Montag, 28. Mai 2012

Defaced Creation – Serenity in Chaos

Label: Vod Records
Cover-Art:

1.Baptised In Fire
2.Macabre Exposure Of Fleshly Devotion
3.Fire Temple
4.Kill The Light
5.Devastation
6.Return In Black
7.Cannibalistic Feast
8.Stillborn
9.The Victorious Underworld
10.Infernal
11.Enslave The Christians
12.Fall


Nun begeben wir uns etwas nördlicher in die kleine schwedische Stadt Östersund, aus der die fünf Jungs um Defaced Creation stammen.
Hört man die erste Note des Openers „Baptised in Fire“ könnte man auch meinen wir würden uns nicht mitten in der schwedischen Provinz sondern in den Sümpfen Floridas befinden, denn niemand geringeres als Glen Benton und seine Jungs von Deicide kommen einem beim Hören dieses grandiosen Debüt-Albums in den Sinn.
Im Gegensatz zu Deicide hat man es aber hier nicht mit ständiger Raserei zu tun, sondern geht auch ganz gern mal vom Gaspedal und auch die Stimme vom Ausnahme-Sänger Tommy Dahlström ist nicht derart penetrant gedoppelt wie die des verrückten Kauzes aus den US of A. Ganz im Gegenteil: Mit seiner extrem variablen, abartig tiefen und dennoch vollkommen verständlichen Stimme lässt er Herrn Benton wie ein laues Lüftchen aussehen und drückt dem Ganzen eine eigene Note auf.
Textlich geht es auch hier wie bei dem amerikanischen Vorbild hauptsächlich um satanische Themen und schon hier bietet Sänger Tommy seine hasserfüllten Lyrics voller Überzeugung dar, dass es eine Freude ist :D
Wer seine spätere Band Aeon kennt, weiß was ich mit überzeugend meine. ;)
Obwohl nicht immer Vollgas gegeben wird, kommt man trotzdem kaum zur Ruhe und die Soundwand mit ihrem fetten, sägenden Old School-Gitarren-Sound amerikanischer Bauart haut einem mit voller Kraft in den Magen.
Das Drumming ist simpel aber effektiv und drescht gut nach vorne und sogar der Bass ist mit seinem Brummen und Kratzen recht differenziert und gut hörbar.
Ganz klare Highlights auf dieser Hommage an amerikanischen Death Metal sind der Opener, der Brutalo-Kracher „Kill the light“ oder das megacoole „Devastation“ aber wirkliche Ausfälle gibt es auch hier zu keiner Sekunde zu verzeichnen.
Zu schade, dass die Jungs sich direkt nach dem Release im Jahre 1999 auflösten. Da man sich aber in nahezu identischen Line-Up in der Formation „Aeon“ wieder zusammenfand (mit der man auch heute noch den Helden Morbid Angel, Deicide und Cannibal Corpse huldigt) ist dies ein Auflösung, die einigermaßen zu verkraften ist, da man mit Aeon quasi den gleichen Sound fortsetze. Lediglich das unbeschwingliche, leicht naive und frische Feeling was auf „Serenity in Chaos“ verewigt wurde, vermisse ich auch heute noch bei Aeon, die wesentlich cleaner, aber auch technisch versierter und erwachsener klingen.
Wer also ein Freund von Cannibal Corpse, Deicide, Aeon oder Acheron ist, muss diese Underground-Perle, die heutzutage nur noch sehr schwer zu bekommen ist, unbedingt sein eigen nennen!