Dienstag, 29. Mai 2012

Coercion - Delete

Label: Perverted Taste

Cover-Art:

1. Carve The Stone
2. Once I Cared
3. Eclipsed
4. Mental Turmoil
5. The Pointless Routine
6. Delete
7. Burst
8. Anticlimax
9. Without Aim
10. Discontinued
11. Life Denied
12. Evolution Reversed


Bevor es beim nächsten Mal richtig blasphemisch wird, reisen wir dieses Mal nach Schweden um eine recht brachiale Old School-Kapelle auszugraben, die mich mit ihrem zweiten Album aus dem Jahre 1999 immer wieder zu begeistern weiß.
Das Stockholmer Trio versteht es auf jeden Fall einem musikalisch ordentlich den Arsch zu versohlen, ohne sich dabei zu überschlagen und in Blastbeat-Orgien zu verfallen.
Vielmehr werden die recht häufigen Up-Tempo-Parts immer wieder von genialen Grooves oder zackigen Ufta-Parts aufgelockert, so dass das Old School-Schweden-Herz immer wieder einmal aufjauchzen darf.
Die Jungs haben aber keinen typischen HM-2-Schweden-Gitarren-Sound, sondern mischen vielmehr amerikanische Klänge mit europäischen, was erstaunlich gut gelingt und den Jungs eine recht eigene Note verleiht. Mir fällt es auf jeden Fall schwer die drei Schweden mit anderen Bands zu vergleichen. Vielleicht kann man sie noch am ehesten als eine Mischung aus alten Edge of Sanity, alten The Crown, Sinister und vielleicht einer Prise Malevolent Creation beschreiben, was die Sache aber auch nur ganz grob umreißen dürfte.
Auf jeden Fall gibt es ordentlich eins auf die Glocke und es wird einem kaum eine Verschnaufpause gegönnt. Lediglich hier und da gibt es ein paar Slo-Mo-Einsprengsel (z.B. bei „without aim“ oder „discontinued“) die jedoch eigentlich immer in ordentlichen Geschwindigkeitssteigerungen enden. Lediglich der Rausschmeißer „Evolution reversed“ bleibt langsam, geht dann aber auch gerad mal 2 ½ Minuten ;)
Was auch direkt auffällt, ist der megafette Sound, der aber herrlich analog, warm und dennoch kristallklar daherkommt. Verantwortlich für diese Glanztat ist Mieszko Talarczyk (Nasum! R.I.P.) der die Aufnahme und das Mixing übernommen hat, während ihm Mastermind Dan Swanö mit dem digitalen Editieren (ist wohl doch nicht alles so analog...) unter die Arme gegriffen hat.
Auf jeden Fall kann sich das Endresultat wirklich hören lassen und brauch sich vor heutigen Swanö-Produktionen oder alten Sunlight-Produktionen wirklich nicht zu verstecken!
Für meinen Geschmack stimmt hier auf jeden Fall alles um ein erdiges und zackiges Death Metal-Album zu präsentieren. Man erfindet zwar nicht das Rad neu und hat jetzt auch keine Mega-Hits am Start, die Musik an sich weiß aber von der ersten Sekunde an zu überzeugen, wenn man auf ehrlichen Death Metal der alten Schule steht. Egal ob es die megafetten Gitarren, die ordentlich nach vorne preschenden Drums oder die angenehm brutalen und dennoch verständlichen Vocals sind, hier fühlt sich Klein-Leimy wieder einmal richtig heimisch.
Das Debüt-Album der Jungs aus Ikea-country mit dem Titel „Forever dead“ ist zwar musikalisch noch eine Ecke schwedischer, aber der recht grummelige, ziemlich amerikanisch klingende Gesang passt für meinen Geschmack nicht ins Gesamtbild und auch der Sound bombt hier nicht alles so sehr weg wie das Zweitwerk.
Nach diesem Album kam im Jahre 2003 noch eine EP heraus, die mir aber unbekannt ist.
Danach wurde es leider mächtig still um die Jungs und soweit ich weiß gibt es die Band auch leider nicht mehr.
Auf jeden Fall ist es dieses Mal ein Leichtes an die CDs zu kommen, da man diese (unverständlicherweise) sowohl bei Ebay als auch Amazon nachgeschmissen bekommt.