dass es eine Wonne ist! Ihr steht auf
europäische Ami-Death-Tribut-Bands wie Aeon, Usipian, Spectral Mortuary,
Corpus Mortale oder Blood Red Throne? Ihr mögt die Originale? Sprich:
Monstrosity, Malevolent Creation, Resurrection, Morbid Angel, Diabolic
oder Vile sind genau euer Ding? Dann solltet ihr nicht lange zögern und
euch diesen untergegangenen Geheimtipp zulegen! Noch amerikanischer
kann man nämlich wirklich kaum klingen! Seien es die fetten Gitarren,
die trockenen Drums, das messerscharfe Riffing, die megafetten Growls
oder das durchweg hohe Aggressionslevel: Diese Scheibe atmet förmlich
den Spirit des Florida-Death Metals! Allerdings mit einem kleinen
Unterschied zu einigen Originalen und den meisten Tribut-Bands: Man
zelebriert den Sound der unbegrenzten Möglichkeiten mit recht stumpfen
Mitteln ohne in technische Gefilde abzudriften, was den Songs einiges an
Wiedererkennungswert gibt! Obwohl man auf Soli und technische
Frickeleien verzichtet, wird es nie langweilig und man weiß direkt, wer
Pate gestanden hat! Man versteht es auch abwechslungsreich zu klingen,
da man alle Tempovariantionen durchgeht und sich nicht in Monotonie
verzettelt. Für mich auf jeden Fall Stoff aus dem die
Headbanger-Träume gemacht sind! Nehmt euch z.B. mal das zweite Stück
„Slowly being poisoned“ mit seinen zwingenden Riffing und ihr wisst was
ich meine! So mag ich meinen Ami-Death Metal und das ist das was ich
schon an Bands wie Aeon oder Spectral Mortuary so geliebt habe. Apropos
Spectral Mortuary: Der Gesang klingt hier absolut identisch, was mich
etwas verwundert hat, da mir keine Verwandschaftsbeziehungen zwischen
den Dänen und Holländern bekannt sind *g* Kleine kuriose Bemerkung am
Rande: Gitarrist Laurens hat bei einem Arbeitsunfall seinen
Mittelfinger verloren, spielt aber immer noch wie am ersten Tag Die
Jungs existieren übrigens noch immer und man darf sich wundern, warum
da seit 2000 kein Album mehr kam und auch hier im Live-Sektor sich
nichts tut. Da kann man hoffen, dass da in Zukunft nochmal was passiert. Die
CD kann man übrigens ab und an bei Ebay für normale Preise ersteigern
und auch bei gut sortierten Death Metal-Dealern taucht das Teil
gelegentlich auf. Kann ich nur jedem Ami-Death-Fan ans Herz legen!
Das Vorgängeralbum ist mir leider unbekannt und dürfte auch nur sehr
schwer zu bekommen sein, da es von der Band selbst veröffentlicht
wurde...
1. Rites of Desecration 2. Acherontic Epitaph 3. The Monument 4. Embers of a Dying World 5. The Chalice of Ages 6. Infinity Blights the Flesh 7. Carrion 8. Chunks of Meat (Antropomorphia cover) 9. As My Soul Gazes Skywards Als
nächstes kommt ein etwas jüngerer Vertreter der unsterblichen
Klassiker, dem leider nicht die Aufmerksamkeit zuteil wurde, die ihm
eigentlich zusteht. Die Rede ist von den zeitlosen Amis Deathevokation,
deren Bandleader Götz die Band im Jahre 2005 nach seiner Auswanderung
nach Kalifornien aus der Taufe hob (der Gute kommt übrigens genau wie
ich aus Hagen). Als Ziel: das Beste aus dem Death Metal der Frühneunziger ins neue Jahrtausend zu tragen. Und dies ist ihm wahrlich vorbildlich gelungen! Stellt
euch nur vor, man würde das Beste von God Macabre, Demigod, Bolt
Thrower, Grave, Asphyx oder Carnage (woher wohl der Bandname stammt *g*)
vermixen und zu einem ganz eigenen Gebräu mischen und ihr habt den
unvergleichlichen Sound von Deathevokation! Man merkt auf jeden Fall
von der ersten Sekunde, dass die Jungs absolut mit Herzen dabei sind und
genau die Musik vertonen, die sie am meisten lieben! Hauptsächlich im Midtempo angesiedelt ist jeder Song ein Treffer und eine unvergessliche Hymne der Nostalgie. Messerscharfe
Riffs treffen auf markante Melodien garniert mit gelegentlichen Soli
und coolen, stets verständlichen Old School-Growls! Ja selbst die
Produktion ist herrlich altbacken und atmet absolut den Spirit der 90er,
da hier alles herrlich analog tönt. Man hat sich auch Mühe gegeben dem
ganzen Atmosphäre einzuhauchen, indem alle Songs ineinander übergehen
und durch bedrohliche Samples eingeleitet werden. Mit dem
Antropomorphia-Cover „Chunks of meat“ von der genialen „Necromantic love
songs“-EP (ist ein paar Seiten vorher auch hier besprochen worden) hat
man dann auch absolut stilsicher einer längst vergessenen Band Tribut
gezollt und beweist Geschmack. Eine wahrlich perfekte Homage an den
Death Metal der alten Schule! Abgerundet wird das Ganze dann noch durch
ein stilsicheres Cover des Dortmunder Altmeisters Axel Hermann (u.a.
Asphyx, Grave, Unleashed, Morgoth, Bloodbath etc.) der hier zwar nicht
sein spektakulärstes Werk abgeliefert hat, aber beweist dass ein
Klassiker erst durch ein klassisches Cover perfekt abgerundet wird. Das
bisher leider einzige Album der Kalifornier bekommt ihr übrigens
problemlos (Ebay, Xtreem selbst) und müsst ihr als Verehrer des
archaischen Frühneunziger Death Metal-Sounds unbedingt haben! Wie stehts
so schön im Booklet geschrieben?
Music that doesn't follow trends is meant for the ages!
1. Eyes of a Madman 2. The Gift of Hate 3. Mercitron 4. In Sickness 5. Spill Your Guts 6. As the Dead Pile High 7. Inquisition of the Guilty 8. Force Fed Lies 9. Buried Alive (Venom cover)
Wie
versprochen geht es heute weiter. Und zwar gibt es dieses Mal ein
amtliches Old School Death Metal-Brett um die Ohren gehauen, das im
Jahre 1996, als der Death Metal ein absolutes Tief hatte, hoffnungslos
untergegangen ist. Das Quintett aus Illinois, das ursprünglich als
Thrash Metal-Band gestartet ist und Ende der 80er mit seinem an Dark
Angel und Demolition Hammer angesiedelten Aggro-Thrash einige Erfolge
verbuchen konnte, meldet sich hier eindrucksvoll mit einem groovigen
Death Metal-Hammer zurück der es echt in sich hat! Wenn euch die hier
genannten Gutted, Morta Skuld und Baphomet zugesagt haben, müsst ihr
unbedingt dieses Schmankerl gehört haben! Fetter, grooviger
Mid-Tempo-Death Metal amerikanischer Prägung fräst sich einem mit seinen
simplen aber extrem effektiven Riffs direkt ins Stammhirn und lässt
dort nicht mehr los! Spätestens beim megafetten Stampfer "the Gift of
hate" sollten die Haare offen gelegt werden und sich der Körper in
Bewegung versetzen. Genauso muss Death Metal klingen! Brachiales
Midtempo-Gestampfe, Riffs mit Wiedererkennungswert, böse aber stets
verständliche Vocals und als Höhepunkt schön treibende Blastbeats! Hier
sollte jedem Fan von Malevolent Creation das Höschen feucht werden! Gerade
bei den Uptempo-Uffta-Parts sticht auch immer mal wieder die
Thrash-Metal-Note durch, was den Sound enorm bereichert. Hier und da
streut man sogar wohldosierte Soli ein, was als i-Tüpfelchen die Sache
perfekt abrundet! Für mich ist das die Blaupause für eingängigen
Death Metal amerikanischer Art! Schön ist auch, dass sich auch der
Drummer immer mal wieder mit Vocals einbringt, was auch hier für einiges
an Abwechslungsreichtum sorgt! Die Produktion tönt auch absolut
perfekt und der druckvolle, satte Sound (selbst der Bass kommt hier sehr
gut zur Geltung!) ist hier das Salz in der Suppe! Allein der extrem
organische und fette Drum-Sound sucht seinesgleichen! Ein Meisterwerk! Knappe
33 Minuten kriegt man hier auf jeden Fall ordentlich den Arsch versohlt
und mit dem Song „Spill your guts“ zieht man sogar die Handbremse
richtig stark an und beweist dass man um ein hohes Maß an
Abwechslungsreichtum bemüht ist. Das coole Venom-Cover des Kultklassikers „Buried Alive“ ist da nur noch ein netter Bonus oben drauf! Wirklich
zu schade, dass die Jungs (die sich übrigens schon 1985 gründeten!)
nach diesem Album nichts mehr aufnahmen und wieder in der Versenkung
verschwanden Wahrlich eine Schande! Hier hat übrigens sogar Putrid Pile-Mastermind Shaun LaCanne gespielt, bevor er die legendäre Ein-Mann-Band gründete. Die
CD ist übrigens genauso wie das Thrash-Metal-Debüt extrem schwer zu
bekommen. Hier und da sieht man es aber doch bei Ebay und kann es noch
zu einigermaßen akzeptablen Preisen (so um die 40€) abstauben. Also
Augen offen halten! Dieses Teil darf in keiner Death Metal-Sammlung
fehlen!
1. Siamese Screams 2. Translucence 3. The Cloning 4. Reunited 5. High on Formaldehyde 6. A Window to Hell (Inst.) 7. Skin Is In 8. Auction of the Dead 9. He Was Raped 10. I Am God 11. Deadly Embrace (Inst.)
Der
nun folgende Klassiker des brutalen Ami-Death Metals dürfte
wahrscheinlich den meisten hier ein Begriff sein. Nichtsdestotrotz darf
dieses ganz besondere Schmankerl aus dem Jahre 1997 nicht unerwähnt
bleiben, denn was die Jungs aus Chicago hier zaubern, ist absolut
einzigartig und wurde in dieser Form nie wieder auf Konserve gebannt. Hat
man auf den ersten beiden Alben zu Beginn der Neunziger mit
gelegentlichen Grind-Elementen den Brutal Death Metal mitgeprägt, schlug
man 1995 etwas andere Wege ein und wagte mit dem Dritt-Werk „Repulsive
Conception“ Experimente in denen man vermehrt auf Gitarren-Effekte
setzte und auch technischer wurde aber die Songs wesentlich unspannender
gestaltete. Stieß man mit diesem Album vielen Fans vor den Kopf, besann
man sich zwei Jahre später mit dem Geniestreich „Loathing“ auf alte
Tage zurück und vermengte die ungestüme, brachiale Art mit den technisch
verspielten Parts des Vorgängers um ein durchweg spannendes Album zu
kreieren. Von Anfang an gibt es das volle Brett und bereits der
fulminante und abwechslungsreiche Opener „siamese screams“ zeigt direkt
wohin die Reise gehen soll: Brutale Grooves treffen auf technisches
Highspeed-Riffing, welches mit den typischen, abartig tiefen Growls von
Joe Ptacek garniert wurde. Zu schade, dass dieses Ausnahme-Talent vor
zwei Jahren verstarb (Selbstmord), denn Joe gehörte mit zu den
krassesten Death Metal-Sängern der Geschichte, da er es schaffte ohne
technische Hilfsmittel extrem tiefe Stimmlagen zu erreichen wie es
heutzutage nur die wenigsten vermögen. R.I.P. Joe!!! Diese markante
Stimme war auch das Aushängeschild von Broken Hope, da sie extremen
Wiedererkennungswert hatte und auch die Phrasierung bis heute
einzigartig ist, denn so schnell und ohne Pause können nur die wenigsten
Growlen. Aber auch die Musik ist nicht von schlechten Eltern, da man
ein echtes Gespür für die besondere Mischung aus Groove, technischen
Elementen und coolen Soli entwickelt hat, was die Songs stets spannend
und unvorhersehbar macht. Auch die äußerst druckvolle Produktion muss
lobend erwähnt werden, da sie schön kernig und klar daherkommt und
keinen Grund zu Beanstandungen gibt. Ein wahrlich in sich schlüssiges
Album, das von fiesen Slow-Mo-Passagen hin zu fetten Midtempo-Stampfern
und Mega-Blasts alles bietet, was ein gutes Death Metal-Album benötigt. Abgerundet
wird das Album übrigens noch durch ein grandioses Cover-Artwork von Wes
Benscoter (Slayer, Autopsy, Sinister, Bloodbath, Hypocrisy, Mortician
etc.). Zu schade, dass die Jungs trotz des großen Labels im Rücken
nie den Erfolg einfahren konnten, der ihnen eigentlich zustand. So
brachte man im Jahre 1999 noch das letzte Album „Grotesque Blessings“
heraus, das aber mit dem Vorgänger nicht mehr ganz mithalten konnte,
bevor man sich schließlich auflöste... Zwei interessante Anekdoten am
Rande: Nach „Loathing“ verließ Bassist Shaun Glass die Band um mit den
Jungs von Oppressor das unsägliche Pop-Metal-Projekt „Soil“ ins Leben zu
rufen. Außerdem gelten Broken Hope als die erste Death Metal-Band die
ein Album komplett digital aufgenommen hat (Swamped in gore, 1991)! Diese
Scheibe wie auch alle anderen Broken Hope-Scheiben sind heutzutage
recht einfach zu bekommen, wobei die ersten vier Scheiben als
Doppelalben neu veröffentlich wurden. Hier rate ich jedoch zu den
Erstauflagen, da die coolen Cover bei den re-Releases echt zu kurz
kommen. Broken Hope darf auf jeden Fall in keiner ernstzunehmenden Death Metal-Sammlung fehlen!
1. Symphony of the Godess (Intro) 2. Tears in Black 3. Bring Down the Roars 4. Spiritual Mountain 5. Awakening of the Overthrown 6. View to the Dim 7. Lost Behind Scars 8. A Sign From the Cryptic Winter 9. The Blaze of Valhalla 10. Sideral Path of Colours 11. The Ravens Eye 12. Weiv Ot Eht Mid (Outro)
Bevor
ich beim nächsten Mal mit etwas Bekannteren weitermache, komme ich nun
zu einem kleinen dänischen Schmankerl das nur den Wenigsten ein Begriff
sein dürfte. Die Rede ist von der megastumpfen aber auch
megabrachialen Old School Death Metal-Band Dominus, die mit ihrem Debüt
im Jahre 1994 ein oberamtliches Brett rausgehauen haben, das wie eine
Mischung aus alten Grave, mittleren Bolt Thrower und ganz alten
Illdisposed klingt. Man gibt sich recht groove-betont und wirklich
anspruchsvoll ist hier nichts, aber allein die fette Gitarrenwand und
die wirklich beeindruckenden Growls von Michael Poulsen zeigen, dass man
hier weit vom Durchschnitt entfernt ist. Und ja ihr habt richtig
gelesen, hier singt tatsächlich der Michael Poulsen, der auch bei der
gruseligen Kapelle Volbeat singt und Gitarre spielt. Wirklich eine
Schande, dass der gute Mann mit Volbeat so sein Death Metal-Talent
vernachlässigt hat
Wenn man sich nämlich diese Scheibe hier anhört, muss man sich
eingestehen, dass er durchaus zu den ganz großen Death Metal-Shoutern
gehören dürfte, denn solch voluminöse und tiefe Growls hört man nicht
alle Tage (auch wenn hier recht viel Hall im Spiel ist). Man bewegt
sich auf jeden Fall hauptsächlich im Midtempo-Bereich und hier und da
zieht man die Handbremse sogar richtig an, was durchaus zu gefallen
weiß. Zwischen die brutalen Klopper baut man immer mal wieder ein
paar Soli, Akkustik-Intermezzo oder atmosphärische Keyboards, was die
Sache durchaus bereichert. Lyrisch begibt man sich übrigens auf die
Pfade von Unleashed und thematisiert einmal mehr die
Wikinger-Mythologie, was nicht nur heute für den ein oder anderen Gähner
sorgt. Highspeed- oder Frickel-Puristen dürfte diese Platte auf jeden
Fall generell zum Gähnen bringen, weil man wirklich äußerst stumpf zur
Sache geht und ganz klar sein Ding durchzieht. Mir als Fan
minimalistischer Musik treiben diverse Riffs auf jeden Fall
Freudentränen in die Augen und spätestens beim Titeltrack gibt es kein
Halten mehr und die Haare fliegen durch die Gegend. Die Jungs haben das
Wort „brachial“ auf jeden Fall bestens vertont! Auch
Produktionstechnisch gibt es nichts zu meckern, da man mit einer
druckvollen und differenzierten 90er-Jahre Produktion punkten kann, die
zwar nicht aus der Masse hervorsticht, aber ihren Zweck erfüllt. Für
mich auf jeden Fall ein kleiner Geheimtipp. Lediglich diverse Intros,
Interludi und Outros hätte man sich schenken können. Schade dass die
Combo nach diesem Album in die Death 'n Roll-Richtung ging und später
gar Rock verbrach, bevor man sich endgültig auflöste und unter dem Namen
Volbeat (übrigens der Titel des vorletzten Dominus-Albums)
weitermachte. Wirklich traurig wie sich manche Bands der Neunziger
weiterentwickelt haben... Die Scheibe gilt übrigens als Rarität und
erzielt bei den üblichen Plattformen teils horrende Preise, da bin ich
doch umso glücklicher das Teil als Schnäppchen abgestaubt zu haben
Label: Blackend Records (re-released by The Crypt) Cover-Art:
1. Crack the Casket 2. The Carnal Pit 3. Birth Through Dead 4. Chunks of Meat 5. Rotted Flesh 6. Outro
Weiter
geht’s mit einem längst vergessenen Klassiker! Dieses Mal ist die Rede
von den Holländern Antropomorphia, die im Jahre 1993 eine großartige EP
via Blackened Records unters Volk warfen. Geboten bekommt man hier
räudigen Old School Death Metal, der hauptsächlich im Midtempo
angesiedelt ist und gelegentlich auch mal etwas doomiger daherkommt. Man
hat sich hier aber nicht wie sonst so viele holländische Bands an den
Amerikanern orientiert, sondern klingt eher ein wenig finnisch, was an
der düsteren Stimmung und dem rohen Gesamtbild liegen dürfte. Und
dennoch hat man einen ziemlich eigenen Stil gefunden, der absolut brutal
daherkommt und hier und da auch mal an selige Rottrevore oder Broken
Hope erinnert. Und um auch dem süßen Titel gerecht zu werden, gibt es
gelegentlich ein paar feine Melodien, die sich hervorragend ins
Gesamtbild einfügen und meist wieder durch rumpelnde Brutalo-Parts
abgelöst werden. Allen voran ist hier der erste Song „Crack the
casket“ zu nennen, bei dem sich die vier Tilburger wahrlich selbst
übertroffen haben! Eingeläutet mit einer mitreißenden Melodie, die man
nicht mehr aus dem Kopf bekommt, geht diese 24-minütige Reise geradezu
ruhig und melodisch los, bevor man kurz darauf die volle Breitseite mit
dem Vorschlaghammer bekommt! In der Erstauflage wird die Genialität
dieses Openers geschmälert, indem mitten im Song leider die Lautstärke
abfällt, was zum Glück beim Re-Release
korrigiert wurde. Generell hat das geniale Re-release dem Original
einiges voraus. Die EP wurde nämlich zusammen mit dem „Bowel
Mutilation“-Demo als Doppel-LP im schönen Gatefold neu veröffentlicht!
Eine wahre Wonne nicht nur für die Ohren! Aber auch die anderen Songs
(allen voran „Rotted flesh“ mit seinen Finnen-Death-Parallellen!) sind
monsterstark und packen den geneigten Hörer mit ihrer Brutalität und dem
Geschick für passende Melodien direkt bei den Eiern! Die Gitarren
bohren sich einem in Eingeweide, die Drums treten gehörig Arsch und die
superheftige Grabesvocals tun ihr übriges! Genauso muss bedrohlicher Old
School Death Metal sein! Textlich werden sämtliche Klischees bedient und es gibt Guts & Gore en masse. Die Produktion ist auf jeden Fall schön erdig und dreckig und rundet das positive Bild perfekt ab! Also
zögert nicht lang und holt euch das superedle 180 Gramm Vinyl im edlen
Gatefold das handnummeriert und auf 500 Exemplare limitiert ist! Der
Sound wurde hier komplett neu gemastert und im Gegensatz zum Original im
fetten und unkomprimierten Soundgewand präsentiert! Zudem gibt es alle
Texte, Liner-Notes, ein schön trashiges Poster und die Cover der EP und
des ersten Demos in voller Größe! Ein musthave für Underground-Maniacs! Die
Jungs haben sich 2009 auch endlich reformiert und waren wohl auch
jüngst im Studio um ein neues Album aufzunehmen. Man darf gespannt sein,
was da noch kommen mag, ich kann es auf jeden Fall kaum noch erwarten!
1. Rise 2. Reviled 3. Praying Headless 4. Gutted 5. Born Again Dead 6. Descend Dethrone 7. Messiah Despised 8. Violating The Eviscerated 9. Christ-Whore
In
letzter Zeit ist es ja hier recht ruhig geworden, wenn es um das Thema
Death Metal ging, deswegen dachte ich mir, zeige ich euch heute ein ganz
besonder brutales Exemplar. Dieses geniale Stück Death Metal hab ich
mir vor einigen Jahren zusammen mit der hier besporchenen Dethroned-EP
geholt und war von der ersten Sekunde an geflasht, welche Energie die
Kanadier mit ihrem Gewalt-Opus entfachen! Ihr steht auf die
mitreißenden straight-forward Riffs von Gorgasm? Ihr liebt den Groove
und die Töcker-Snare von Deeds Of Flesh? Die Soundwand von Disgorge
lässt euch erzittern? Dann müsst ihr dieses Prachtstück unbedingt euer eigen nennen! Was
die vier aus Ottawa hier zelebrieren, ist wirklich grandios und lässt
einem keine Verschnauf-Pause. Von der ersten Sekunde an gibt es ohne
Unterlass eins aufs Fressbrett, dass es eine helle Freude ist. Und im
Gegensantz zu einem Großteil der heutigen, sogenannten Brutal Death
Metal-Bands merkt man, dass die Jungs es verdammt ernst meinen, denn sie
klingen absolut authentisch und müssen sich nicht durch extreme
Frickeleien oder ein Übermaß an Slam-Parts definieren. Am meisten
erinnern mich die vier Kanadier an Gorgasm zu ihren besten Zeiten, denn
es gibt nur wenige Bands bei denen jedes Hochgeschwindigkeitsriff derart
sitzt und mitreißend ist. Hier ist alles dermaßen genial auf den Punkt
gespielt dass man nur mit offenen Mund dasitzt. Was die Jungs auch
vielen Bands voraus haben ist, dass die Songs trotz aller Rasanz und
Brutalität Wiedererkennungswert haben und die messerscharfen Riffs
zumindest mich immer wieder ausrasten lassen. Allein die genialen Riffs
im Übersong „Gutted“ bringen mich jedes Mal wieder aus der Fassung und
zaubern mir ein riesiges Honigkuchenlächeln aufs Gesicht Genau
so muss Brutal Death Metal klingen! Scheißt auf Pig-squeals, scheißt
auf Slam-Marathons und scheißt auf Porno/Rape-Images, die echte
Brutalität findet ihr auf diesem Kleinod! In knapp 32 Minuten
hinterlassen die Jungs nichts als verbrannte Erde und legen die
Messlatte für ihr hoffentlich bald kommendes, nächstes Album verdammt
hoch! Es handelt sich hier übrigens um das Zweitwerk der Kanadier aus
dem jahre 2006 und seitdem hat man nicht mehr viel von den Jungs
gehört. Wie ich auch gerade erfahren durfte, ist inzwischen kein
Mitglied der Urbesetzung dabei und vom CD-Lineup sind auch nur noch der
Drummer und ein Gitarrist übrig geblieben was mich doch sehr traurig
stimmt.... Egal, da hilft nur eins: Volle Lautstärke und Repeat! Die
Produktion wirkt übrigens anfänglich etwas höhenlastig und schwach auf
der Brust. Dreht man das Teil jedoch ordentlich auf, entfaltet die
transparente Produktion ihre volle Wirkung und jedes Instrument ist
klar, wuchtig und gleichberechtigt zu vernehmen. Zudem klingt hier alles
herrlich authentisch und furztrocken und nicht derart überproduziert
wie man es leider heutzutage von den meisten Brutal Death Bands gewohnt
ist. Für mich auf jeden Fall eine der gaaaanz großen Brutal Death
Scheiben des neuen Jahrtausends und zu Unrecht ein vergessener
Geheimtipp und wird durch das schöne Tony Koehl-Cover noch zusätzlich
aufgewertet! Die Scheibe kriegt ihr übrigens für recht humane
Preise bei jedem Death Metal-Dealer eures Vertrauens! Ein Must-have für
Ami-Death-Fans!
Label: Adipocere Records (re-released durch Dark Descent Records) Cover-Art:
Silence of the Centuries
1. Silence of the Centuries 2. Sleepy Ocean 3. Remasquerade 4. Phantasmagoria 5. Vacuum of Thoughts
Remasquerade
6. Remasquerade 7. The Better be Descended 8. In Death's Embrace 9. Undone
So, geht’s nach einigen streßigen Wochen hier auch endlich mal weiter! Dieses
Mal führt uns die Reise einmal mehr ins düstere Finnland, wo mal wieder
eine absolut großartige Band der frühen 90er besprochen werden will! Die
Rede ist von den Genies Depravity aus Pirkkala, die neben vier genialen
Demos zwei absolut famose Eps veröffentlicht haben, die dieses Jahr
endlich auf CD re-released worden sind! Die Rede ist von der kultigen
„Remasquerade“-EP aus dem Jahre 1992 und der noch ausgereifteren EP
„Silence of the Centuries“ aus dem Jahre 1993. Wer schon Demigod, Convulse und Adramelech aus diesem Thread mochte, wird Depravity lieben! Die
Jungs verstehen es genau wie ihre Brüder im Geiste fesselnde Songs
voller Kummer, Leid und Schmerz darzubieten, wie es nur die Finnen
schaffen. Los geht es mit dem Titeltrack „Silence of the Centuries“,
der herrlich simpel daherrumpelt und durch einprägsame Melodien voller
Finsternis punkten kann. Es gibt direkt eins auf die Zwölf und das junge
Quintett macht keine Gefangenen und selbst der langsame, verträumte und
melodische Mittelpart ist an Bedrohlichkeit kaum zu überbieten! Ein
wahrlich unsterblicher Klassiker, den jeder Finnen-Tod-Fan kennen
sollte! Ein weiterer Klassiker den man kennen sollte ist der nun
folgende Song „Sleepy Ocean“ der sich dem geneigten Hörer mit einem
langsam-melodischen Anfangsriff auf ewig ins Hirn brennt, bevor wieder
das Gaspedal etwas durchgetreten wird. Was die Jungs ausmacht ist
das Gespür für elegante Wechsel zwischen supermelodischen
Düster-Doom-Parts mit viel Gitarren-Soli und herrlich stumpfen Geballer,
wie man es kaum von einer anderen Band kennt. Dieser Faden zieht
sich auch durch den weiteren Verlauf dieser Klassiker-EP und man wünscht
sich herzhaft, die Jungs hätten mehr als fünf Songs herausgebracht Die
Produktion ist auf jeden Fall herzhaft roh und authentisch, lässt
jedoch etwas an Druck bei der Gitarrenfraktion missen. Aber bei lauter
aufgedrehter Anlage lässt sich dies leicht verschmerzen Auch
schön ist übrigens mal wieder das typische Buntstiftcover von Turrka
Rantanen, das ich mir echt mal als T-Shirt-Motiv wünschen würde! Nach
knapp 21 Minuten und dem genialen Rausschmeißer „Vacuum of thoughts“
ist dann leider auch schon wieder Schluss und man würde am liebsten auf
Repeat drücken, doch zum Glück haben Dark Descent ja auch noch die
Debüt-EP „Remasquerade“ mit auf die Scheibe gepresst
Hier
rumpelt es noch ein wenig mehr und auch die Produktion ist noch eine
Spur dumpfer, aber das Songmaterial ist nicht minder genial. Neben dem
schon bekannten Kracher „Remasquerade“ gibt’s noch drei weitere Songs,
die bislang unveröffentlicht waren und die vorangegangenen Hits noch in
Sachen Brutalität und Düsternis übertrumpfen. Wirklich schade, dass aus
den Jungs nie groß was geworden ist, den von solch einem Potential
träumen Legionen heutiger Bands! Auf dem Re-Release befindet sich
übrigens noch das bislang unveröffentlichte „Phatasmagoria“-Demo, das
erstaunlicherweise den fettesten Sound der Bandgeschichte besitzt! Zudem
gibt’s noch die ersten Demos, die aber wirklich nur was für
Hardcore-Fans sind, da hier der Sound doch zu wünschen übrig lässt. Lustige Bemerkung am Rande: Drummer
Matti und Gitarrist Ellias spielen heute in den unsäglichen Bands
Korpiklaani bzw. Sonata Arctica. So kann man seine Karriere auch
versauen *g* Das großartige Re-Release kriegt ihr bei eurem Dealer
des Vertrauens für günstiges Geld und sollte in keiner gut sortieren Old
School Death Metal-Sammlung fehlen! Danke Dark Descent, dass ich mir diesen lang gesuchten Klassiker endlich auch ins Regal stellen durfte!
1. Dethroned - I Shall Remain... Unforgiven 2. Dethroned - Spiritual Deformity 3. Dethroned - Sword of Blasphemy
4. Excommunion - Tempest of Souls 5. Excommunion - Sword of the Conqueror 6. Excommunion - Evil Arcane 7. Excommunion - Grand Astral Sorcerer
Die
kleine blasphemische Trilogie wird nun abgeschlossen durch die
vollkommen geniale Split-CD der beiden Ami-Bands Dethroned und
Excommunion, die nicht nur musikalisch sehr nah miteinander verwandt
sind, sondern auch mit dem Band-Leader „Christbutcher“ eine personelle
Überschneidung haben./hatten Diese Split-CD gilt in
Underground-Kreisen inzwischen als Kult-Objekt und nicht nur die Musik
beider Bands ist absolut fesselnd, sondern auch das geniale Pär
Olofsson-Cover rockt wie Sau!
Den Anfang machen Dethroned mit den
drei Tracks ihrer 2005er EP „I Shall Remain Unforgiven“, die von Anfang
voll auf die Zwölf haut und mit dem absolut genialen Titeltrack einen
fulminosen Start hinlegt! Amerikanische Brutalität gepaart mit
blasphemischer Finsternis ergeben hier eine höchst explosive Mixtur und
um es kurz zu beschreiben, würde ich das Ganze als Immolation auf Speed
bezeichnen Auf
jeden Fall sollte es auch den letzten Zweifler beim grandiosen
Höhepunkt im Mittelteil des Openers aus dem Sessel schleudern. Solch
geniales und packendes Bienenschwarm-Riffing hört man heutzutage
wirklich nur noch von Immolation! Ein wahrhaft großartiges Stück Musik! Nach
diesem Knaller geht es anfangs mit „Spiritual Deformity“ etwas
gemäßtigter weiter und man tritt ein wenig auf die Bremse, was den Jungs
äußerst gut zu Gesicht steht! So kommen die mächtigen Riffs und die
extrem tiefen Vocals des Frontmanns „Christbutcher“ noch viel besser zur
Geltung! Doch auch hier gibt es selbstverständlich wieder im weiteren
Verlauf die totale Raserei und man bekommt herrlich die Fresse poliert. Song
numero 3 macht auch hier keine Ausnahme und die infernale Song-Trilogie
wird perfekt abgerundet. Ein wahrer Akustik-Sturm der den stärksten
Affen vom Baum haut! Die fette Produktion tut hier ihr übriges und
setzt die komplette Instrumenten-Fraktion extrem kraftvoll in Szene.
Lediglich beim Schlagzeug ist es mit dem Trigger etwas zu viel des
Guten, aber dies lässt sich verschmerzen, weil der Rest einfach absolut
rund klingt! Zu schade, dass sich die Jungs nach diesem genialen, einzigen Lebenszeichen auflösten. Im
Jahre 2008 gründete Mainmann Christbutcher (der inzwischen nach
Finnland ausgewandert ist) jedoch die Formation Maveth, die den Weg von
Dethroned 1:1 fortsetzt! Ebenfalls absolut empfehlenswert!
Nach
diesem brutalen High-end-Soundmassaker wird es mit der 1999er „Rites of
the Excommunion“-EP der Band Excommunion wesentlich roher und auch etwas
black metallischer. Dies dürfte vor allem der extrem drucklosen und
bassarmen Produktion geschuldet sein, die dem Ganzen hier und da schon
einen Black Metal-Stempel aufdrückt. Dennoch darf man Excommunion
ruhigen Gewissens als Death Metal-Combo bezeichnen, da die Vocals genau
wie bei Dethroned extrem tief und düster gehalten sind und das düstere
Riffing auch hier oft an Immolation und Incantation erinnert. Im
Gegensatz zu Dethroned streut man immer wieder atmosphärische Doom-Parts
ein, bevor wieder die wilde Raserei der blasphemischen Art losgeht. Die vier Songs atmen auf jeden Fall alle ganz stark den Spirit des ganz bösen Death Metal-Undergrounds. Beim
Song „Sword of the conqueror“ gibt es sogar zwischendurch schön
böse-finnisches Riffing zu bestaunen, was nicht selten an Purtenance
oder Demigod erinnert. Sowas treibt dem Papa doch Freudentränen in die
Augen Auf
jeden Fall klingt auch dieser Teil der Split-CD absolut authentisch und
eigenständig. Dennoch bevorzuge ich bei Excommunion das im Jahre 2001
erschienene Album „Superion“ das soundmäßig und songwriterisch
wesentlich gereifter klingt.
Demnach sind Dethroned auf jeden
Fall die Gewinner dieser Split-CD, wobei Excommunion keinesfalls
schlecht tönen. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kriegt dieses
Kleinod hier und da zu humanen Preisen beim Death Metal-Dealer seines
Vertrauens!
Label: TXDM Underground (re-released durch Burning Dogma Records und Terrorblast Production)
Cover-Art:
1. Rejoice in Ancient Wisdom 2. Purging Purity 3. Salvation Through Infinite Suffering 4. Embrace Thy Befallen Misery 5. Marching Through Waves of Holy Bloodtide 6. Gutted Children of Faith 7. Toward Infernal Dominion 8. So Far Gone
Wie versprochen geht es blasphemisch weiter. Und zwar ziemlich extrem blasphemisch würde ich mal sagen. Die
fünf Texaner machen nämlich auf ihrem einzigen Album, das 2000
erschien, keine Gefangenen und ballern uns hier in knapp 40 Minuten
äußerst brutalen Texas-Death Metal um die Ohren, wie man ihn heutzutage
kaum noch zu hören bekommt. Hierbei handelt es sich weder um eine
langweilige Ein-Mann-Band oder um Stangen-Waren-Brutal Death, wie man es
heutzutage sonst aus Textas gewohnt ist, sondern schön authentischen,
satanischen Texas Death Metal, der auch heutzutage noch recht
einzigartig klingt. Denn man klingt weder nach Immolation oder
Incantation und auch vom Florida-Death Metal ist man weit entfernt.
Vielmehr vermengt man Elemente des Brutal Death Metals mit klassischen
Death Metal amerikanischer Art und sogar ein wenig Black Metal ist hier
und dort herauszuhören. Es gibt also jede Menge Groove, megabrutale
Vocals, Soli, infernale Raserei und hier und da sogar doomige Parts. Für
jeden der etwas für amerikanischen Death Metal übrig hat, dürfte also
etwas dabei sein. Mir fällt es jedoch schwer die Jungs mit anderen Bands
zu vergleichen. Denn obwohl man Elemente verwendet, die auch bei Bands
wie z.B. Suffocation, Deeds of Flesh, Prophecy, Incantation oder Deicide
vorkommen, klingt man wie keine der genannten Bands, sondern kocht sich
seinen ganz eigenen Cocktail. Woran sich auch der ein oder andere
stoßen könnte, ist der stellenweise ungewöhnliche Gesang, der keine
spezielle Rhytmik verfolgt, sondern hier und da wie eine vollkommen
gegenläufige Predigt einfach auf die Musik gelegt wurde, was anfänglich
etwas ungewohnt klingt, aber schlußendlich doch sehr gut zur
eigenständigen Ausrichtung des Quintetts aus Houston passt. Generell
ist der Gesang ziemlich krass, da so tief gesungen wird wie es nur geht
und es sich anhört, als würde man eine Grabesstimme direkt aus der Hölle
vernehmen! Die Produktion ist sehr natürlich und basslastig gehalten
und es rummst und scheppert an allen Enden. Dennoch hört man alles sehr
gut heraus uns die Instrumente klingen allesamt äußerst differenziert. Die
Texte drehen sich ausschließlich um Tod und Deibel und dass man sich
nicht den christlichen Werten beugen mag, was zwar eigentlich ziemlich
ausgelutscht klingt, aber im musikalischen Kontext perfekt vertont
wurde, da dem Ganzen etwas zutiefst Bedrohliches innewohnt und man den
Jungs beim ersten Hören abnimmt, dass sie es ernst meinen! Die beiden
Gitarristen hatten übrigens vor Infernal Dominion die wesentlich black
metal-lastigere Band Imprecation am Laufen, was auch immer wieder
durchscheint. Nach diesem Album erschien noch eine Split mit
Ophiolatry, bevor man sich dann kurz danach auflöste und Mainman Wes
Weaver im Jahre 2005 Blaspherian aus der Taufe hob, die 2011 ihr
grandioses Debüt-Album veröffentlichten. Selbiges Album kann als direkte
Fortführung des Infernal Dominion-Debüts angesehen werden, da alle
Trademarks auch hier wieder vorhanden sind! Dieser CD werde ich mich
hier wohl später auch nochmal widmen, wenn sie denn richtig gesackt ist,
da man hier die Intensität von Infernal Dominion noch einmal überboten
hat! Das Infernal Dominion-Album bekommt man hier und da noch für
einen Appel und ein Ei in der Re-Release-Version mit den Songs der
Split-CD hinterhergeworfen. Hier heißt es: Zugreifen!
1.Intro 2. On the Wings of The Emperor 3. Graced by Fire 4. Rebel Souls 5. Christ Dethroned 6. The Manifest 7. Satan`s Gift (The Crown of Thorns) 8. Hymns of the Immortals 9. Blasphemer 10. The Voyager (auf
der Hülle hinten ist übrigens die falsche Reihenfolge abgedruckt, dort
sind „Christ dethroned“ und „Satan's gift“ vertauscht)
Wie
versprochen wird es nun blasphemisch mit den vier Schweden Luciferion,
die 1994 ein bahnbrechendes Album technischen Blasphemo-Death Metals
herausbrachten. Los geht es mit einem bedrohlichen, satanischen
Keyboard-Intro, bevor die Hölle in Form von extrem bösen und für diese
Zeit überraschend klinisch klingenden Death Metal losbricht! Der
klinische Sound rührt vor allem daher, dass die Drums nicht organischen
Ursprungs sind, sondern einem Drumcomputer bzw. elektronischen Drumkit
entstammen, was damals enorm untypisch war und eigentlich selten auf
qualitativ hochwertigen Alben zu hören ist. Doch hier kann man über
dieses einzige Manko getrost hinwegsehen, da es die eisige Kälte und
Bedrohlichkeit nur unterstützt und dem rasanten Inferno durchaus
zuträglich ist. Die Jungs orientieren sich auf jeden Fall nicht
selten an Deicide, Acheron, Vital Remains und Konsorten und man merkt
den Götheburger Jungs eigentlich zu keiner Sekunde ihre Herkunft an! Hier
und da sind auch Reminiszenzen an Immolation und Morbid Angel zu hören,
aber dennoch schafft es das Quartett (eigentlich ein Trio, aber
Keyboarder Johan Lund ist auch im Booklet abgelichtet) höchst
eigenständig zu klingen, da man im Gegensatz zu den amerikanischen
Kollegen ein Händchen für Melodien und epische Parts hat. Und dass
die Jungs wirklich nicht nur mit klinischen
Hochgeschwindigkeits-Attacken trumpfen können, beweist unter anderen der
epische Mittelpart von „Rebel Souls“, wo geniale Soli und Melodien
perfekt in das wütende Massaker eingeflochten werden! Die Songs
werden immer wieder durch fast schon Industrial-mäßige Keyboard-Samples
untermalt, was überraschend gut ins Soundgefüge passt. Nichtsdestotrotz
reagiert hauptsächlich der Holzhammer und es gibt Blastbeats en masse,
die von rasenden Gitarren-Läufen und fiesen und tiefen Growls untermalt
werden. Dass die Scheibe zu keiner Sekunde langweilig wird, ist hingegen
hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass die Jungs es verstehen
immer zum richtigen Zeitpunkt auf die Bremse zu drücken und geile
Melodien, Soli oder wirre Frickeleien raushauen. Richtig krass wird es
hier z.B. bei meinem persönlichen Lieblingssong „Hymns of the
immortals“, wo man einen Großteil des Songs im Midtempo verweilt und
extrem böse und bedrohlich daherkommt (allein bei den geil gedoppelten
Vocals am Anfang zuck ich bei aufgdrehter Anlage immer wieder zusammen). Das
Ende dieses grandiosen Albums wird dann mit dem großartigen Sodom-Cover
„Blasphemer“ eingeläutet, das herrlich abgefuckt runtergerotzt wurde,
bevor schließlich das Finale in Form der Deicide-Hommage „the Voyager“
über den Hörer hereinbricht! Für absolute Old School-Puristen ist
dieses Album auf jeden Fall aufgrund des klinischen Sounds nicht die
totale Offenbarung. Wer jedoch experimentellen Alben aufgeschlossen ist
und eines der heftigsten Schweden-Alben der 90er hören möchte, muss
dieses Kleinod auf jeden Fall besitzen! Heutzutage ist das Teil nicht
mehr allzu einfach zu bekommen und man muss bei Ebay schon um die 30€
auf den Tisch legen, wobei hier jeder Cent in
meinen Augen perfekt investiert ist! Abgerundet wird dieses legendäre
Album übrigens durch ein großartiges Kristian Wahlin-Cover, bei dem der
Mann sich wieder einmal selbst übertroffen hat. Nach diesem Debüt
folgte im Jahr 2003 noch der Nachfolger „The Apostate“, der mir aber mit
all seinen Synthie- und Keyboard-Parts doch zu viel des Guten ist. Wer
jedoch Nocturnus und Konsorten zu seinen Lieblingsbands zählt, dürfte
sich auch mit diesem Album schnell anfreunden können!
1. Maleficus 2. The Line That Divides 3. Threshold of Empowerment 4. Legion of Martyrs 5. Misery Embrace 6. Ashes 7. Wrath Wrought Ruin 8. Fall Unto Chaos
Weiter geht es mit einer meiner liebsten Neuentdeckungen des Jahres. Und
zwar handelt es sich hier um eine schweinegeile Death Metal-Band aus
Arkansas, die bereits zwei Alben, eine EP und ein Demo veröffentlicht
hat. Und der König der Diskographie ist das zweite Album mit dem Namen „Maleficus“! Ihr steht auf genialen Ami-Death Metal im Stile von Monstrosity, Vile oder Abysmal Dawn? Ihr
mögt Abwechslungsreichtum im Death Metal? Also wenn von brutalen
Geballer, über coole Melodien hin zu mächtigen Grooves alles abgedeckt
wird? Ihr steht auf ausdruckstarken, megabrutalen, tiefen und dennoch
verständlichen Growl-Gesang? Dann ist diese Scheibe jetzt auf eurem
Einkaufszettel gaaaanz oben! Ich schäme mich ja selber, dass ich die
Jungs jetzt erst entdeckt habe, denn sie spielen wirklich ganz vorne
mit, ohne dass es einer bemerkt hat! Nehmt z.B. das Groove-Monster
„Misery Embrace“ das sich zwar fleißig bei neueren Auswüchsen von
Monstrosity oder alten Morbid Angel bedient, aber trotzdem ganz klar
eine eigene Note beinhaltet. Das Quartett versteht es einfach mit
einfachen Mitteln eine megafette Soundwand zu erzeugen, die von Beginn
an die Haare fliegen lässt! Man kann zwar nicht sagen, dass die Jungs
stumpf zur Sache gehen, aber richtig technisch tönt der Vierer jetzt
auch nicht und eben das wird die Jungs wohl so besonders machen! Denn wo
andere mit unnötigen Gefiedel oder Gefrickel versuchen zu beeindrucken,
walzen die vier Jungs mit einfachen aber äußerst effektiven Riffs alles
nieder! Neben der fähigen Gitarren-Fraktion stechen besonders die
beiden Sänger (die übrigens gleichzeitig die beiden Gitarristen sind) John und Page hervor, die von extrem tiefen Growls, über fieses
Keifen hin zu markerschütternden Kreischern die komplette Death
Metal-Palette drauf haben und dennoch verständlich klingen. Eine Kunst
die nur die wenigsten beherrschen (spontan fallen mir da in diesem
Ausmaß nur Jason Avery, Mike Hrubovcak und der Corpsegrinder ein). Die
Krönung des Ganzen ist die ziemlich fette Produktion, die jedes
Instrument perfekt in Szene setzt und trotz des klaren und durchaus
modernen Klangs nicht steril sondern äußerst lebendig und organisch
tönt! Eine absolut runde Scheibe, die mich mit jedem Durchgang mehr
begeistert! Zu doof, dass die Scheibe nur 34 Minuten geht Die
Frühwerke der Jungs sind übrigens auch nicht schlecht, kommen aber
produktionstechnisch bei weitem nicht an die Produktion des Zweitwerkes
heran und auch das Songwriting ist noch nicht so ausgereift wie hier. Da darf man sich richtig auf den Nachfolger freuen, der noch diesen Dezember erscheinen soll! Die
Scheibe kann man übrigens für günstige 12$ direkt bei der Band ordern!
Ich hab bei meiner Bestellung sogar ungefragt noch einen persönlichen
Dankesbrief, mehrere Sticker und ein zweites Booklet mit allen
Unterschriften der Band-Mitglieder als Bonus oben drauf bekommen! Das
nenn ich mal Underground-Service! Also los, nicht weiter zögern, sondern
kaufen