Montag, 28. Mai 2012

Paramæcium - Exhumed of the Earth

Label: Witchhunt Records

Cover-Art:


1.The Unnatural Conception in two parts: The Birth and the Massacre of Innocents
2.Injudicial
3.The Killing
4.Untombed
5.The Voyage of the Severed
6.Hemorrhage of Hatred
7.Removed of the Grave


Weiter gehts mit Paramæcium aus Melbourne, Australien. Dieses Trio ist auch wieder der Sorte Hardcore-Christen-Metaller zuzuordnen, was sich hier in einem wirklich krassen, lyrischen Konzept widerspiegelt. Behandelt wird hier nämlich die Geburt und der Leidensweg Jesu in einer Form wie sie im Metal so noch nicht da gewesen sein dürfte. Die kompletten Texte bestehen nämlich aus Bibelzitaten, die auch noch mit genauen Quellen-Angaben (ala Luke 2:1-5) ausgeschmückt sind. Wahrlich absolut fanatisch und besessen.
Im krassen Gegensatz zu diesem frommen Lyrik-Konzept (naja fromm sind die Lyrics nicht wirklich, Mord und Totschlag ist in den Bibelzitaten schließlich an der Tagesordnung) steht dann die Musik, die mächtig und brachial daherkommt.
Die fanatischen Australier fallen übrigens in diesem Thread nicht nur mit ihrem lyrischen Konzept, sondern auch mit der musikalischen Ausrichtung ein wenig aus dem Rahmen, da die Jungs keinen reinen Death Metal zelebrieren, sondern vielmehr einen Bastard auf Funeral Doom und Brachial-Death Metal!
Stellt euch einfach mal vor, Mourning Beloveth und Ahab würden mit Grave, Incantation und Asphyx korpulieren und ihr habt in etwa die Stilrichtung von Paramæcium.
Es gibt zähe Lava-Riffs, vereinzelte Soli, schöne Melodien, stumpfes Gehacke, walzenden Groove und abartig tiefe Growls die echt unter die Haut gehen und mich am meisten beeindruckt haben!
Die Produktion ist äußerst europäisch gehalten und an manchen Stellen habe ich wirklich gedacht ich würde Grave zu „You'll never see“-Zeiten hören, derart schwedisch tönen stellenweise die Gitarren.
Generell dürften besonders Grave mit ihrem zweiten Album die drei Australier zutiefst inspiriert haben, was auch gut passen dürfte, da dieses Album ein Jahr vor dem Debüt des Christen-Trios veröffentlicht wurde. Auf jeden Fall klingen die Uptempo-Parts oftmals 1:1 nach Grave, was mir bei jedem Hören immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Neben diesen brutalen Trademarks gibt es aber auch an allen Ecken schmückende Akustik-Gitarren, sehr gering dosierte Frauen-Gesänge (gipfelt hier und da gar in Opern-Arien), Violinen und melodische Soli.
Man gibt’s sich auf jeden Fall trotz stark einschränkenden Genre-Grenzen äußerst vielseitig und selbst Songs wie der 17minütige Opener werden zu keiner Sekunde langweilig und dieses knapp 66-minütige Werk bleibt von Anfang bis Ende spannend. Neben solch epischen Song-Monstern gibt es aber auch den ein oder anderen normal-langen Song, in denen dann besonders der stumpfe Death Metal-Einschlag durchleuchtet.
Wer also auf atmosphärischen Death Metal steht und keine ideologischen Scheuklappen trägt (seid gewarnt, selbst ohne Scheuklappen muss man hier du da den Kopf schütteln) sollte in dieses Kleinod auf jeden Fall einmal reinlauschen. Die Erstauflage von 1991 bekommt man doch tatsächlich hier und da noch für humane Preise und ich habe mein Exemplar erst letzte Woche für 11€ beim Amazon-Marketplace erstanden...
Nach dieser Scheibe erschienen übrigens noch drei weitere Alben von denen ich leider noch nichts gehört habe (was ich aber noch nachholen werde).
Seit 2006 tönen die Jungs übrigens unter dem Namen inExordium weiter, dessen reiner Death Metal auch recht amtlich aus den Boxen scheppert.
Also scheut euch nicht und gebt dem Album trotz seines Kuriositäten-Faktors eine Chance!
Die Qualität der Youtube-Links ist übrigens unter aller Sau und spiegelt in keinster Weise die Kraft der schönen Old School Produktion des Originals wieder!